Pestkatastrophe in Geschichtsstunde thematisiert

„Stadtbüttel“ Rudi Wuttke. (Foto: Jung)

Kirchberger Arbeitskreis lässt bitten / Spuren der Vergangenheit sichtbar gemacht

Kirchberg (ag). Das Rad der Geschichte kann man auch in Kirchberg nicht zurückdrehen. Und das ist gut so, denn zumindest das 14. Jahrhundert mit seiner grauenhaften Pestkatastrophe, die ganz Europa heimsuchte, war keine freudvolle Zeit, in der man hätte leben wollen.
Davon wurden etwa 120 Zuhörer, zur Hälfte von auswärts, am 4. Geschichtsabend in der Mehrzweckhalle überzeugt. Der „Arbeitskreis Dorfgeschichte“ hatte erneut zu einer Geschichtsstunde der besonderen Art geladen. Wie schon in den vorangegangenen Veranstaltungen gelang es auch diesmal, Spuren der Vergangenheit sichtbar zu machen. Bei dem bedrückenden Thema „Der schwarze Tod – Die Pest“ war das kein leichtes Unterfangen, aber die Akteure des Arbeitskreises bedienten sich verschiedener Stilmittel und ständig wechselnder Moderatoren, um den Stoff interessant aufzubereiten.
Für die Einstimmung in die Zeit des Hochmittelalters sorgten die Musiker Karen Thöle und Rinaldo Eisel mit ihren alten Instrumenten. Auch Goethes „Totentanz“, gespielt von Reiner Nagel, gehörte zum Rahmenprogramm. Ein sich peitschender „Flagellant“ (Gabor Wuttke) mahnte seine verdorbenen Zeitgenossen zu Buße und Umkehr.
Der Stadtbüttel (Rudi Wuttke) verkündete die leider untauglichen Seuchenschutzmaßnahmen, und die kirchliche Autorität war durch den „Papst“ (Roland Meyer) vertreten. Über den Ursprung der Pandemie, ihre Ausbreitung, die Erscheinungsformen und die hilflosen Versuche der Heilung referierte Ralph Wagner. Seine Ausführungen zur Heimatgeschichte gerieten bei dem Riesenthema etwas kürzer, auch weil kaum schriftliche Überlieferungen vorhanden sind. Doch anhand des Wüstwerdens von 18 Dörfern zwischen Kirchberg und Rhüden, so führte er aus, könne man sich vorstellen, was sich auch hier in dieser schrecklichen Zeit zugetragen haben muss.
So trostlos die Vergangenheit auch war, der Blick in diesen „fernen Spiegel“ war es sicher nicht. Dafür sorgten auch ein ansprechendes Bühnenbild, der Einsatz moderner Medien, eine kleine Ausstellung und vor allem die hilfreiche Thekencrew mit ganz speziellen Köstlichkeiten.