Es gibt ein Leben vor dem Tod

Bis tief in die Nacht wurde in Kirchberg das Blasenleiden-Jubiläum gefeiert.

Churchhills Blasenleiden brilliert in Kirchberg: Vom „Babysitterboogie“ bis „Mit 66 Jahren“

Ein paar Tage nach dem Ende der karnevalistischen Schunkelei lieferte „Churchhills Blasenleiden“ noch einen Nachschlag der besonderen Art. Unter dem Motto „Von der Wiege bis zur Bahre“ wurden Titel aus allen musikalischen Genres zu Gehör gebracht, also vom „Babysitter­boogie“ bis „Mit 66 Jahren“.

Zunächst jedoch gratulierte der Kirchberger Männerchor mit einem Ständchen der Band zum Jubiläum, denn mittlerweile lässt es CHB seit 25 Jahren krachen. Der Chor erzählte von einer angeblichen Reise an den Rhein. Wo man die Lorelei besucht hatte. Ein Dutzend Trinklieder, allesamt Ohrwürmer, brachten das Publikum früh in Stimmung, dafür sorgten auch der Moderator Markus Hölscher und Roland Meyer am Flügel.
Dann betraten die Akteure von CHB den Saal, jeweils vorgestellt von Gabor Wuttke. So erschien mit Schultüte und Ranzen Gösta Grabau. Reiner Junge mimte einen Punker und Bernd Böhm war erneut der Mann fürs Grobe und erinnerte an seine ungeliebte Rekrutenzeit. Eine glückliche Ehe demonstrierten Hartwig Henze und Roland Meyer und das Alter repräsentierte Petra Wagner als kleiner, verhutzelter Opa. Damit niemand vergisst, dass es keinen Jungbrunnen gibt, erschreckte Ralph Wagner als Gevatter Tod die Anwesenden. Beinahe hätte das erwähnte Ehepaar ihr süßes Baby vergessen. Unter dem Gejohle des Publikums karrten sie eine Wiege durch die Menge und entnahmen ihr das schreiende Kind, alias Rudi Wuttke, um es neu zu windeln.
Nach dieser theatralischen Vorstellung, enterte der Kirchberger „Achter mit Steuermann“ die Bühne und lieferte mit einem Dutzend Songs die musikalische Umsetzung des Themas. Schließlich stellte CHB die Frage, ob sich denn „Forever Young“ lohnen würde. Die Antwort blieb aus, aber bei der folgenden konzertanten Frühjahrsparty bis lange nach Mitternacht zeigte sich: es gibt ein Leben vor dem Tod. Die Band zog dazu alle Register ihres Könnens, hatte viele neue Titel im Programm und mit Geige und Keyboard (Roland Meyer) einen echten Zugewinn. Überraschungsgast war Lennart Wagner, der für „Let Her Go“ großen Applaus erntete.
CHB wurde auch diesmal von vielen Helfern unterstützt, ohne die eine solche „Massenveranstaltung“ nicht zu organisieren wäre. So konnte sogar unter erschwerten Bedingungen ( Sweety Glitter in Rhüden) auch der letzte Platz in der „Music-Hall“ besetzt werden. Vermutlich sorgte der kühle Gerstensaft dafür, dass mancher Besucher mit einem zusätzlichen ( aber harmlosen) Blasenleiden den Heimweg durch die Nacht antrat.