Von Königsdahlum in das ganze Land

Die vier Jungunternehmer Heinrich Gräbig und Jan Fendel (hinten von links) sowie Martyna Vaskeviciute und Sarah Poneß (sitzend von links) verschicken Blumen quer durch Deutschland.
 
Zehn Pakete werden derzeit im Schnitt täglich verschickt.

Vier Jungunternehmer gründen „Blumixx“ und verschönern so Balkone und Fensterbänke

Eigentlich wollten sie nur den Balkon ihrer Flensburger Studentenwohnung verschönern und dazu ein paar Blumen pflanzen. Das daraus mal ihre eigene Firma entstehen würde, daran haben Heinrich Gräbig aus Königsdahlum und der Hannoveraner Jan Fendel vor inzwischen knapp drei Jahren nicht im Traum gedacht.

Doch wie so viele junge Menschen standen sie gleich vor mehreren Problemen. Welche Pflanzen sind überhaupt geeignet? Wie bekomme ich die Blume dann, und das möglichst ohne viel Dreck zu machen, in den Kasten? Alles gar nicht so einfach. Die beiden BWL-Studenten begaben sich auf die Suche nach einem Unternehmen, dass fertige Blumenkästen mit Bepflanzung direkt nach Hause liefert.
„Die gab es auch. Aber nach mehreren Testbestellungen mussten wir feststellen, dass noch niemand ein geeignetes System gefunden hat“, erinnert sich Gräbig. Teilweise waren die Kästen bereits kaputt angekommen oder die Blumen nicht mehr so, wie man sich das vorgestellt hatte. Das geht doch besser, dachten sich die beiden Freunde. Doch zunächst wollten auch die eigenen Versuche nicht so recht klappen. „Wir wollten es auf jeden Fall besser machen, als das, was es schon gab“, erinnert sich Heinrich Gräbig im Gespräch mit dem „Beobachter“. Zwei Jahre dauerte es, bis der Geistesblitz kam: eine Strumpfhose. „Netze werden auch im Obstbau genutzt, zum Beispiel bei Erdbeeren“, erklärt der Jungunternehmer. Wenig später stand das Produkt und „Blumixx“ war geboren.

Spezielle Versandverpackung verhindert Transportschäden

Das Prinzip ist einfach. Im Internet kann das gewünschte Blumenarrangement bestellt werden. Dies wird von „Blumixx“ zusammengestellt und gepflanzt. Um die Erde wird ein Netz gewickelt, sodass es keinen Dreck gibt. Dieser „Gewebeschlauch“ kan dabei unterschiedliche Längen haben, je nach Wunsch. Er wird dann in einen Karton gepackt und auf den Weg gebracht. „Wir haben für unsere Pflanzenprodukte eine spezielle Versandverpackung entwickelt. Diese garantiert den sicheren Versand - auch wenn das Paket einmal auf dem Kopf steht“, beruhigt der Königsdahlumer all diejenigen, die glauben, dass die Blumen auf dem Transportweg Schaden nehmen könnten.
Neben Gräbig und Fendel sind auch die beiden Freundinnen Martyna Vaskeviciute und Sarah Poneß gleichberechtigte Partner. Zusammen haben sie 20.000 Euro investiert, um ihr Unternehmen aufzubauen. Im vergangenen Jahr verschickten sie erste Testpakete an Verwandte und Bekannte. Im März diesen Jahres begann dann das operative Geschäft. Schon seit dieser kurzen Zeit haben sie einige treue Kunden gefunden. Und die wohnen in ganz Deutschland. Vor allem Stadtbewohner, aber auch Firmen wie Kanzleien oder Ärztpraxen schätzen das Angebot. Auch erste „Abos“ wurden bereits abgeschlossen. Für jeden Monat oder jede Jahreszeit werden dann die passenden Blumen zugeschickt. Zubehör und Dekoartikel wurde auch bereits ins europäische Ausland (Österreich oder Rumänien) versendet. „Beschwerden gab es bislang noch nicht“, erzählt Heinrich Gräbig erfreut.
Noch in diesem Jahr beenden er und Fendel ihr Studium mit dem Master. Anschließend würden sie gerne von ihrem Unternehmen leben können. Dafür reicht es derzeit noch nicht. Etwa zehn Pakete pro Tag werden von der Post aus Königsdahlum abgeholt. „Aber es werden immer mehr“, weist der 25-Jährige Gräbig auf das Wachstum hin. Er managt den Vertrieb vom Hof seiner Großmutter, wo er auch gemeinsam mit seiner Freundin Martyna wohnt. Das zum Schlafen vorgesehene Zimmer wurde im Laufe der Zeit zum Lager umgewidmet und auch in einer der Scheunen stehen unzählige Kartons, Blumenkästen und die Erde.
Bei allem ist den vier Partnern wichtig, dass ihr Produkt auch ökologisch ist. So verwendet sie nicht normale Torf- sondern spezielle Kokoserde aus Spanien. Diese ist bei gleichen Eigenschaften leichter, kann mehr Wasser aufnehmen und ersetzt den schädlichen Torfabbau.
Jeder der Freunde hat eine bestimmte Aufgabe, wobei grundsätzlich alle für alles zuständig sind und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Gräbig ist für die Internetseite veranwortlich und kümmert sich um den Vertrieb und das Marketing. Jan Fendel ist der „Herr der Zahlen“, er kümmert sich vor allem um die finanziellen Angelegenheiten. Martyna Vaskeviciute ist der kreative Kopf. Sie kümmert sich vor allem um die Dekoration, Gestecke und später dann zum Beispiel um Adventskränze. Sarah Poneß ist für die Pflanzenkombination zuständig.
Wie es weitergeht, ist für die vier Partner noch offen. Auch den Einstieg neuer Gesellschafter möchte Gräbig nicht ausschließen. „Jeder Tag ist eine neue Herausforderung“, sagt er. Außer für Fendel, der schon einmal an einem Getränkelieferservice beteiligt war, ist es schließlich für alle das erste eigene Unternehmen.

Informationen rund um „Blumixx“ gibt es im Internet auf www.blumixx.de oder telefonisch unter (05067) 8608505.