Schulmuseum eröffnet

Geschichte, die „nicht im Schulbuch steht“

Das Schulmuseum der Universität Hildesheim eröffnet am Freitag, 12. Oktober, um 16 Uhr in der Domäne Marienburg den zweiten Teil der Ausstellungsreihe „Was nicht im Schulbuch steht“, der sich nunmehr auf das Beispiel Zweiter Weltkrieg bezieht. Das Ausstellungsthema wird von zwei Seiten angegangen.
Dr. Otto May hat anhand von Bildpostkarten und Feldostbriefen, die von Soldaten und Offizieren des Hildesheimer 71. Regiments in die Heimat geschickt wurden, die Schlachtfelder und Eroberungszüge in Frankreich und vor allem Russland nachverfolgt.

Feldpostbriefe und Schulchroniken

In Russland dabei bis zum bitteren Ende im Kampf um Stalingrad, an dem das Hildesheimer Regiment beteiligt war. Die großen Verluste führten schließlich zur Auflösung des Regiments. Ein ausgestellter Brief gibt bewegendes Zeugnis von dem, was sich im Kessel von Stalingrad an Weihnachten 1942 abgespielt hat.
Eine andere Sichtweise des Zweiten Weltkrieges, die „nicht im Schulbuch steht“, bieten die Schulchroniken. Aus ihnen hat Dr. Malte Ewert solche Textfolgen ausgesucht, die das alltägliche Leiden am Krieg in der Heimat beschreiben, im Dorfleben und in der Schule, in der Unterrichtsausfall zum Beispiel wegen den verschiedensten Sammelaktionen und nicht zuletzt wegen Bomber- und Tieffliegerangriffen zur Regel wurde. Beide Sichtweisen zeigen „Geschichte von unten“, die „nicht im Schulbuch steht“.
Der Museumsbesucher kann vor Ort zwei Kommentarbände mit Bildern und Originaltexten zu dieser Ausstellung preisgünstig erwerben.

Öffnungszeiten: dienstags von 9 bis 12 Uhr und mittwochs von 15 bis 18 Uhr. Gruppen nach Anmeldung an der Universität im Institut für Erziehungswissenschaft unter der Telfonnummer (05121) 883430. Für Schulklassen besteht dabei die Möglichkeit, unterrichtliche Zeitreisen im historischen Schulzimmer aus der Zeit um 1900 zu erleben.