Was passiert mit den Harzwasserwerken?

Die Granetalsperre gehört zu den sechs Talsperren, aus denen die Harzwasserwerke ihr Trinkwasser beziehen.

Sieben der elf Gesellschafter planen offenbar den Verkauf ihrer Anteile

Rund 85 Millionen Qubikmeter Trinkwasser liefern die Harzwasserwerke jedes Jahr. Rund ein Drittel der Bevölkerung Niedersachsen wird so mit Wasser aus den sechs Harzer Talsperren versorgt. 1996 wurden sie privatisiert. Elf Gesellschafter halten seitdem Anteile, der Sitz ist in Hildesheim.

Sieben der elf Gesellschafter wollen nun scheinbar ihre Beteiligungen verkaufen. Sie halten zusammen rund zwei Drittel der Anteile. Völlig überrascht von dem Vorstoß wurden offenbar die Stadtwerke Hildesheim, Göttingen und Wolfsburg sowie die Kommunale Wasserversorgung Syke, bei der auch mehrere Kommunen aus dem Landkreis Hildesheim beteiligt sind.
Normalerweise müssten die Gesellschafter zunächst ihren Partnern die Anteile anbieten. Doch den Vertrag, der dieses regelt, haben die sieben Verkaufswilligen zeitgleich gekündigt. Nun kann also jeder zuschlagen, Hedgefonds eingeschlossen. Das Trinkwasser, mit dem die Harzwasserwerke 95 Prozent ihres Umsatzes erzielen, könnte somit zum Spekulationsobjekt werden.
Ob es soweit kommt, ist allerdings noch ungewiss. Erst nach Ablauf eines Jahres kann ein Verkauf tatsächlich durchgezogen werden. Das Land Niedersachsen als Alteigentümer hat zudem ein Mitspracherecht. Zunächst werden jedoch auch die Gesellschafter noch miteinander sprechen. Denn noch ist der Verkauf keine beschlossene Sache.

Gesellschafter der Harzwasserwerke
HKW Syke (25,1 Prozent)
Avacon Helmstedt (13,51)
swb Bremen (10,1)
Braunschweiger Versorgungs-AG (10,1)
EWE Vertrieb Oldenburg (7,29)
Purena Wolfenbüttel (7,29)
Hamburger Wasserwerke (7,29)
Stadtwerke Hannover (7)
Stadtwerke Göttingen (6)
Stadtwerke Hildesheim (3,67)
Stadtwerke Wolfsburg (2,65)