„Singen war für Luther sehr wichtig“

Für alle Mitwirkenden gab es am Ende kräftigen Beifall von den Zuhörern in der Königsdahlumer St.-Johannis-Kirche. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Mein Martin Luther“. (Foto: Vollmer)

Musik und Text zu Martin Luther in der Königsdahlumer St.-Johannis-Kirche

Es müssen ja nicht immer die großen Veranstaltungen über den Reformator Martin Luther sein, die noch lange im Gedächtnis haften bleiben. Ganz sicher werden sich die rund 50 Besucher der St.-Johannis-Kirche in Königsdahlum noch gerne an den musikalisch-literarischen Abend mit der Familie Heinke erinnern. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Mein Martin Luther“. Claus-Ulrich Heinke erzählte von vier persönlichen Lebenssituationen, in denen sich theologische Gedanken Martin Luthers widerspiegelten. Das Ensemble „In Due“ musizierte dazu Choräle von Luther, barocke Vertonungen seiner deutschen Bibelworte, Gospels als Ausdruck der Sehnsucht nach Freiheit und geistliche Musik der Romantik für zwei Soprane und Klavier. Das Programm entstand ursprünglich für eine Reise, die das Ensemble im Sommer vergangenen Jahres auf Einladung der Evangelischen Kirche Deutschlands und des Auswärtigen Amtes durch Namibia unternahm.
„Singen war für Luther sehr, sehr wichtig. Überhaupt war die Musik für ihn neben der Theologie die wichtigste Kunst. Fast 50 Lieder hat er gedichtet und oft auch selbst die Melodien erfunden“, berichtete Claus-Ulrich Heinke. Und so erklang natürlich auch „Ein’ feste Burg ist unser Gott…“. Dieses Lied hat Martin Luther selbst gedichtet gegen alle Anfeindungen, denen er ausgesetzt war. Man hatte ihn aus der Kirche ausgeschlossen und er war rechtlos geworden. Das bedeutete: Jeder konnte ihn ohne Strafe bestehlen, aus der Stadt vertreiben oder auch ermorden. Luther lebte also in Lebensgefahr. Er wurde aber beschützt von seinen Freunden und allen denen, die seiner Meinung waren. Aber mächtige Leute waren gegen ihn und seine Lehre. Denen schleudert er dieses Lied entgegen. Jesus Christus soll die Mitte sein und keine weltliche Macht. „Man merkt, Luther war musikalisch und konnte Verse schreiben. So gewann er immer mehr Menschen für seine Gedanken. Dieses Lied wurde bald auf den Straßen gesungen“, führte Heinke aus.
Viel Applaus gab es am Ende des Programms für das Ensemble „In Due“ mit den beiden Konzert-Sängerinnen Heidrun und Christiane Heinke, die als Duett immer wieder durch den Gleichklang der Stimmen überzeugen, sowie Claus-Ulrich Heinke und Nicolas Bajorat, der das Programm am Piano begleitete.