Hildesheimer gewinnen 30. Jung-Schiedsrichterturnier
Auswahl des Bezirks Hannover in Frauen-Konkurrenz weit vorn/ Gedächtnispokal für Hildesheim
Nienburg an der Weser war am Samstag Austragungsort des 30. Niedersächsischen Jung-Schiedsrichter-Turniers. Sieger der Jubiläumsveranstaltung wurden die Nachwuchs-Unparteiischen des NFV-Kreises Hildesheim. Die Auswahl des Bezirks Hannover gewann die Frauen-Konkurrenz.
Rund 500 Spieler traten in fünf Nienburger Hallen in 48 Mannschaften beim Vergleich der Jung-Schiedsrichter an. Hinzu kamen die Nachbarsporthallen in Drakenburg und Marklohe. Die Unparteiischen bewiesen, dass sie fair Fußball spielen können. Dennoch erwischte es drei Akteure ohne Fremdeinwirkung so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Für Nienburgs Schiedsrichterlehrwartin Liane Lindenberg war es besonders ärgerlich. Einen Tag vor ihrem wohl verdienten Türkei-Urlaub brach sie sich das Bein.
Bei den Frauen gelang dem Bezirk Braunschweig die Titelverteidigung nicht. Trotz einer blendend aufgelegten Riem Hussein unterlagen die Mädels dem Bezirk Hannover mit 1:0. Als beste Spielerin wurde Riem Hussein (TSG Bad Harzburg) ausgezeichnet. Bei den Torhüterinnen holte sich Britta Schnütgen (MTV Hondelage) den Titel. Mit zehn Treffern wurde Tugba Kanli (TV Jahn Delmenhorst) Torschützenkönigin.
Gastgeber Nienburg fiel bei den Herren in der Vorrunde positiv auf. Das Team um Torwart Robin Oppermann kassierte erst im Halbfinale seinen ersten Gegentreffer. Bei den Spielen von Uelzen und Oldenburg-Land freute sich das Zuschauerherz. Jeweils sagenhafte 18 „Buden“ erzielten die beiden Teams.
Um Zeit einzusparen, wurde auf das Spiel um Platz drei verzichtet. Die Mannschaften aus Nienburg und dem Emsland traten im Siebenmeterschießen gegeneinander an. Allerdings ging der Schuss nach hinten los. Selbst die Einbeziehung der Betreuer als Schützen brachte keine Entscheidung. Nach achteinhalb Minuten stand das Emsland als Sieger fest. Ein Spiel hätte neun Minuten gedauert.
In einem packenden Finale setzten sich schließlich die Jungs aus Hildesheim mit 1:0 gegen Uelzen durch. Volkan Ötztürk (Hildesheim) holte sich den Titel „Bester Spieler“. Bei den Torhütern wurde Robin Oppermann (Nienburg) ausgezeichnet. Torschützenkönig wurde Thomas Suchan (Uelzen) mit zwei Treffern in der Zwischenrunde.
Wie in jedem Jahr wurde auch der Hans-Jürgen-Kasper-Gedächtnispokal übergeben. In Empfang nehmen durfte ihn Nienburgs Torhüter Robin Oppermann, stellvertretend für sein Team. Die Nienburger waren sehr unglücklich ausgeschieden und hatten sich sehr viel Mühe in Ausrichtung und Organisation des Turniers gegeben.
Am Ende waren sich alle einig: „Das 30. Jung-Schiedsrichter-Turnier war wieder einmal ein tolles Ereignis“. Die Neuauflage findet 2013 in Lüneburg statt.
Das neun Personen umfassende Organisationsteam um Dirk Bruns, dem Nienburger Kreisschiedsrichterobmann, hatte im Vorfeld des Turniers eine Mammutaufgabe zu bewältigen. „Mein Dank gilt allen Helfern, wir waren ein klasse Team“, lobte Bruns seine Helfer. Die akkurate Planung hatte bereits vor eineinhalb Jahren begonnen.
Nienburgs Schulsportreferent und Schriftführer Elmar Fehsenfeld hatte bereits während der Eröffnungsveranstaltung am Dreikönigstag mit sicherer und humorvoller Moderation geglänzt. Interessant waren seine Interpretationen, welche Berufsgruppen sich im Referee vereinen: Chemiker, Zoologe, Musiker, Kartenspieler und Landwirt. „Der Schiedsrichter muss Mensch bleiben und auch Fehler machen dürfen.“
Während der Eröffnungsveranstaltung wurde Lothar Thrams vom SV Osterbinde aus dem NFV-Kreis Diepholz nachträglich durch den Verbandsschiedsrichterausschuss als Verbandssieger der Aktion „Danke Schiri“ ausgezeichnet. Im Anschluss zeichnete der NFV-Kreis Nienburg seinen Ehrenamtspreisträger Karim Iraki (ASC Nienburg) aus. Iraki ist einer von neun Niedersachsen, die in den Club 100 aufgenommen wurden.