Nur Einigkeit macht stark

Kirchenamtsleiter Klaus Kastmann, Superintendent Christian Castel, Architektin Beate Hamann, Superintendent Helmut Aßmann und Architekt Thomas Naumann (am Pult).
 
Kirchenamtsleiter Klaus Kastmann, Superintendent Helmut Aßmann, Landeskirchenamtspräsident Burkhard Guntau, Superintendent Christian Castel sowie die Architekten Thomas Naumann und Beate Hamann.

Der Kirchenkreisverband Hildesheim weiht feierlich seine neue Verwaltungszentrale samt Tagungsbau ein

Hildesheim (bo). Die Sonne scheint, aber ein strammer Wind wirbelt Laub auf und lässt die Außenjalousien rhythmisch gegen die blitzblanke Glasfront schlagen. „Gehen wir stürmischen Zeiten entgegen?“, fragt Christian Castel, Superintendent des Kirchenkreises Hildesheimer Land schmunzelnd in die Runde. Sein Kollege Helmut Aßmann, Superintendent des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt, hat dagegen eine andere Idee: „Nehmen wir es als Applaus.“ Gerne wird dieser Vorschlag von allen Anwesenden akzeptiert, denn schließlich geht es darum, einen Neubau zu feiern. In der Nähe des Flughafens Hildesheim, in der Gropiusstraße, befindet sich schon seit vergangenem Jahr in einem ehemaligen Kasernengebäude das Kirchenamt Hildesheim, das seit jetzt zudem über einen modernen Tagungsbau verfügt, der kürzlich feierlich eingeweiht wurde – inklusive einer symbolischen Schlüsselübergabe durch die Architekten der „Bernward GmbH“, Beate Hamann und Thomas Naumann.
Der zweckmäßige Flachbau mit der Tageslicht durchlässigen Fassade und der flexiblen Möglichkeit zur Raumnutzung dient als Austragungsort für Tagungen, Konferenzen und Kirchenkreistage. Bei seiner Einweihung aber erscheint das Bauwerk vor allem als Symbol für einen erfolgreich abgeschlossenen innerkirchlichen Entwicklungsprozess: Schließlich ist seit dem 1. November die Kooperation der Kirchenkreise Hildesheimer Land, Hildesheim-Sarstedt und Alfeld im Kirchenkreisverband Hildesheim offiziell wirksam, was eben auch eine gemeinsame Verwaltung an einem gemeinsamen Ort nötig machte.
„Es hat einige Kämpfe, einige Mühe gekostet, aber wir sind sehr froh über dieses Ergebnis“, resümierte Superintendent Aßmann, wobei er die Bedeutung, der hier nun zusammenfindenden 55 Arbeitsplätze unterstrich: „Natürlich ist Kirche nicht nur Verwaltung, aber ohne die Unterstützung, die wir hier an einer zentralen Stelle von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekommen, wären wir als Institution überhaupt nicht leistungsfähig. Deshalb ist diese Feier heute nicht zuletzt ein Dank für das, was so oft im Stillen passiert.“
Auch Kirchenamtsleiter Klaus Kastmann nutzte die Gelegenheit, um sich bei den flexiblen Mitarbeitern, die aus früher drei Standorten in die Gropiusstraße umziehen mussten, zu bedanken: „Wir haben Ihnen viel abverlangt, und Sie sind bereits zu einem echten Team zusammengewachsen.“ Eine Anerkennung, in die auch die anderen Gäste einstimmten, die an diesem Vormittag ein Grußwort sprachen: Neben Burkhard Guntau, dem Präsidenten des Landeskirchenamtes Hannover, unter anderem auch Erich Schaper, Bürgermeister von Bad Salzdetfurth, sowie Ekkehard Palandt, Bürgermeister der Stadt Hildesheim, der den für ihn entscheidenden Satz hervorhob: „Nur Einigkeit macht stark.“
Schließlich sind die aus Gründen knapper Finanzmittel vorgenommenen Zusammenlegungen, die die Entwicklung der kirchlichen Landschaft der letzten Jahre so stark prägen und am 1. Januar 2011 zum Zusammenschluss der Kirchenkreise Hildesheimer Land und Alfeld führen werden, nicht immer leicht zu vermitteln, wie Superintendent Castel anmerkte. „Mancher mag Bedenken haben, wenn in den Gemeinden Gebäude abgegeben und geschlossen werden müssen, und wir hier einen modernen Bau hinsetzen. Aber allein die Einsparungen durch die gemeinsame Verwaltung haben die Kosten schon aufgefangen und ermöglichen es uns, uns auf unsere Kernaufgaben zu konzentrieren.“ Letzteres sei ihm besonders wichtig: „Wir verfügen jetzt über ein modernes, transparentes, leistungsstarkes Verwaltungszentrum – aber erfolgreich planen und rechnen allein genügt eben nicht. Hier werden auch optimale Verbreitungswege für das Evangelium ermöglicht, und auch dafür können wir dankbar sein.“