Das Netzwerk noch enger knüpfen

Bistum Hildesheim stärkt seine Schulen in der Bischofsstadt

Hildesheim (bph) Das Bistum Hildesheim will seine katholischen Schulen in der Bischofsstadt stärken und sein Netzwerk ausbauen, um diese Schulen für die Zukunft zu rüsten. Eckpunkte dieser Neuordnung sind die Fusion der Don-Bosco-Schule mit der St.-Augustinus-Schule und der Albertus-Magnus-Schule im Jahre 2013 und die Konzentration der Gymnasien in ihren angestammten Gebäuden. Außerdem soll eine spezielle zehnte Klasse begabte Haupt- und Realschüler auf das Abitur nach 13 Jahren vorbereiten. In den nächsten Wochen wird das Bistum mit den Schulgremien über diese Pläne sprechen.
Die Pläne der Hauptabteilung Bildung im Bischöflichen Generalvikariat sehen im Einzelnen vor, dass die Don-Bosco-Schule ab August 2011 keine Schüler mehr aufnimmt. Zum 31. Juli 2013 soll diese Haupt- und Realschule des Bistums ihre Gebäude auf der Marienburger Höhe verlassen. Dann gibt es dort noch neun Klassen der Klassenstufen acht bis zehn, die mit der St.-Augustinus-Schule und der Albertus-Magnus-Schule zusammengeführt und in das Gebäude der St.-Augustinus-Schule sowie vorübergehend in das Bischöfliche Gymnasium Josephinum integriert werden. Zugleich wird die Albertus-Magnus-Realschule von der St.-Augustinus-Schule getrennt und als eigenständige Schule weiter geführt. Zurzeit ist die Albertus-Magnus-Schule der Realschulzweig der St.-Augustinus-Haupt- und Realschule.
PD Dr. Jörg-Dieter Wächter, Leiter der Hauptabteilung Bildung, hat die Schulleiter der betroffenen Schulen gebeten, in einer Arbeitsgruppe mit weiteren Fachleuten bis zum Sommer 2012 Schulprogramme zu entwerfen. Dabei soll die positive Arbeit der Don-Bosco-Schule in das neue Schulsystem integriert werden Die zu erarbeitenden Schulprogramme sollen ein Höchstmaß an Durchlässigkeit und Differenzierung gewährleisten. Ziel ist ein guter Schulabschluss für alle Schülerinnen und Schüler.
Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum und die Marienschule nehmen ab August 2012 jeweils nur noch drei statt vier Klassen auf. Da auch die 13. Jahrgangsstufe entfällt, wird die Gesamtzahl der Klassen in beiden Schulen sinken. Die Gymnasien können dann in ihren angestammten Gebäuden konzentriert werden und ab August 2018 auf das Kolleggebäude neben der Heilig-Kreuz-Kirche verzichten. Außerdem wird das Mechthildenheim neben der Marienschule renoviert. Dort entstehen drei Klassenräume im Erdgeschoss sowie weitere Funktions- und Gruppenräume im ersten Obergeschoss. Die Konzentration der Gebäude führt zu größerer Überschaubarkeit und kürzeren Schulwegen. Dadurch kann die pädagogische Arbeit intensiver gestaltet werden.
Außerdem möchte das Bistum begabten Schülerinnen und Schülern mit dem erweiterten Sekundarabschluss I leichter zum Abitur verhelfen und baut dafür eine 10. Klasse auf, die mit der entsprechenden Vorbereitung in den Haupt- und Realschulen zur allgemeinen Hochschulreife an der Marienschule führt. Damit werden die Haupt- und Realschulen der Bischofsstadt noch besser als bisher mit der gymnasialen Oberstufe vernetzt.
Durch diese Veränderungen entfallen bis zum Schuljahr 2013 an den katholischen Schulen Hildesheims insgesamt rund 20 Lehrerstellen. PD Dr. Wächter geht davon aus, dass die Zahl der Lehrer durch natürliche Fluktuation gesenkt werden kann.
Mit diesen Entscheidungen stellt sich das Bistum den Herausforderungen der Gegenwart und macht seine Hildesheimer Schulen zukunftsfähig. Die Zahl der Schüler wird nach Berechnungen bis zum Jahre 2025 um 20,3 Prozent sinken, deshalb muss das Schulangebot rechtzeitig angepasst werden. Dabei hilft die Konzentration der Schulstandorte. Wenn die Wege kürzer werden, erleichtert das die Zusammenarbeit für die Schulen und ihre Lehrkräfte. Nicht zuletzt wird der katholische Schulverbund durch die weiter führende Oberstufenklasse für Realschüler noch flexibler. Dass sich das Bistum zudem von sanierungsbedürftigen Gebäuden trennt, spart Geld, das an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden kann.
„Wir wollen unsere Schulen konstruktiv weiter entwickeln, statt nur auf sinkende Schülerzahlen zu reagieren“, erläutert PD Dr. Jörg-Dieter Wächter diese Pläne. „Mit diesem fest geknüpften Schulnetzwerk können wir jeder Schülerin und jedem Schüler die passende Schule bieten und jeden optimal und begabungsgerecht fördern.“
An der Don-Bosco-Schule lernen zurzeit 481 Schülerinnen und Schüler, die von 41 Lehrkräften unterrichtet werden. Mehr als doppelt so viele Schüler, nämlich 1121, gehen auf die St.-Augustinus-Schule beziehungsweise die Albertus-Magnus-Realschule. Dort arbeiten 85 Lehrkräfte. Fast gleich groß sind die Marienschule mit 1050 Schülerinnen (86 Lehrkräfte) und das Bischöfliche Gymnasium Josephinum mit 988 Schülern (81 Lehrkräfte). Insgesamt werden auf allen genannten Schulen 3.640 Schüler von 293 Lehrkräften unterrichtet.