Auf den Spuren der innerdeutschen Grenze

Bei einer rund einstündigen Führung erhielten die Harzklubler einen Einblick in die Geschichte der Grenzübergangsstelle Marienborn.

Lutteraner Harzklubler besichtigen Grenzübergangsstelle Marienborn und Sperranlagen der ehemaligen DDR

In der vergangenen Woche begaben sich rund 50 Mitglieder des Harzklub-Zweigvereins Lutter am Barenberge auf Spurensuche in die Geschichte der deutschen Teilung. Unter Federführung von Dorothea Alms reisten die Harzklubler an die ehemalige Grenzübergangsstelle (GÜSt) Marienborn. Inzwischen dient die Anlage als Gedenkstätte mit musealem Charakter.

Auf einer rund einstündigen Führung in sengender Hitze wurde den Lutteranern vermittelt, welche Bedeutung die Grenzübergangsstelle von 1945 bis 1989 hatte, und welche logis­-tischen Meisterleistungen dort vollbracht wurden.
Die zunehmenden politischen Spannungen zwischen West und Ost führten schließlich dazu, dass die Grenzabfertigungsanlagen massiv ausgebaut wurden. Doch trotz dieser Verstärkungen galt die Anlage viele Jahre als unsicher und lückenhaft.
Erst am Anfang der 1970er Jahre, genauer gesagt zwischen 1972 und 1974, errichtete das Ostdeutsche Regime dann unweit der alten Kontrollbauten die 35 Hektar große Grenzübergangsstelle Marienborn. Noch heute können Teile dieser umfassenden DDR-Sperranlagen besichtigt werden. Sie sind auch als mahnendes Zeugnis für die Trennung Deutschlands zu verstehen.
Allein in der Zeit von 1984 bis 1989 wurden rund zehn Millionen Autos und etwa fünf Millionen Lastwagen kontrolliert. Zu den Hochzeiten waren bis zu 1000 Menschen auf der GÜSt beschäftigt.
Die Harzklubler bekamen bei ihrem Besuch auch einen Eindruck davon, wie die Grenzkontrollen vonstatten gingen.
Noch heute zeigen Bilder, welche Anstrengungen und Gefahren Menschen auf sich genommen haben, um dem Regime der DDR zu entkommen. So versteckten sich die Regime-Flüchtlinge in der Verkleidung der Automobile.
Nach der Führung machte sich die Lutteraner-Ausflugsgruppe noch auf den Weg ins Mühlencafé Morsleben. Dort verarbeiteten sie bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee das Gesehene, und besichtigten zum Abschluss noch das alte Mühlenmuseum.