Das Fahrzeugkarussell dreht sich

Das LF 8 der Feuerwehr Hahausen soll an die Wehr in Ostlutter übergeben werden, sobald die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges erfolgt ist. (Foto: Feuerwehr Hahausen)

Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde befasst sich mit Neuanschaffung von Einsatzfahrzeugen

Jede Menge Geld muss die Verwaltung der Samtgemeinde Lutter noch in diesem Jahr in die Hand nehmen, um einen drohenden Engpass bei der Fahrzeug-Ausstattung der Feuerwehren zu verhindern. Die plötzliche Eile ist jedoch nicht hausgemacht, sondern hängt mit dem Unfall der Ostlutteraner Wehr Mitte September zusammen, bei dem das 21 Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug einen Totalschaden erlitt.
Verstärkt wird die Fahrzeugproblematik der Feuerwehren in der Samtgemeinde überdies durch die notwendige und schon länger geplante Neuanschaffung eines Feuerwehrwagens für die Wehr der Gemeinde Hahausen. Dies zusammen genommen setzt die Samtgemeinde unter einen enormen Handlungsdruck, da es zur Pflichtaufgabe einer Kommune gehört, die Einsatzbereitschaft ihrer Wehren stets sicherzustellen.
Da die Samtgemeinde in finanzieller Hinsicht aber nicht auf Rosen gebettet ist, und die Anschaffung von gleich zwei neuen Fahrzeugen außer Frage steht, suchte der Feuerschutzausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend in Ostlutter nach einem Kompromiss, der alle Bedürfnisse zu gleichen Teilen berücksichtigt.
Einen tragfähigen Vorschlag, der am Ende auch die Zustimmung aller Ausschussmitglieder fand, brachte Verwaltungs-Chef Kühlewindt auf den Tisch. Aufgrund der gebotenen Eile plädierte Kühlewindt dafür, die Feuerwehr in Hahausen mit einem neuen Fahrzeug auszustatten und das 22 Jahre alte Löschfahrzeug (LF 8), welches noch gut drei bis vier Jahre oder länger schafft, der Wehr in Ostlutter zu vermachen. Die Nauener Feuerwehr würde dann im Gegenzug ihr Fahrzeug zurückbekommen, das aktuell in Ostlutter die Einsatzfähigkeit sicherstellt.
„Ein Vorschlag, der eigentlich allen ein Lächeln ins Gesicht zaubern müsste“, wie es Gemeindebrandmeister Hans-Hermann Beltau auf den Punkt brachte. Die Hahäuser Brandschützer würden binnen der nächsten zwölf bis 14 Monate ein modernes und besser ausgestattetes Fahrzeug als bisher erhalten, und auch die Feuerwehr in Ostlutter würde hinsichtlich des „neuen“ Einsatzwagens einen „Quantensprung“ in Sachen Ausstattung hinlegen.
Die Kosten für dieses Vorhaben belaufen sich nach ernsthaften Schätzungen auf rund 200.000 Euro zuzüglich weiteren 15.000 Euro für die Installation von zwei Abgas-Absauganlagen für das Gerätehaus in Hahausen.
Um dieses Geld aufzubringen muss die Politik nun kurzfristig einen Nachtrag für den laufenden Haushalt aufstellen, die Genehmigung vom Landkreis für diesen Schritt einholen und die Details für das anzuschaffende Fahrzeug klären. Die Ausschreibung für den Kauf des neuen Löschfahrzeuges könnte dann im Januar erfolgen, vorausgesetzt der jetzt gefasste Plan kann ohne Schwierigkeiten umgesetzt werden.
Kühlewindt ist aber zuversichtlich, dass der Landkreis bei der Genehmigung des Nachtragshaushalts keine Schwierigkeiten macht. „Der Nachtrag wird ausschließlich für die Feuerwehr erfolgen. Aus diesem Grund dürfte der Landkreis nicht abschlägig über unseren Antrag entscheiden. Die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr ist Pflichtaufgabe der Kommunen, das wissen auch die Entscheidungsträger in Goslar“, so der Verwaltungs-Chef.
Welches Fahrzeug die Feuerwehr in Hahausen bekommen soll steht auch schon auf ziemlich sicheren Füßen. Es handelt sich dabei um ein LF 10 (Löschfahrzeug), einem top modernen Einsatzfahrzeug, das den Bedürfnissen der Hahäuser Wehr voll entspricht.
Beim Kauf muss aber darauf geachtet werden, ein Fahrzeug mit einem niedrigen Aufbau zu erwerben. Dies hängt mit der Einfahrhöhe des Gerätehauses zusammen. Dort können nur Fahrzeuge geparkt werden, die unter drei Metern Höhe messen.
Die Feuerwehr in Sehlde hat da ein ähnliches Problem. Vor gut vier Jahren wurde dort ebenfalls ein LF 10 mit entsprechend niedrigem Aufbau angeschafft. Dieses Fahrzeug könnte zu Testzwecken in Hahausen dienen. Eine diesbezügliche Anfrage hat Kühlewindt bereits auf den Weg gebracht.
Für Politik und Verwaltung in der Samtgemeinde heißt es nun schnell die gefasste Empfehlung des Feuerschutzausschusses in die Tat umzusetzen. Der Verwaltungsausschuss und Samtgemeinderat soll deshalb schon in den nächsten Wochen die entsprechenden Beschlüsse festzurren.
Weitere Themen, die in der Sitzung des Feuerschutzausschusses thematisiert wurden, werden in einer der nächsten Ausgaben behandelt.