Alfred Schneider neu im Kreiswehr-Vorstand

Bockenems stellvertretender Stadtbrandmeister Ralf Sander (mittlere Reihe, rechts) erhielt das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber. (Foto: Vollmer)

Kreisfeuerwehrverband zieht Bilanz / Ralf Sander erhält Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Silber

Das abgelaufene Jahr war beim Kreisfeuerwehrverband Hildesheim geprägt von der Umstellung auf die digitale Alarmierung, der Diskussion um das 2011 aufgestellte Konzeptpapier oder auch der Gründung des Atemschutzverbandes.

„Fast alle Städte und Gemeinden haben mittlerweile auf die digitale Alarmierung umgestellt. Insgesamt sind alle mit der Technik zufrieden“, erklärte Kreisbrandmeister Josef Franke vor 437 Delegierten in der Kantine der Robert-Bosch-Werke. Anfängliche Störungen seien mittlerweile ausgeräumt worden. Dazu ist die analoge Funktechnik bei der Feuerwehr bald Geschichte. „Der Probebetrieb im Digitalfunk erfolgt auf eine Dauer von sechs Monaten, anschließend kommt er auch im realen Betrieb zum Einsatz“, erläuterte der Chef des Kreisfeuerwehrverbandes.
In Sachen Gründung eines Atemschutzverbandes seien die Verantwortlichen mittlerweile in die Detailplanung eingestiegen. Dieser Schritt sei aber nur ein Punkt in dem von der Kreisfeuerwehr entwickelten Konzeptpapier. „Es ist wichtig, das Papier als Ganzes zu betrachten“, meinte Franke. Ziel sei es, die Feuerwehr für die Zukunft aufzustellen. Als einen sehr wichtigen Punkt beschrieb er die Ausbildung der Feuerwehrleute. Die Atemschutzübungsstrecke in Groß Düngen wurde technisch aufgerüstet. Sie bietet nun mehr Möglichkeiten.

1.729 Einsätze für die Wehren im vergangenen Jahr

Die Feuerwehren rückten 2013 im Landkreis zu 555 Bränden und 1.174 technischen Hilfeleistungen aus. Auf die Stadt Hildesheim entfielen 495 Brandeinsätze und 946 Hilfeleistungen der unterschiedlichsten Art. Der Rettungsdienst wurde 52.959 Mal gerufen. Unter dem Strich weist die Statistik ein Plus von 961 Hilferufen gegenüber dem Vorjahr aus. Die Aktiven hätten auch landesweit in den überfluteten Regionen ihre Schlagkraft unter Beweis gestellt. „Es ist uns gelungen, binnen kürzester Zeit größere Einsatzgruppen zu bilden“, erläuterte Josef Franke.
Mit 109 Jugend- und 49 Kinderfeuerwehren liegt Hildesheim an der Spitze des Landes. Eine wichtige Rolle spielt auch die Brandschutzerziehung. „Leider machen einige Kindertagesstätten keinen Gebrauch von dem Angebot“, bedauerte der Kreisbrandmeister. Unter anderem wurden 4.820 Kinder geschult. Während die Harsumer Musiker mit 107 Aktiven die Spitze bilden, würden in Adensen-Hallerburg nur neun Männer und Frauen zu einem Instrument greifen. „So unterschiedlich ist das Spektrum der 36 musiktreibenden Züge in der Region“, erklärte Kreisstabführer Thomas Gerberding. Insgesamt 1.166 Musiker spielen zu den unterschiedlichsten Anlässen auf, 271 sind unter 18 Jahren. „Das ist eine gute Quote“, betonte Gerberding. Die Musiker absolvierten 900 Auftritte. Er blickte schon einmal auf das Musikfest, das am 7. September im Stadttheater stattfindet. 2015 soll das Fest Bestandteil des Stadtjubiläums in Hildesheim sein
„Das Jahr 2013 war für die Nachwuchsabteilungen voller Höhepunkte“, erklärte Kreisjugendfeuerwehrwart Marian Neumann. Neben dem leichten Aufwärtstrend bei der Mitgliederzahl meinte er damit insbesondere den Kreiswettbewerb in Gronau. Da es aus terminlichen Gründen keine Ausscheidungen auf Abschnittsebene gab, traten dazu auf einen Schlag 89 Gruppen an. „Die Außenwirkung war sehr gut. Von den Gästen gab es viel Lob“, freute sich Neumann. Neun Jugendfeuerwehren erreichten auf Bezirksebene gute Platzierungen. Die Jungen und Mädchen aus Grasdorf schafften sogar den Sprung zum Landesentscheid, wo sie einen beachtlichen 18. Platz belegten. Die Aus- und Fortbildung sei ein wichtiger Baustein der Arbeit, betonte Marian Neumann. Ein Problem konnte er allerdings noch nicht lösen. Dringend wird noch ein Ausrichter für das Kreiszeltlager gesucht, das vom 25. bis 27. Juli über die Bühne gehen soll. „Die gute Kinder- und Jugendarbeit spiegelt sich auch in den Ergebnislisten wider. Ohne Betreuer ist das alles aber nicht möglich“, fügte der Kreisbrandmeister hinzu.

Alfred Schneider neu im
geschäftsführenden Vorstand

Auf der Tagesordnung standen auch Ergänzungswahlen zum Vorstand. Im geschäftsführenden Vorstand wurde Peter Notka als Beisitzer für den Brandabschnitt Nord bestätigt. Thomas Bartels, Alexander Bilek, Frank Kiehne, Markus Peisker sowie Alfred Schneider gehören weiter dem Gesamtvorstand an. Aus dem geschäftsführenden Vorstand schieden Joachim Schaper (Brandabschnitt Ost) und Jörg Schütte (Mitte) aus. „Beide haben sich in vorbildlicher Weise für die Kreisfeuerwehr eingesetzt. Viele Dinge tragen ihre Handschrift“, bedankte sich der Kreisbrandmeister bei den scheidenden Vorstandsmitgliedern. Für sie wurden Alfred Schneider und Jürgen Stoffer in die Führungsspitze des Kreisfeuerwehrverbandes gewählt. Bernd Scharlemann aus Holle ist neu im Gesamtvorstand tätig.
Mit einer besonderen Ehrung überraschte der Verband den bisherigen Holler Gemeindebrandmeister Joachim Schaper, der seit 1999 auf Kreisebene mit an vorderster Stelle tätig war. Als Dank für sein außerordentliches Engagement wurde der Holler zum Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes ernannt. Zusammen mit dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Karl-Heinz Banse zeichnete Franke außerdem eine Reihe Feuerwehrleute für ihren stetigen Einsatz aus. Dem Ortsbrandmeister aus Hildesheim-Neuhof, Wilhelm Hagemann, wurde das Feuerwehrehrenkreuz in Gold verliehen. Seit 1983 zeichnet er für die Wehr verantwortlich. Besonders liegt ihm auch die Jugendarbeit am Herzen. In seine Amtszeit fällt ebenfalls die Gründung der Kinderfeuerwehr.
Landrat Reiner Wegner lobte die beeindruckenden Leistungen der Feuerwehrleute. Der Einsatz sei nicht nur beim Hochwasser vorbildlich. Der Leitende Polizeidirektor Uwe Ippensen dankte den Feuerwehren für ihre verlässliche Unterstützung. „Sie arbeiten auf einem hohen Niveau und großem Know-how“. Ippensen sicherte den Brandschützern die Unterstützung bei technischen Neuerungen zu, zumindest was die Argumente betrifft. „Das Thema hört beim Digitalfunk nicht auf“, so der Polizeichef. Die Big Band der Feuerwehr Dingelbe umrahmte die Verbandstagung musikalisch.

Ehrungen
Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Silber:
Gerhard Grote (Holle), Henning Kollhoff (Söhlde), Ralf Mahnkopp (Östrum), Hans-Joachim Mehner (Groß Escherde), Stephan Janik (Alfeld), Ralf Sander (Nette), Jörn Schmollack (Himmelsthür), Friedrich Wilhelm Wandmacher (Barnten) und Hubertus Dölle (Mehle).

Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Gold: Wilhelm Hagemann (Hildesheim-Neuhof).