Ein Vordenker und Veränderer geht

Superintendent Christian Castel, Vorsitzender des Kirchenkreisverbands-Vorstands, überreichte Klaus Kastmann ein Abschiedsgeschenk.

Kirchenamtsleiter Klaus Kastmann in den Ruhestand verabschiedet / Norddeutsche Kirchenlandschaft mit geprägt

Klaus Kastmann, Leiter des Kirchenamts Hildesheim, ist am gestrigen Mittwoch feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. Hildesheims Superintendent Helmut Aßmann charakterisierte ihn vor rund 150 Gästen aus der Landeskirche als einen Mann, der jedes erdenkliche kirchliche Gremium der evangelischen Kirche als Mitglied, Kooperationspartner oder Leitungsfigur erlebt und geformt hat – einer, „der seinesgleichen in der evangelischen Kirchenlandschaft nicht wirklich finden dürfte“, so Aßmann beim Empfang im Kirchenamt.
Klaus Kastmanns Laufbahn in der kirchlichen Verwaltung begann vor fast 45 Jahren. Seit 1977 war er Kirchenamtsleiter, zunächst in Elze, dann in Hildesheim. Mehrere Kirchenkreis- und Ämterfusionen hat der 60-Jährige initiiert und mitgestaltet. Daneben war er unter anderem in den Synoden der Landeskirche und der EKD aktiv, aktuell ist er Mitglied des Kirchensenats in Hannover.
Immer wieder habe Klaus Kastmann Vorreiter- und Pilotfunktionen übernommen, sagte Christian Castel, Superintendent in Elze. Castel weiter: „Die Gestalt der evangelischen Kirche im Raum Hildesheim sähe ohne sein Wirken heute vermutlich anders aus.“
Burkhard Guntau, der Präsident des Landeskirchenamts Hannover, warf einen Blick auf die Entwicklung der Kirche, deren Mitgliederzahl auch in Zukunft stark zurückgehen werde. Dies sei jetzt schon absehbar, „dramatisch ist allein schon der demografische Wandel“. Um zu überleben, brauche die Kirche „Beweglichkeit in den Formen statt Klammern an Strukturen“. Diese Qualität habe Klaus Kastmann ausgezeichnet. Guntau: „Die Landeskirche ist Ihnen zu großem Dank verpflichtet.“
In der von Superintendentin Katharina Henking aus Alfeld moderierten Veranstaltung lobte Wolfgang Moegerle aus Algermissen – stellvertretend für die BürgermeisterInnen der Landkreise Hildesheim und Hameln-Pyrmont – die Zusammenarbeit mit dem scheidenden Oberkirchenrat: „Er weiß, was er tut, und er tut, was er sagt.“ Helmut Jost als Vertreter der Mitarbeitenden im Kirchenamt würdigte Klaus Kastmann als „Visionär und Veränderer“. Hermann Reinhold, Mitglied des Vorstands des Kirchenkreisverbands Hildesheim, verglich ihn mit einem Kapitän, der immer ein klaren Kurs gefahren sei.
Dass dieser Kurs ungewöhnlich häufig auf Zusammenschlüsse hinauslief, hat offenbar die Nachbar-Kirchenkreise ein wenig stutzig gemacht. Uwe Neumann, Amtsleiter im Kirchenkreis Burgdorf, wies Kastmann ausdrücklich darauf hin, dass nun die passive Phase seiner Altersteilzeit beginne. „Passiv, hörst Du? Mit den Fusionen ist jetzt Schluss!“, sagte Uwe Neumann scherzend. Offenbar hat man in Burgdorf die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, in die nächsten Spar- und Konzentrationsideen aus Hildesheim einbezogen zu werden.
Klaus Kastmann bedankte sich bei allen KooperationspartnerInnen, besonders an das Team der Mitarbeitenden im Kirchenamt. „Ich bin wirklich stolz auf die Truppe“, sagte Kastmann und zitierte ein indianisches Sprichwort: „Ein Mann allein kann kein großes Boot rudern.“ Um die Zukunft sei ihm nicht bange, „Verband und Kirchenkreise sind gut aufgestellt“. Mit einem langen Applaus zollten ihm die Gäste Respekt.