Gemeinsam Deutsch lernen und in der Gemeinschaft leben

Spendenübergabe in Kirchberg. Frank Uhlenhaut von der HarzEnergie übergab einen symbolischen Scheck, über den sich die Flüchtlinge, Lehrerin Anika Folay und auch Ortsbürgermeister Roland Meyer freuten. Das Geld wird für Unterrichtsmaterialien und mehr Verwendung finden.

Kirchbergerin Anika Foley gibt Flüchtlingsfamilien ehrenamtlich Sprachunterricht / 500 Euro von der HarzEnergie

Seit knapp zwei Jahren leben drei Flüchtlingsfamilien aus Afghanistan und dem Iran in Kirchberg. Für die Kinder ist durch den Besuch der Grundschule in Münchehof, der Oberschule Seesen sowie den umliegenden Kindergärten schnell ein Platz in der Gesellschaft gefunden worden. Für sie bietet dieses Angebot die Möglichkeit Freunde zu finden und die deutsche Sprache zu erlernen. Die Erwachsenen jedoch haben lange um einen Platz in den Sprachkursen in Seesen und Goslar gekämpft. Die Wartelisten waren jedoch zum damaligen Zeitpunkt sehr lang, so treffen sich seit August 2016 sechs Erwachsene (drei Männer und drei Frauen) zweimal wöchentlich zu einem privat organisierten Deutschkurs im Wohnzimmer einer der Flüchtlingsfamilien. Das Ziel des Deutschkurses, der vom Anika Foley aus Kirchberg mit großem Engagement geleitet wird, ist nicht nur das Erlernen der deutschen Sprache, sondern die Integration der Familien in das Kirchberger Dorfleben. Dies findet sowohl im Sportverein als auch in der kirchlichen Gemeinschaft statt.
„Um diesen Familien jedoch die Chance auf ein selbstständig geführtes Leben in unserer Mitte bieten zu können, ist es für sie wichtig, Deutsch zu sprechen, verstehen, lesen und schreiben zu können”, weiß Anika Foley. Die Flüchtlinge aus Afghanistan kommen aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Kabul. In ihrem Heimatland sind sie nicht zur Schule gegangen und haben somit weder lesen noch schreiben gelernt.
Sie sind ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland geflohen und haben in einem Flüchtlingslager nur einen kurzen Einführungskurs in die deutsche Sprache bekommen, sodass sie zu Beginn des Projektes lediglich in der Lage waren, ihren Namen zu sagen.
Die Flüchtlinge aus dem Iran sind in Rasht, nahe des Kaspischen Meeres, zur Schule gegangen und haben bereits geringe Vorkenntnisse in der deutschen Sprache mitgebracht.
Für das Projekt gab es jetzt 500 Euro Unterstützung, die Frank Uhlenhaut von der HarzEnergie in der vergangenen Woche im Beisein der Flüchtlingsfamilien und des Ortsbürgermeisters Roland Meyer übergab. Nicht allein für Unterrichtsmaterialien soll das Geld verwendet werden, auch für Ausflüge in die Region oder ähnliches ist die finanzielle Zuwendung angedacht. Anika Foley, von Beruf Lehrerin in Northeim, selbst arbeitet zu 100 Prozent ehrenamtlich.