„Für 8,50 Euro keine qualifizierten Fahrer“

Speditionschef Udo Braunschweig informierte die Fraktionsmitglieder vor Ort und beantwortete Fragen. (Foto: Sippel)

CDU/FDP-Fraktion besucht Firma Braunschweig / Keine regionalen Betriebe beim Ausbau der Autobahn berücksichtigt

Die CDU/FDP-Fraktion der Stadt Seesen hat kürzlich die Spedition Udo Braunschweig besucht. Rudolf Götz betonte bei seiner Begrüßung, dass es für die Dorfentwicklung wichtig sei, einen Betrieb zu haben, der auf soliden Füßen steht.

Udo Braunschweig ist mit 35 festangestellten Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Ildehausen. Zusätzlich sind 18 Beschäftigte ständig zwischen Alfeld und Bad Hersfeld mit Betonmischern unterwegs.
Der Betrieb verfügt über 28 Lkw, fünf Kettenbagger, zwei Planierraupen, einen Grader (Maschine für großflächige Bearbeitung), einen Tieflader und die 18 Betonmischer. In den Sommermonaten verbrauchen die Maschinen über 20.000 Liter Diesel, die in einem großen Tank lagern.
Während der Ausführungen von Udo Braunschweig wurde allen Beteiligten klar, dass hier finanzielle Sicherheit und eine gute Zahlungsmoral der Auftraggeber eine gute Basis für den Bestand des Betriebes sind. Auch Berufskraftfahrer werden hier ausgebildet. Sie erlernen entsprechende Module, die einen Grundstein zur weiteren Qualifikation darstellen.
Auf die Frage von Fraktionsmitgliedern, wie es mit dem Mindestlohn aussähe, erwiderte Braunschweig: „Für 8,50 Euro bekomme ich keine qualifizierten und verlässlichen Fahrer!“ Beim Privatausbau der Autobahn sollten regionale Unternehmen besonders berücksichtigt werden. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen, da die Ausschreibungsmodalitäten einige Fakten offen gelassen hatten, und so bekamen andere Unternehmen die Aufträge.
Braunschweig berichtete, dass im Speditionsgewerbe ein zunehmender Konkurrenzkampf bestehe, weil immer mehr Betriebe Fahrer aus Osteuropa anwerben. Auch die Sicherheit kam zur Sprache. So hat jeder Fahrer eine Fahrerkarte, die mit einem digitalen Gerät verbunden ist. So können nachträglich Lenkzeiten, Geschwindigkeit und andere Daten abgelesen werden. Fasziniert von den Eindrücken kam auch die Historie der Firma nicht zu kurz: Der Betrieb besteht seit 55 Jahren. Senior Heinz Braunschweig hatte den Betrieb damals mit einem Lkw gegründet. Er war auch beim Bau der Autobahn beteiligt. Udo Braunschweig übernahm den Betrieb nach dem frühen Tod des Vaters und machte daraus ein gut funktionierendes mittelständisches Unternehmen. Auf dem jetzigen Areal steht ein Verwaltungs- und Hallengebäude. Eine Erweiterung und Bebauung ist geplant. Mit Dank für so viel Information verabschiedeten sich die Fraktionsmitglieder und trafen sich zur geplanten Sitzung im „Bergstübchen“. Hier sprach Ortsratsmitglied Norbert Niedrich den weiteren Ausbau der L 526 an. Es kam ebenfalls die Verlegung der B 248 zur Sprache. Die Beteiligten fordern, dass diese Vorhaben noch vor dem Bau der Autobahn geschehen müssen.