SG Ildehausen/Kirchberg verteilt Geschenke

Nordharzliga: Beim 2:4 in Steinlah zahlreiche Chancen liegengelassen und dem Gegner die Tore geschenkt

Die 2:4 (1:2)-Niederlage der SG Ildehausen/Kirchberg am letzten Sonntag beim Vorletzten der Nordharzliga, der SG Steinlah/Haverlah, war unnötiger als ein Kropf. Obwohl man nicht die guten Leistungen der letzten Spiele abrufen konnte, obwohl der Deckungsverband erstmals wieder löchrig wie ein Schweizer Käse war, und obwohl man bereits nach vier Minuten mit 0:2 Toren im Rückstand lag: gegen so einen Gegner muss man einfach gewinnen. Doch wer wieder einmal so viele Topchancen vergibt, die eigentlich für drei Spiele reichen, muss sich nicht wundern, wenn er am Ende leer ausgeht. So war es letztlich nicht einmal verwunderlich, dass die Treffer durch Abwehrspieler fielen.
„Wir spielten zudem noch gegen den Schiedsrichter. Die teils brutalen Einsteiger der Gastgeber ließ er durchgehen und verweigerte uns zwei Elfmeter. Das vierte Tor der Gastgeber kurz vor Schluss fiel zudem aus einer klaren Abseitsstellung heraus“, berichtete Pressesprecher Jürgen Püllmann, „seine jungen Assistenten konnten ihm leider auch nicht helfen, sie waren bei ihrem Debüt etwas überfordert.“
Ein bißchen Fußball wurde auch gespielt, wobei die Gastgeber durch Abwehrgeschenke schnell mit 2:0 in Führung gingen. Schon in der 2. Minute war niemand für Christopher Brunokowski zuständig, der nach einer Flanke seelenruhig einköpfen konnte. Auch beim 2:0 für die Gastgeber in der 4. Minute, wieder war es Brunokowski, der nach mehreren Stellungsfehlern einschießen konnte. Der überhaupt erste Angriff des Gastes hätte gleich zum Foulelfmeter führen müssen. Andre Krzyminski wurde im Strafraum regelrecht umgeschubst, die Pfeife des Unparteiischen bliebt allerdings stumm.
Trotzdem blieben die Gastgeber weiter am Drücker. Zwar nicht schön, aber immer gefährlich und begünstigt durch Fehler der Gästeabwehr. In der 20. Minute führte der zweite ernsthafte Angriff der SG dann zum Anschlußtreffer durch Marcel Falk, nach glänzender Vorarbeit von Ali Badawi. Doch danach waren es wieder die Gastgeber, die dieser insgesamt schwachen Partie, den Stempel aufdrückten.
Ganz anders verlief die zweite Halbzeit. Die Gäste wollten den Ausgleich, drängten jetzt auch mehr darauf. Allerdings musste man bei den meist unkontrollierten Gegenangriffen der Gastgeber, die aber weiterhin oft unterstützt wurden von eklatanten Fehlern der SG, aufpassen, nicht noch weiter in Rückstand zu geraten.
Doch die besseren Chancen hatte die Gastmannschaft. Bevor Dirk Katterbach mit einem abgefälschten 30-Meter-Freistoß in der 65. Minute das 2:2 erzielte, hätte die SG schon locker führen müssen. Doch mehr als ein Lattenschuss gelang nicht. Die Angriffslawine der SG Ildehausen/Kirchberg rollte, alles wartete auf die Führung und weiterer Treffer für die Gästemannschaft, die Heimelf war platt. Doch wer bei dieser Partie anwesend war, mochte irgendwann schon nicht mehr hinsehen. Immer wieder wurden auch die glasklarsten Chancen, oft im direkten Duell Stürmer gegen Torwart, vergeben.
Die SG Ildehausen/Kirchberg entblößte in den letzten Minuten dann die Abwehr, um doch noch den Sieg einzufahren. Anstatt erst einmal das Unentschieden zu halten, lief man in den Konter der Heimmannschaft. Wenn man dann fünf Minuten vor Schluß auch noch solche eklatanten Schwächen im Abwehrverhalten zeigt, kann auch Torwart Christopher Anschütz nichts mehr richten. Tatsächlich wie Anfänger wurde die Gästeabwehr beim 3:2 für die Gastgeber in der 85. Minute ausgespielt. Die Gäste gaben nicht auf, verloren aber wieder viel zu einfach den Ball im Mittelfeld. Die Platzherren liefen mit einer 3:1-Überzahl auf das SG-Tor zu. „Der Torschütze stand dann allerdings deutlich im Abseits“, beschwerte sich Jürgen Püllmann.
In den verbleibenen Restminuten hatte man zwar ebenfalls noch eine Riesenmöglichkeit zum Anschlußtreffer, doch wer vorher, trotz schwachen Spieles, den Erfolg mangels Chancenausnutzung auslässt, muss sich nicht wundern am Ende mit leeren Händen dazustehen.

SG Ildehausen/Kirchberg: Christopher Anschütz, Jihad Badawi, Dirk Katterbach, Moritz Renneberg, Dennis Küffner, Henrik Just, Florian Berger (58. Felix Kappei), Andre Krzyminski, Felix Klingebiel, Ali Badawi und Marcel Falk (46. Roland Meyer).