Enkeltrickbetrüger scheitert mit seinen Anrufen

Der Polizei Hildesheim sind gestern gleich sechs Enkeltrick Betrugsfälle mitgeteilt worden. Zu einer Geldübergabe ist es nicht gekommen.

In Bad Salzdetfurth versuchte der unbekannte Anrufer um 14 Uhr sein Glück bei einer 76-Jährigen Rentnerin. Wie in den anderen Fällen auch gab sich der Mann als Neffe der Angerufenen aus. Er sei unverschuldet in Not geraten und benötige mehrere Tausend Euro, erklärte er der Frau. Als die 76-Jährige angab, soviel Geld nicht zu besitzen, wurde aufgelegt.
Gegen 15.45 Uhr klingelte das Telefon bei einer 65-Jährigen Frau aus Bad Salzdetfurth. Auch hier gab sich der Anrufer als Neffe aus. Dieses Mal fragte er nach einem Geldbetrag von über 10.000 Euro. Abermals bekam er zu hören, dass die Angerufene nicht über die Summe verfüge.
Bereits gegen 10 Uhr erhielt ein 89-Jähriger aus Hildesheim einen Anruf seines angeblichen Neffen, was dem Rentner von Anfang an verdächtig vorkam. Das vorsichtige Taktieren veranlasste den Anrufer offensichtlich dazu, das Gespräch von sich aus abzubrechen.
Gegen 12 Uhr versuchte der Betrüger sein Glück bei einer 80-Jährigen Hildesheimerin. Mit den Worten: „Hallo Omi“, versuchte er mit seinem Opfer ins Gespräch zu kommen. Als es um Bares ging musste sich der Betrüger anhören, dass die Frau nur eine kleine Rente bezieht und somit nicht helfen könne. Auch hier wurde das Gespräch dann vom Anrufer aus beendet.
Gegen 14.30 Uhr wurde ein 78-Jähriger Hildesheimer von seinem angeblichen Neffen angerufen. Hier fragte der Anrufer wieder nach einem Betrag um die 10.000,-- Euro. Um sicher zu gehen, auch mit seinem Neffen zu sprechen, fragte der 78-Jährige nach dem Vornamen des Anrufers. Da dieser offenbar keine Ahnung hatte, wie der Vorname lautet, beendete er das Gespräch.
Der letzte der Polizei bekannte Anruf ging um 15.20 Uhr bei einer 88-Jährigen Hildesheimerin ein. „Hier ist die Familie“, sagte der Anrufer zu seinem Opfer und kam auch gleich zur Sache. Er habe ein finanzielles Problem und benötige dringend Geld. Weil die Rentnerin die Stimme des Anrufers nicht kannte und auch um sicher zu gehen, mit einem Familienmitglied zu sprechen, fragte sie ihn nach seinem Geburtstag. Weil das vom Anrufer genannte Datum zu keinem der Familiengeburtstage passte, sagte sie ihm direkt ins Telefon, dass er ein Trickbetrüger sei, auf den sie nicht hereinfalle. Daraufhin wurde das Telefonat beendet.
„Wir sind wirklich sehr erfreut, dass die angerufenen Personen keinen finanziellen Schaden erlitten und sich spontan richtig verhalten haben. Unsere Aufklärungs- und Präventionsarbeit scheint bei den Bürgern angekommen und sich in den Köpfen verfestigt zu haben“, sagt Polizeisprecher Claus Kubik.