Frühling in Paris

Das Thema beim diesjährigen Frühjahrskonzert in der rappelvollen „Music-Hall“ in Kirchberg lautete „Frühling in Paris”.

„Blasenleiden“ zelebriert in Kirchberg diesmal die französische Lebensart

Wenn immer noch jemand glaubt, „Blasenleiden“ sei eine Dorfkapelle, die lediglich bunte Melodiensträuße bindet, dann hat er die neun Musiker noch nicht erlebt. Ihr Markenzeichen beim diesjährigen Frühjahrskonzert in der rappelvollen „Music-Hall“ in Kirchberg war wieder die musikalische und optische Gestaltung eines Themas; nicht zu anspruchsvoll und nicht zu flach.

Dem Besucher der diesmaligen Soirée wurde schon beim Betreten der Halle klar, was diesmal angesagt war. Unzählige Bilder und Gegenstände, vom gallischen Hahn, der siegreichen Marianne oder der französischen Bulldogge machten darauf aufmerksam. Verstärkt wurde der nötige Sinnenreiz durch ein reichhaltiges Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Nachbarland, angeboten von einer treuen Thekencrew.
Am Anfang stand zur Einstimmung wieder die Kostümparade. Sie war diesmal etwas länger, aber das musste bei einem Land mit so vielen Charakteristika auch sein. Alles, was der deutsche Normalbürger mit französischer Lebensart, Kunst und Geschichte assoziiert, war zu sehen.
Wie klischeehaft das sein kann, präsentierte in der Eingangsmoderation Ralph Wagner, gekleidet als „typischer Franzose¡ mit Baskenmütze und russischem Marinehemd. Er erklärte dem Publikum die Themenwahl, für die ein bevorstehender Besuch der französischen Metropole den Ausschlag gab.
Dann rief er zur passenden Musik seine Mitstreiter vor die Bühne, die sich hervorragend ausstaffiert hatten. Also erschienen der Sonnenkönig Ludwig (Roland Meyer), ein Musketier (Charlie Junge), Jeanne d'Arc (Lennart Wagner), Quasimodo (Gabor Wuttke), Coco Chanel (Petra Wagner), Asterix und Obelix (Julian Förster und Gösta Grabau) und schließlich gab Napoleon (Rudi Wuttke) den Befehl zum Sturm auf die Bühne.
„Frühling in Paris“ stand auf den Plakaten und so wurde denn auch Musik aus und über Frankreich leise und laut zu Gehör gebracht, vom Barock bis zur Gegenwart waren viele Stilrichtungen vertreten. Chansons, Dixie, Pop und Rock – alles handgemacht und eigenwillig ausgeführt. „Taxi nach Paris¡, „Milord“, „La marmotte“ und „Ca plane pour moi“ sind vier von 14 Titeln.
In gewohnter Weise, also kraftvoll und orchestral, nahmen nach einer Pause „alle Neune“ ihre Instrumente wieder in den Griff und machten bis in die späte Nacht bei „Rocking all over the world“ – getragen von der Gunst des Publikums – den letzten Winterschläfer munter.