*April, April* - Bunte Fähnchen gegen Hundekot

So bewarb die Stadt Goslar ihre Aktion, die bundesweit für Aufsehen sorgte. (Foto: Stadt Goslar)

Immer mehr Hundehaufen in der Samtgemeinde Lutter / Das Problem wird jetzt kreativ angegangen, Vorbild ist Goslar

Ein Spaziergang über Wege und Wiesen kann manchmal sehr unangenehm sein. Mitunter brauchen die Schuhe eine Grundreinigung, angesichts des übel riechenden Mitbringsels – in dem Fall Hundekot. Im Samtgemeinderat Lutter beschwerte sich jüngst erst Vanessa Lauenstein (CDU) über den Kot auf Lutters Gehwegen und Straßen. Auch dem Elternrat des Kindergartens KiGaLu stinkt es. Gleiches in Hahausen. Jetzt wird dem ganzen Ärger kreativ begegnet. Vorbild ist dabei Goslar.
Die Goslarer Stadtverantwortlichen sorgten mit ihrer Fähnchenaktion bundesweit für Aufsehen. Vom 14. Februar bis 20. März konnten sich Einwohner und Touristen Fähnchen in der Touristeninformation besorgen. Hier kreative Sprüche wie „Wie der Haufen so das Herrchen” draufschreiben und dann in den Hundehaufen stecken. Allein drei Tonnen Hundekot musste die Stadt im vergangenen Jahr entsorgen. Die Aktion verlief positiv. Weniger Hundekot wird seitdem auf Goslarer Straßen und Wegen zurückgelassen. An den Erfolg will nun die Samtgemeinde Lutter anknüpfen. „Macht man Dreck, so macht man ihn auch weg! So gehört sich das im Sinne der Allgemeinheit”, heißt es dazu aus Hahausen.
Und mit der Fähnchenaktion können die Einwohner der Samtgemeinde Lutter obendrein noch die klamme Samtgemeindekasse aufpolieren. Gegen eine Spende gibt es den Bastelbogen samt Holzstäbchen für die Fähnchenaktion vor Ort. Ein Erlebnis für die ganze Familie kann das Ganze werden. Liebevoll wird dann zu Hause so ein Fähnchen mit passender Aufschrift gestaltet. „90 Prozent machen es weg, nur Du nicht”, „Meine Güte nimm ne Tüte” oder „Schuld ist nicht der Hund” sind nur einige Vorschläge. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zu Hause die Fähnchen vorbereiten und dann ab an die frische Luft. Schließlich müssen die Fähnchen noch in den Haufen. Davon gibt es in der Samtgemeinde Lutter am Barenberge ja mehr als genug.
Nicht die einzige Idee, die in der Samtgemeinde umgesetzt werden soll. Die Ordnungsämter werden immer wieder mit diesem Problem konfrontiert und sind nur selten in der Lage den Verursacher in direkter Folge belangen zu können. Aus diesem Grund sehen sich die Ordnungsämter gezwungen, andere Maßnahmen einzuleiten, um die Tierhalter an ihre Pflichten zu erinnern.
Die Lösung sehen die Ämter in Absprache mit der Tierärzteschaft darin, DNA-Proben von den entsprechenden Hinterlassenschaften zu nehmen. Diese Proben werden den örtlichen Tierärzten übergeben und durch diese an geeignete Labore weitergeleitet. Im gleichen Atemzug werden bei den Hunden und Katzen entsprechende Vergleichsproben beziehungsweise Maulschleimhautabstriche genommen, um die Ergebnisse der Kotuntersuchungen zuordnen zu können. Ab nächster Woche werden die Damen und Herren der Ordnungsämter mit entsprechender Ausrüstung durch die Straßen gehen und mit der Probenahme beginnen. Die Ergebnisse sollen vielversprechend sein, wenn man sich das in anderen Ländern schon etablierte Verfahren anschaut.
Und hier hilft ja auch gleich die Fähnchenaktion dem Ordnungsamt. Denn für die Mitarbeiter sind die gelben Fähnchen zugleich auch Hinweisschilder, wo so ein Häufchen samt DNA-Proben zu finden ist. Start ist am heutigen Sonnabend, 1. April. Gut acht Wochen soll die Aktion in der Samtgemeinde laufen.
In diesem Sinne geht ein Appell an die Hunde- und Katzenhalter: Seien Sie Vorbild und sammeln Sie den Kot ihres Vierbeiners auf. Sonst gibt es Fähnchen und DNA-Abgleich.