Demenz: Sind auch Angehörige beeinträchtigt?

Ist bereits mitten in der Arbeit: Annika Philipps untersucht die Auswirkung von Alzheimer-Demenzpatienten auf die pflegenden Angehörigen.

Annika Philipps aus Königsdahlum sucht Teilnehmer für ihre Studie

„Welchen Einfluss hat die Pflege von Alzheimer-Demenzpatienten auf Angehörige?“ Mit dieser Frage beschäftigt sich Annika Philipps aus Königsdahlum derzeit intensiv. Sie ist Medizinstudentin an der Universität Tübingen in der Sektion für Demenzforschung. Für ihre medizinische Doktorarbeit arbeitet sie nun an einer Studie zu diesem Thema.

Dazu werden Pflegende von Alzheimer-Erkrankten und eine neutrale Kontrollgruppe untersucht. „Da die Angehörigen bisher weniger im Mittelpunkt der Forschung standen, fragen wir viele verschiedene Aspekte ab, um eine Art Bestandsaufnahme zu erhalten. Besonders interessiert uns dabei das Auftreten von Gedächtnisbeschwerden, die nur vom Betroffenen wahrgenommen werden (sogenannte ‘subjektive Gedächtnisbeschwerden’),“ erklärt Philipps.
Nicht nur, weil die Zahl der Demenzkranken immer weiter zunimmt, interessiert sich die 24-jährige Königsdahlumerin für dieses Thema. Sie hat mit dieser Krankheit auch bereits persönliche Erfahrungen in der Familie oder während eines Freiwilligen Sozialen Jahres gemacht. Über die Erkrankten selbst gebe es bereits zahlreiche Studien. Auch der Pflegeaufwand selbst sei bereits häufiger untersucht worden. „Daher finde ich es besonders wichtig, dass sich die Wissenschaft auch mit den Auswirkungen der Pflege beschäftigt“, meint die Studentin. Ihre Arbeit, die sie alleine mit ihrem Doktorvater durchführt, solle daher auch andere Wissenschaftler dazu animieren, weiter zu forschen, wünscht sie sich.
Mindestens 100 Personen für jede der beiden Gruppen sollten es schon sein. „Ansonsten sind die Ergebnisse nicht aussagekräftig genug“, erklärt Philipps. Die ersten Tests hat sie bereits hinter sich gebracht. Bis Ende Juli sollen dann ausreichend Daten vorliegen, damit die Arbeit bis zum Frühjahr des kommenden Jahres abgeschlossen ist.
Der Test dauert rund eine Stunde und wird mittels Fragebögen durchgeführt. Neben einigen statistischen Daten werden unter anderem die persönliche Gedächtniseinschätzung, Stimmung und Widerstandsfähigkeit, allgemeine Sorgen und Ängste sowie Kontakt und Kontaktumfang mit Demenzpatienten abgefragt. Außerdem wird die kognitive Fitness der Teilnehmer beurteilt. „Alle Untersuchungen beruhen auf wissenschaftlich etablierten Tests, die für diese Arbeit neu zusammengestellt wurden“, erklärt Annika Philipps.
Teilnehmer der Kontrollgruppe sollten zwischen 45 und 80 Jahre alt sein. Für die andere Gruppe, also die der Angehörigen von Erkrankten, ist das Alter egal. Wer möchte kann am Ende die Arbeit per Mail erhalten und so auch einen Vergleich zur eigenen Erfahrung bekommen. Philipps weist aber vororglich daraufhin: „Eine Ärztin bin ich nicht, dass kann nur eine vorsichtige Einschätzung sein.“

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0151-15709798 oder E-Mail an annika.kim@freenet.de bei Annika Philipps melden.