Afrikanische Klänge in der Kirche St. Martin

Mit Sangesfreude und selten gehörten Klängen: die „Gospel Unity“ bot in Kirchberg für ein Konzerteignis der besonderen Art. (Foto: Wunderlich)

Bockenemer „Gospel Unity“ bietet in Kirchberg begeisterndes Konzert – „Gänsehaut“ inklusive

Kirchberg (ew). Seit nunmehr zwölf Jahren treffen sich die rund 50 Frauen und Männer der Bockenemer „Gospel Unity“, um unter der Leitung von Ulrike Bourehil gemeinsam für ihre Konzerte zu proben – wie für das am vergangenen Wochenende in der Kirchberger Kirche St. Martin.
Im vergangenen Jahr war die „Gospel Unity“ Trägerchor eines neuen Projektchores „Gospel Spirit – Join Hands“, zusammengesetzt aus Mitgliedern von elf verschiedenen Gospelchören mit insgesamt etwa 75 Sängerinnen und Sängern. Ein Großteil von ihnen nahm an einer zweiwöchigen Begegnungs- und Konzertreise in Südafrika teil. Die vielen Konzerte vor und nach der Reise sowie die gesammelten Eindrücke während des Besuches in Afrika, prägen die Chorarbeit und das Repertoire des Gospelchores. Kein Wunder also, dass sich die zahlreichen Gäste im Kirchberger Gotteshaus über ganz besondere Klänge freuen durften. Jedes einzelne der vorgetragenen Lieder im Verlauf des eineinhalbstündigen Konzertes erzählte eine eigene Geschichte und beinhaltete eine Botschaft an die Zuhörer. Eben jene Botschaft wurde dem Publikum vor jedem einzelnen Stück erläutert.
Nachdem die Sängerinnen und Sänger mit Kerzen in die Kirche eingezogen waren, fand die Veranstaltung mit dem Lied „Walk in the Light“ gleich einen Auftakt nach Maß. Anschließend begrüßte Ulrike Bourehil die Gäste und freute sich über den herzlichen Empfang. Selbstverständlich war für das Publikum nicht nur Zuhören und Stillsitzen angesagt. Vielmehr wurde es von der Chorleiterin beispielsweise bei dem Lied „Deep down“ zum Mitsingen und Mittanzen aufgefordert.
Ein Eindruck, den die Chormitglieder von der Südfrika-Reise mitbrachten, ist der, dass HIV bis heute noch ein Tabu­thema für die Menschen in Afrika darstellt. Wer sich hier dazu bekennt, mit dem AIDS-Virus infiziert zu sein, wird so stark geächtet, dass auch der letzte Rest ihrer kleinen Lebensgrundlage genommen wird. Welches Lied konnte da besser den Lebensalltag der Afrikaner, den Lebensmut und die unglaubliche Motivation, die sie durch den Gottesglauben erhalten, widerspiegeln, als „Never give up“.
Auf einer Ausflugsreise in Afrika stoppten die Chormitglieder an einem Berg. Als sie von dort über das Tal blickten, erinnerten sie sich an den Song „Let me fly“ und sangen diesen spontan vor Ort. Als genau dieses Lied in der Kirchberger Kirche vorgetragen wurde, dürften wohl die meisten Konzertbesucher eine „Gänsehaut“ bekommen haben.
Fazit: Mit einer tollen Ausstrahlung und voller Freude erfüllten die Sänger und Sängerinnen mit ihrem stimmungsvollen Gesang und teils weniger bekannten Klängen die Kirche und sorgten für ein ein wunderbares Konzertereignis.