Mühle in Königsdahlum wird zum Schmuckstück

Die Dahlumer Mühle scheint das künftige Aushängeschild des Dorfes zu werden. (Foto: Klaube)

Chancen zur Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm stehen gut / Termine bekannt gegeben

Gute Chancen zur Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen sieht die Königsdahlumer Ortsbürgermeisterin Katharina Spengler für ihr Dorf. Da­rin sei sie bestärkt worden durch die Einschätzung des Planers, der Königsdahlum als „Dorf mit hohem Handlungsbedarf“ betrachte und gleichzeitig hinsichtlich des positiven Erscheinungsbildes einiger Anwesen, der in Renovierung befindlichen Mühle und der bedeutenden Historie des Ortes zusätzliches Potential sehe, um eine Aufnahme zu erlangen.
Dabei scheint sich die historische Mühle unter ihrem neuen Eigentümer Andreas Knittel zu einem Aushängeschild Dahlums zu entwickeln. Unter hohem Aufwand bringt er nicht nur das gesamte Areal wieder in einen ansehnlichen Zustand, sondern wird mit einer Turbine auch elektrischen Strom erzeugen, womit bei der Entscheidung zur Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm auch der Aspekt der regenerativen Energiegewinnung positiv bewertet werden könnte. Die Denkmalsschutzbehörde des Landkreises hatte dem Verfall der Dahlumer Mühle jahrzehntelang hilflos zugesehen. Ihr war offensichtlich auch entgangen, dass ein Viehstall auf dem Vorburggelände der ehemaligen Kaiserpfalz gebaut wurde, und sie hat keine Kenntnis davon, dass auf dem Pfalzgelände unbefugt ein historisches Mauerfundament nachgegraben wurde.

Dorferneuerung nicht nur für Königsdahlum

Alles vergessen. Jetzt wird Königsdahlums große Vergangenheit offensichtlich wieder hervorgeholt und mit in die Waagschale geworfen. Am 15. November soll es ein Gespräch des Planungsbüros mit der Stadt geben. Dabei muss der Optimismus der Ortsbürgermeisterin, dass Königsdahlum vielleicht schon im kommenden Jahr Aufnahme in das Programm finden könne, sicherlich insofern etwas gedämpft werden, dass es in diesem Fall nicht um Dahlum allein geht, sondern der Aufnahmeantrag als „Paket“ für alle Ortschaften längs der Harplage gefasst ist.
Zum Bau der Brücke vor der Mühle teilte die Ortsbürgermeisterin auf der gut besuchten letzten Sitzung des Ortsrates mit, dass sich dieser verzögere. Dafür soll die Baumaßnahme Friedhofsweg noch in diesem Jahr begonnen werden. Betreff der zahlreichen Mängelmeldungen im Zusammenhang mit dem Neubau der Dorfstraße seien diese alle in eine Liste aufgenommen und zuständigkeitsgemäß weitergegeben worden. Die Einläufe in die Regenwasserkanäle seien zu klein, bemängelte in diesem Zusammenhang ein Zuhörer. Momentan werden sie durch das gefallene Baumlaub verstopft. Wie werde es sein, wenn einmal über eine längere Zeit starker Regen falle? Kritisiert wurde auch eine zu hohe Hecke an der Ausfahrt des Knickweges. Sie versperre die Sicht auf die Dorfstraße und gefährde damit den Verkehr.
Zur gewünschten Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses – der ehemaligen Dorfschule aus dem Jahre 1959 – liege jetzt ein Kostenvoranschlag vor. Er beziffere sich auf 180.000 Euro und umfasse neue Fenster, eine neue Heizung, eine Wärmedämmung und beziehe auch die Notausgänge mit ein. Die momentane Nutzung des Hauses laufe weiter und werde nicht unterbrochen. Nur wolle man bis zum Beginn der Baumaßnahme ortsseits keine Investitionen mehr vornehmen. Wann diese Maßnahme angefangen werde, könne man derzeit nicht sagen.
Wie die Ortsbürgermeisterin auf der zügig durchgeführten Sitzung weiter bekanntgab, wird die Kreisstraße von Bockenem nach Königsdahlum wegen einer Fahrbahnerneuerung noch bis zum 11. November von Bockenem aus nur als Einbahnstraße befahren werden können.
An mehreren Stellen waren in der letzten Zeit in Königsdahlum Plakate mit rechtsradikalem Hintergrund aufgetaucht. Diesbezüglich wurde Anzeige erstattet. Dahinter soll eine organisierte Kameradschaft stehen, die sich im Internet als „Freies.Netz. com“ geoutet hat. Diese Internetseite ist inzwischen gesperrt worden.
Das kürzlich durchgeführte Jubiläum auf dem 400 Jahre alten Anwesen Spengler hat einen finanziellen Überschuss von 600 Euro erbracht, welcher der Ortsratskasse zugeführt worden ist. Die Veranstaltung wurde von 200 Personen besucht und hat eine positive Resonanz gefunden. In gleicher Weise ist die vor zwei Wochen von der Volksbank durchgeführte Baumpflanzaktion gut verlaufen. Daran hatten sich 95 Volksbankkunden beteiligt, und es wurden 200 Bäume gesetzt. Einen Weihnachtsmarkt wird es in diesem Jahr in Königsdahlum nicht geben, was nicht bedeuten soll, dass es in kommenden Jahren nicht wieder durchgeführt wird.
Ein Glückwunsch des Ortsrates ging an die Wettkampfgruppe der Königsdahlumer Feuerwehr. Aufgrund hervorragender Platzierung konnte sie nunmehr zum dritten Mal an den Vergleichswettkämpfen auf Bezirksebene teilnehmen.

Termine für den Rest des Jahres 2012

Der Kinderlaternenumzug des Dorfes wird am 16. November sein, Treffpunkt ist um 17.45 Uhr zu einer kurzen Andacht in der Kirche. Die eine Hälfte der anfallenden Kosten übernimmt der Ortsrat, die andere die Kirchengemeinde. Die Seniorenweihnachtsfeier wurde auf den 1. Dezember festgesetzt. Eingeladen werden alle Einwohner, die 60 Jahre und älter sind. Der Ortsrat gibt zu dieser Veranstaltung 250 Euro. Einen Tag später findet im Dorfgemeinschaftshaus eine Märchenstunde für Kinder statt. Dazu wird es Kakao, Windbeutel und Kuchenspenden geben.
Die Gemeindefahrt soll am 8. Dezember zum Weihnachtsmarkt nach Göttingen führen. Anschließend soll die Altstadt besichtigt werden. Eingeladen sind auch die Einwohner von Wohlenhausen. Dort zählt das Dorf nur noch 80 Personen, und einen Bus zu einer Fahrt würde man seit Langem schon nicht mehr füllen können, ließ der dortige Ortsvorsteher Karl Probst wissen. Die traditionelle Verbindung zwischen den beiden benachbarten Ortschaften Königsdahlum und Wohlenhausen erfährt auf diese Art und Weise wieder eine Bekräftigung – ein positives Beispiel für eine gute Nachbarschaft.
Einen Preisskat im Dorf will man im Februar nächsten Jahres wieder durchführen. Das Schwein dazu wurde auch schon „ausgeguckt“.