Baugebiet „Knickweg“ bekommt grünes Licht

Viele offene Fragen und Kritik von rund 50 erschienenen Mitbürgern beim Ortsrat Königsdahlum.

Königsdahlumer Ortsrat stimmt nach kontroverser Diskussion für die weitere Nutzung des Gebietes

Das war schon ungewöhnlich. Knapp 50 Königsdahlumer Bürgerinnen und Bürger bei der letzten Ortsratssitzung; zusätzlich Bürgermeister Martin Bartölke, Bauamtsleiter Bernd Arndt, Abteilungsleiter Holger Pieper, Bauausschussvorsitzender Dr. Gerhard Bartels und der Stellvertreter Jörg Philipps. Der Anlass: die Dorfentwicklung Königdahlums generell und damit im Zusammenhang das laufende Bebauungsplanverfahren „09-05 Knickweg“. Dieses Verfahren – um den wichtigsten Tagesordnungspunkt des Abends vorwegzunehmen – wird seinen weiteren Gang laufen, denn der Ortsrat stimmte der jetzt anstehenden öffentlichen Auslegung zu. Im weiteren Verfahren ist dann der Bauausschuss des Rates zuständig.
Im Gebiet Knickweg soll ein neues Baugebiet ausgewiesen werden, das maximal 22 Wohneinheiten erlaubt. Dieses Gebiet ist voll erschlossen, so dass keine Kosten für eine Erschließung anfallen werden. Es ist so konzipiert, dass darin ein Gebiet einbezogen ist, auf dem bislang ohnehin acht bis neun Wohneinheiten hätten gebaut werden können. Entscheidend in der getroffenen Festsetzung dieses Planes ist aber nicht die Zahl der Wohneinheiten – wie Bauamtsleiter Bernd Arndt richtig stellte – sondern die zu überbauende Fläche. So könnten bei Grundstücksgrößen von 400 bis 450 Quadratmetern schon 22 Wohnhäuser entstehen, bei doppelter Grundstücksgröße jedoch nur halb so viel.
Dieser gesamte Sachverhalt zum Thema Knickweg hatte zuvor zu zahlreichen Anfragen und kritischen Bemerkungen aus der Zuhörerschaft geführt, wobei insbesondere Hans-Georg König mit ganz konkreten und sachbezogenen Fragestellungen vorstellig wurde. Brauche Königsdahlum ein solch großdimensioniert angelegtes Baugebiet, wo die Einwohnerzahl seit Jahren doch derart rückläufig sei? Zahlen dazu: die Einwohnerzahl betrug 1956 schon einmal 695 Personen, 1995 dann 463, 2010 noch 389 und derzeit nur noch 370.
Königsdahlum – so König – strebe die Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm an. Die dazu erlassenen Bestimmungen, die er zitierte, schließen aber ausdrücklich Ortschaften aus, die sich ausweiten. Gefördert werde nur dort, wo eine „flächensparende Siedlungsentwicklung“ stattfinde. Mit diesem Bebauungsplan Knickweg gefährde Königsdahlum seine Chance, in das Dorferneuerungsprogramm überhaupt aufgenommen zu werden; eine Anmerkung, welcher der Bauamtsleiter in der Diskussion generell zustimmte, dabei aber darauf verwies, dass besagter Bebauungsplan Knickweg schon länger laufe, und diese von Königsdahlumer Einwohner zitierten Bestimmungen jüngeren Datums seien.
Ein weiterer großer Fragenkomlex dieses Abends bezog sich auf das Gebiet Hilgenstieg. Hier war vor 25 Jahren eine Bebauung vorgesehen und flächenutzungsplanmäßig verankert worden. Erschlossen wurde diese Fläche aber nie. Weshalb jetzt ein großes Baugebiet am Knickweg, fragte der frühere Ortsbürgermeister Rainer Kammann, der eine Parzelle am Hilgenstieg besitzt, auf der seine Kinder einmal hätten bauen können. Applaus dafür aus der Zuhörerschaft. Doch der eindeutige Sachverhalt spricht offensichtlich eine andere Sprache. Das Gebiet Hilgenstieg, das jetzt außen vor bleibt, wurde seit fast drei Jahrzehnten nie erschlossen und bauplanmäßig angegangen, während am Knickweg derartige Kosten nicht anfallen werden und hier auch eine Fläche einbezogen ist, die ohnehin als „innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortslage liegend“ hätte bebaut werden können.
Viele Fragen an diesem Abend. Doch darauf klare Antworten. So gesehen fiel es dem Ortsrat nicht schwer, der Vorlage zuzustimmen und den von ihm in Gang gesetzte Bebauungsplanverfahren weiter „grüne Fahrt“ zu geben.
Wie im weiteren Verlauf noch bekannt gegeben wurde, wird wieder ein Maibaum aufgestellt und soll es am 22. Juni ein Dorffest mit Country-Flair geben. Auch werde der Ortsrat in Kürze die neugeschaffenen Beete bepflanzen. Weiterhinwerde am kommenden Montag die Baustelle an der Mühlengrabenbrücke eingerichtet.