Umbaupläne stoßen auf breite Ablehnung

Anhörungstermin zur Umgestaltung der B 82 / Gemeinde behalten sich juristische Schritte vor

Recht emotional ging es beim Anhörungstermin am Montag zum Ausbau der B 82 zwischen Langelsheim und Hahausen her. Nicht nur die Stadt Langelsheim und die Samtgemeinde Lutter kritisierten die Ausbaupläne, sondern auch zahlreiche Landwirte sehen sich durch das Vorhaben in ihrer Arbeit beeinträchtigt.
Die Argumente, die am Montag im Langelsheimer Rathaus auf den Tisch kamen waren zwar nicht neu, machten aber deutlich, dass die Gegner die Pläne zur Umgestaltung der B 82 weiter vehement ablehnen.

Wie der „Beobachter“ bereits berichtete soll der 5,2 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen den Abfahrten Bredelem und Hahausen eine so genannte 2+1-Streckenführung erhalten, wie sie beispielsweise auch im Bereich Langelsheim umgesetzt wurde.
Im Bereich des Abzweiges Lutter (L 496) soll ein Brückenbauwerk die bisherige Kreuzung ablösen. Dies würde dazu führen, dass langsam fahrende Fahrzeuge (bspw. landwirtschaftliche Maschinen) nicht mehr auf der Bundesstraße fahren dürfen, da die Straße in diesem Bereich dann als Kraftfahrtstraße ausgewiesen werden muss.
Deshalb soll parallel zur Bundesstraße ein Weg für die Landwirtschaft entstehen. Dieser Weg soll eine Fahrbahnbreite von 3,50 Meter erhalten. Die Baukosten trägt der Bund. Für den Unterhalt wären dann aber die Kommunen entlang der Strecke verantwortlich.
Eine Aussicht, die bei Lutters Samtgemeindebürgermeister Peter Kühlewindt und seinem Amtskollegen aus Langelsheim, Henning Schrader, auf wenig Gegenliebe stößt. „Wir sind jetzt schon kaum in der Lage unsere Straßen zu unterhalten. Deshalb werden wir uns auch weiterhin mit allen juristischen Mitteln gegen eine Übernahme und Trägerschaft wehren“, so Lutters Verwaltungschef.
Wie ein Vertreter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Geschäftsbereich Goslar erläuterte, seien Vorschläge wie der Bau einer Ampelanlage oder eines Kreisels im Bereich der Abfahrt Lutter nicht zielführend, da dies nicht zu einer Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen würde. Die L 594 aus Richtung Jerze soll im Zuge der Neugestaltung übrigens vollständig von der B 82 abgekoppelt werden.
Die anwesenden Landwirte monierten vor allem die längeren Wege, die sie nach Umgestaltung der B 82 in Kauf nehmen müssten, da sie die neu gestaltete Bundesstraße dann nicht mehr mit ihren Fahrzeugen befahren dürften.
Kühlewindt brachte zudem nochmal zum Ausdruck, dass derart teuere Ausbaupläne (Anmerkung d. Red. rund fünf Millionen Euro) dem Steuerzahler nur schwer zu vermitteln seien. „Es kann nicht sein, dass ein Projekt, das von Bürgern, Landwirten und Politik gleichermaßen abgelehnt wird, weiterhin vorangetrieben wird. Die Leidtragenden sind nicht die Menschen, die hier ab und zu mal durchfahren, sondern die Menschen hier vor Ort.“
Auch Langelsheims scheidender Bürgermeister Henning Schrader wies nochmal mit allem Nachdruck daraufhin, dass sich die Stadt den Plänen nicht beugen wird, sondern sich mit allen juristischen Mittel zur Wehr setzten wird.