Wer wird Ortsbürgermeister?

Die Mitglieder des Wahlvorstandes haben mit der Auszählung der Stimmen begonnen. Die CDU konnte bei der außerplanmäßigen Ortsratswahl in Königsdahlum die meisten Stimmen für sich verbuchen.
 
Offensichtlich waren nicht alle Königsdahlumer mit dem Vorgehen einverstanden.

Ortsratswahlen in Königsdahlum bringen erwartungsgemäß die CDU als Sieger hervor / Gustav Fricke erhält meiste Stimmen

Die CDU bleibt die stärkste Fraktion im Ortsrat Königsdahlum. Ob allerdings Katharina Spengler nach den Querelen um die Beteiligung am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auch weiterhin als Ortsbürgermeisterin arbeitet, bleibt abzuwarten. Zur personellen Weichenstellung wollte sie unmittelbar nach Ende der Ortsratswahl, die nach der Auflösung des Gremiums notwendig geworden war, noch keine Stellungnahme abgeben.

Die Heilerziehungspflegerin konnte bei der Anzahl der Stimmen nur das zweitbeste Ergebnis verbuchen. Während die frühere Chefin des Ortsrates 117 Stimmen erreichte, lag Landwirt Gustav Fricke mit 132 Kreuzchen bei der CDU klar vorn. 53 Stimmen bekam Manfred Hamann, 19 erhielt Iris Meyer. Für den einzigen SPD-Kandidaten Jens Saradeth, der bislang als stellvertretender Ortsbürgermeister tätig war, kamen 96 Stimmen zusammen. Der Vertreter der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), Jürgen Kiehne, hatte kurz vor der Wahl signalisiert, aus beruflichen Gründen nicht für die Arbeit im Ortsrat zur Verfügung zu stehen. Sein Name blieb aber auf den Wahlzetteln. Auf ihn entfielen trotz seiner Erklärung, die er durch Handzettel im Dorf bekannt gemacht hatte, dennoch 20 Stimmen.
Um 18.35 Uhr gab Wahlvorsteher Andreas Harenberg im Dorfgemeinschaftshaus das vorläufige Endergebnis bekannt: ungültige Stimmen 22; CDU, Liste 16, Katharina Spengler 115, Gustav Fricke 132, Iris Meyer 20, Manfred Hamann 52; SPD, Liste 28, Jens Saradeth 96; UWG, Liste 12, Jürgen Kiehne 20. 186 Bürger machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 62 Prozent. Für Königsdahlumer Verhältnisse ist das eher bescheiden. Sonst liegt die Messlatte bei bis zu 80 Prozent. Die Sitzverteilung stellt sich nach dem vorläufigen Wahlergebnis wie folgt dar: Auf die CDU entfallen vier Mandate und auf die SPD ein Sitz. Die für die UWG abgegebenen Stimmen hätten eh keinen Sitz eingebracht. Demzufolge erhalten alle Bewerber einen Sitz im neuen Ortsrat von Königsdahlum.
Katharina Spengler ist mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden: „Das Ergebnis macht deutlich, dass die Bürger wieder Ruhe haben wollen. Die Wahlbeteiligung ist niedrig, aber aufgrund der Umstände doch akzeptabel.“ Wer künftig an vorderster Stelle steht, würden die weiteren Beratungen ergeben. „Wir werden uns konstituieren und dann schauen“, betonte die Christdemokratin. Für den SPD-Kandidaten Jens Saradeth geht das Votum der Bürger in Ordnung. Auch er wollte noch nichts dazu sagen, ob er für das Amt des Stellvertreters zur Verfügung steht.
Die Bestimmungen im Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz sehen vor, dass die Mandatsträger knapp sieben Jahre im Amt sind. Eine Ortsratswahl in zwei Jahren findet nicht statt. In Paragraf 70, Absatz vier, steht geschrieben: „Findet die Neuwahl innerhalb von zwei Jahren vor dem Ablauf der allgemeinen Wahlperiode statt, so endet die Wahlperiode mit dem Ablauf der nächsten allgemeinen Wahlperiode.“ Das wäre dann das Jahr 2021. Ein früherer Wahltermin als der 9. November sei laut Gemeindewahlleiter Michael Loske nicht möglich gewesen, da entsprechende Fristen einzuhalten waren.