Stabwechsel in Kreisverwaltung – Hans-Heinrich Scholz verabschiedet

„33 Jahre hast du beim Landkreis gedient, was man dir aber rein äußerlich nicht ansieht“, so Landrat Reiner Wegner (rechts) an die Adresse von Hans-Heinrich Scholz, um dann anschließend noch schmunzelnd hinzuzufügen, dass man mit einem Bild von Scholz durchaus Werbung für die Arbeitsbedingungen beim Landkreis betreiben könne.

65-Jähriger Jurist war seit 1998 als Erster Kreisrat tätig / Olaf Levonen übernimmt Nachfolge

Hildesheim (bo). Stabwechsel in der Führung des Landkreises Hildesheim: Hans-Heinrich Scholz (65), bis zum 31. Mai dieses Jahres Erster Kreisrat (EKR) und damit allgemeiner Vertreter des Landrates, wurde jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Bereits einen Tag später wurde Olaf Levonen zu seinem Nachfolger ernannt. Damit wurde vollzogen, was der Kreistag bereits im letzten Jahr beschlossen hatte.
Im Rahmen des Kreisausschusses unter Beteiligung der Verwaltungsführung, des Personalrates sowie der Leitung der Lungenklinik Diekholzen und des RVHi erfolgte die Verabschiedung des alten Kreisrates in einer Feierstunde. Hans Scholz, wie ihn Freunde nannten, hatte dem Landkreis seit Februar 1979 in unterschiedlichen Leitungsfunktionen gedient. Lange Jahre war er Dezernent der Bauverwaltung und Leiter des Rechtsamtes. 1998 wurde er vom Kreistag zum Ersten Kreisrat gewählt. Im Dezember 2006 erfolgte die erneute Bestätigung. Wesentlichen Anteil hatte der Jurist im Bereich der Infrastruktur des Landkreises (Nahverkehrsplanung, ÖPNV) und im Bereich der Krankenhausentwicklung, überwiegend Themenbereiche, die immer wieder im kritischen Fokus von Politik und Öffentlichkeit standen. Mit der ihm eigenen Art hatte Scholz es immer wieder verstanden, auch bei heiklen Themen durch eine kluge und in geschliffene Worte gekleidete Argumentation politische Kontroversen zu verhindern. Im Interesse der Bevölkerung sei dies eine Amtsführung gewesen, bei der es weniger um Beifall als um eine verantwortbare Ausgestaltung der Daseinsvorsorge gegangen sei, heißt in einer Pressemitteilung.
Scholz ließ es sich dann nicht nehmen, in seiner letzten Rede im Kreisauschuss noch einmal drei zentrale Themenkreise anzusprechen. Dabei ging es um die aus seiner Sicht verfahrensrechtlich schwierigen staatlichen Rahmenbedingungen in ausländerrechtlichen Verfahren, die zu kuriosen Entwicklungen geführt hätten. Außerdem nahm er sich die Entwicklung auf dem Krankenhaussektor vor. Hier deute sich eine weitere Privatisierung und Zentralisierung an, die mit seinem Verständnis von Daseinsvorsorge nur schwer in Übereinstimmung zu bringen seien. Letzter Punkt seines Vortrages: die notwendigen Sturkurveränderungen im Südkreis, die er ja selbst noch mit seinem „Scholz-Papier“ für eine zukunftsorientierte kommunale Entwicklung mit eingeleitet hatte.
Landrat Reiner Wegner dankte Scholz in Anwesenheit von dessen Ehefrau für seinen Einsatz in der Kreisverwaltung. Er sei nie „nur“ als Dienstleister aufgetreten, sondern habe immer auch „ein Auge auf die Verwaltung gehabt, wenn es um Recht und Ordnung“ gegangen sei, so der Landrat. Als Kenner der Verwaltung sei er auch behilflich gewesen, als es für ihn darum gegangen sei, als neuer Landrat „dicke Bretter zu bohren“. Trotz der mannigfachen Herausforderungen in Zeiten knapper Finanzen habe er stets besondere Verantwortung übernommen. Als Beispiel nannte Wegner hier unter anderem die Neugestaltung des Job Centers für die Gewährung des Arbeitslosengeldes II, die viel Kraft gekostet habe.
Bereits am Folgetag hat der neue Erste Kreisrat Olaf Levonen (46) seine Tätigkeit aufgenommen. Levonen war zuletzt als persönlicher Referent des Landrates sowie für Grundsatzfragen / Zentrale Steuerung / Europa zuständig. Zuvor war er sechs Jahre Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion.