Polizei klärt bandenmäßige Buntmetalldiebstähle auf

Europaweit agierende Tätergruppe schlug auch in Hildesheimer Freibad zu / 16 Haftbefehle erlassen

Der zentralen Kriminalinspektion Göttingen ist ein erfolgreicher Schlag gegen eine bandenmäßig organisierte Tätergruppe mit Bosnien-Herzegowinischen Wurzeln gelungen, die europaweit gewerbsmäßige Einbrüche begeht.

Auf die Spur kamen die Ermittler einem Teil der Bande, als am 7. August in einem Hildesheimer Freibad zwei Tresore mit etwa 8.000 Euro, überwiegend Münzgeld, aus einem Kassenhäuschen entwendet wurden.
Zunächst gab es keine Hinweise auf den oder die Täter. Am nächsten Tag wurden in Göttingen jedoch Zeugen nach einem lauten „Scheppern“ auf einen Peugeot aufmerksam und fanden nach dessen Entfernen zwei Tresore auf. Die Polizei erkannte dann sehr schnell einen Tatzusammenhang zu dem Einbruch in Hildesheim.
Im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle des Peugeots und der fünf Insassen in Zeven wurden im Wagen etwa 2.000 Euro Münzgeld aufgefunden. Die Insassen besaßen alle Duldungen aus verschiedenen niedersächsischen Landkreisen. Die zunächst wieder auf freien Fuß gesetzten Personen gerieten nun ins Visier der Ermittler der Zentralen Kriminalinspektion Göttingen. Schnell erhärtete sich der Verdacht, dass sie Teil einer bosnisch-herzegowinischen Tätergruppe sind, gegen die bereits seit Oktober 2014 wegen gewerbsmäßigen Bandendiebstahls von Buntmetallen und Sattelzugmaschinen/-aufliegern ermittelt wurde.
20 Beschuldigte stehen nach Abschluss der Ermittlungen im Verdacht, Buntmetall im Tonnenbereich in den Bundesländern Niedersachsen, Thüringen und Hessen entwendet zu haben. Zum Abtransport entwendeten sie dann immer wieder gestohlene Sattelzüge. Weitere Straftaten wie Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, bandenmäßige Ladendiebstähle, Trickdiebstähle, Diebstähle von Kfz, Tankbetrügereien und Einbrüche in Geschäftsräume konnten ebenfalls aufgeklärt werden. Auch in Frankreich, Benelux, Italien und Spanien ist die Gruppierung strafrechtlich in Erscheinung getreten.
Im Ergebnis stehen acht Personen dieser Tätergruppe unter dringendem Tatverdacht, an dem Einbruch ins Hildesheimer Freibad beteiligt gewesen zu sein. Die Bandenmitglieder sind hierbei hoch professionell, organisiert und konspirativ vorgegangen. Durch einen Teil des erbeuteten Geldes wurde augenscheinlich ein inhaftiertes Mitglied der Bande aus der JVA „ausgelöst“ (1.200 Euro Geldstrafe oder Ersatzfreiheitsstrafe). Nach Abschluss der Ermittlungen wurden 16 Haftbefehle gegen zwölf Beschuldigte erlassen.