31. Gemeinschaftsübung

Die Seesener Feuerwehr mit der DL23-12 (Drehleiter) in luftiger Höhe in Aktion. (Foto: Sippel)
 
Die Atemschutzgeräteträger im Einsatz bei der Suche nach vermissten Personen. (Foto: Sippel)

Fünf Feuerwehren proben in lldehausen den Ernstfall / Kameradschaftspflege und Training verbunden

Zum 31. Mal in 32 Jahren gab es jetzt die Gemeinschaftsübung der Brandschützer; diesmal in Ildehausen auf dem Grundstück von Anke und Udo Müller.

Angenommen wurde, dass bei Schweißarbeiten in der Straße „Zum Papenbusch 28“ in Ildehausen aus ungeklärten Gründen ein Feuer ausgebrochen war. Zwei Nachbarn werden vermisst. Der Hauseigentümer bemerkte den Brand und alarmierte über die Notrufnummer 112 die Feuerwehr.
Kurze Zeit später traf die Ildehäuser Feuerwehr am Einsatzort ein, suchte unter Einsatz von schwerem Atemschutz die vermissten Personen und begann mit der Brandbekämpfung aus dem Wassertank ihres TSF-W. Kurze Zeit später trafen auch die alarmierten Feuerwehren aus den Nachbarorten Herrhausen, Kirchberg, Münchehof und Seesen ein. Kirchberg übernahm die Straßensicherung, baute eine Wasserförderung vom Trockensaugschacht in der Straße „Zum Papenbusch/ Ecke Bäckerberg“ auf und übergab das geförderte Löschwasser an die Ildehäuser Feuerwehr. Die Feuerwehr Herrhausen übernahm ebenfalls die Straßensicherung, baute eine Wasserförderstrecke vom Unterflurhydranten „Zum Papenbusch/Ecke Mühlenkamp“ auf und übergab das geförderte Wasser an die Ortsfeuerwehr Münchehof, welche die zwischenzeitliche Drehleiter aus Seesen versorgte. Die Münchehöfer Aktiven rüsteten sich auch mit schwerem Atemschutz und beteiligten sich an der Suche nach den vermissten Personen. Die Geretteten wurden dem DRK zur weiteren Versorgung übergeben.
Diese Übung ermöglichte wichtige Erfahrungen über das Zusammenspiel von jüngeren und älteren Brandschützern sowie Erkenntnisse über die Löschwasserversorgung in Ildehausen. Die Kooperation aller Kräfte klappte reibungslos. Insgesamt waren 63 Feuerwehrmitglieder und zwei Mitglieder des DRK im Einsatz.
Im Anschluss traf man sich zur „Manöverkritik“ und zum gemütlichen Beisammensein im Dorfgemeinschaftshaus. Ortsbrandmeister Andre Baumert begrüßte besonders von der Stadt Seesen den Fachbereichsleiter Uwe Zimmermann, den 2. stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Seesen und Vorsitzenden des Feuerschutzausschusses, Norbert Stephan, die Münchehöfer Ortsbürgermeisterin Dorothea Uthe-Meier, die Ortsbürgermeister Walter Schröder (Herrhausen), Roland Meyer (Kirchberg) sowie aus Ildehausen Ralf Kleinfeld. Außerdem alle teilnehmenden Feuerwehraktiven der gemischten Gruppen aus Seesen, Münchehof, Herrhausen, Kirchberg und Ildehausen, die anwesenden Ortsbrandmeister und Mitglieder aus den Altersabteilungen sowie die Mitglieder vom Deutschen Roten Kreuz, den Stadtsicherheitsbeauftragten Torsten Warnecke und Ehrenstadtbrandmeister Manfred Struck.
Andre Baumert hob das gute Zusammenspiel hervor und dankte besonders Anke und Udo Müller für die Bereitstellung des Grundstücks. Ehrenstadtbrandmeister Manfred Struck begrüßte besonders den ehemaligen Leiter des Polizeikommissariats Seesen Karlotto Ehbrecht, mit dem viele Aktivitäten gemeinsam zum Wohle der Bevölkerung erledigt wurden (Sehusa-Feste, Niedersachsenrundfahrt). Auch mit dem ehemaligen stellvertretenden Bezirksbrandmeister Ottmar Niemann wird heute noch ein enges Miteinander gepflegt.
Manfred Struck berichtete, dass der frühere Löschbezirk des Unterkreises 5 mit der Gebietsreform 1974 endete und mit ihm auch ein Stück Feuerwehrgeschichte. Diesem Bezirk gehörten die Freiwilligen Feuerwehren aus Seesen, Badenhausen, Gittelde, Herrhausen, Ildehausen, Kirchberg, Münchehof, Teichhütte und Windhausen an. 1984 schlug der damalige Ortsbrandmeister Walter Reichardt aus Herrhausen vor, diesen Löschbezirk im Stadtgebiet aufrecht zu erhalten – nicht offiziell, aber um die Kameradschaft zu fördern, wollte man sich jährlich einmal treffen. Eine Übung im Wechsel der fünf verbliebenen Ortsfeuerwehren Seesen, Herrhausen, Ildehausen, Kirchberg und Münchehof fand damit zum 31. Mal statt.
In Chroniken zu Feuerwehrfesten speziell zum 75-jährigen Bestehen der Ortsfeuerwehr Herrhausen und in einem Fotoalbum von Brandmeister Heinrich Hennies ist Folgendes festgehalten: Unterkreisbrandmeister im Amtsbereich Seesen, dem späteren Unterbezirk 5, ist Hermann Himstedt aus Herrhausen von 1946 bis zum Ruhestand 1963, Hubert Jeglinsky folgte von 1964 bis zur Gebietsreform 1974 und immer wieder taucht der Name Helmut Hähndel auf (Zugführer der Kreisfeuerwehrbereitschaft). Ein Dank ging an die Ausrichter in Ildehausen, an Ortsbrandmeister Andre Baumert und seine Mitstreiter und an Manfred Sydekum von der Ortsfeuerwehr Herrhausen für die aussagekräftige Power-Point-Präsentation. Noch lange dauerte der gemütliche Teil des Abends mit Essen, Getränken und zahlreichen Gesprächen an.