Das Nördliche Harzvorland ist reich an Betten

Björn Reckewell (Abteilungsleiter Tourismus im Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Wolfenbüttel), Anja Gabriel (Tourismusverband Nördliches Harzvorland), Donata Sengpiel-Schröder (Leiterin der Tourismusinformation der Stadt Wolfenbüttel) und Hotel-Geschäftsführer Karl-Heinz Hoffmann (von links) präsentieren vor dem frisch sanierten „Lessing-Theater“ das Gastgeberverzeichnis „BettenReich“.

Interkommunal agierender Tourismusverband veröffentlicht umfangreiches Gastgeberverzeichnis für die Region

Was im Oberharz schon fast chronisch nicht funktionieren will, ist in den Kommunen des Nördlichen Harzvorlandes von Lutter am Barenberge über Salzgitter bis nach Wolfenbüttel seit einiger Zeit gelebte Realität, und zwar die gemeinsame touristische Vermarktung der gesamten Region.
Erlebbar wird diese interkommunale Zusammenarbeit nun mit dem neuen Gastgeberverzeichnis „BettenReich“, das zunächst in einer Auflage von 7.500 Exemplaren erscheint und ab sofort in den Rathäusern oder Tourismusbüros im gesamten Nördlichen Harzvorland erhältlich ist.
Grundidee hinter der knapp 60-Seiten starken Broschüre ist die Absicht, erstmals einen einheitlichen Überblick der im Verbandsgebiet existierenden Beherbergungsbetriebe darzustellen.
Björn Reckewell, Abteilungsleiter Tourismus und Jugendgästehaus im Wolfenbüttler Amt für Wirtschaftsförderung, bezeichnete das Verzeichnis bei der gestrigen Vorstellung im Parkhotel „Altes Kaffeehaus“ in der Lessingstadt als ein „gelungenes Druckwerk, das einen tollen Überblick über die Gastgeber in einem doch verhältnismäßig großen Verbandsgebiet liefert“. Der Name der Broschüre „BettenReich“ lag laut Aussage Reckewells ebenfalls nahe, da „die Region, wie sich bei der Arbeit an dem Verzeichnis herausgestellt hat, einfach Reich an Betten ist“.
Insgesamt werden in der Erstauflage des Gastgeberverzeichnisses 145 Beherbergungsbetriebe mit 186 kostenlosen tabellarischen Basiseinträgen aufgeführt. Die Differenz zwischen der Zahl der Beherbergungsbetriebe und der Basiseinträge rührt daher, dass manche Gastgeber mehr als eine Ferienwohnung anbieten. Beim Tourismusverband hatte man sich deshalb dazu entschieden für jede Ferienwohnung einen eigenen Eintrag zu publizieren.
Grundsätzlich ist der Eintrag in Tabellenform für die Gastgeber kostenlos. Kostenpflichtig ist hingegen eine redaktionelle Anzeige mit Text und Bild. „Bei der Gestaltung von „BettenReich“ orientieren wir uns an bundesweit einheitlichen touristischen Standards, die eine gute Übersicht versprechen“, erklärt Anja Gabriel vom Tourismusverband Nördliches Harzvorland, die federführend an der Umsetzung des Projektes beteiligt ist. Mit den kostenlosen Basiseinträgen möchte der Verband um Vertrauen werben. „Einige Gastgeber die wir angesprochen haben, waren skeptisch. Mit unserem kostenlosen Angebot wollen wir dafür werben, dass wir ein seriöses Angebot machen, und nicht wie so mancher Internetanbieter nur hinter dem schnellen Geld ohne messbarem Erfolg her sind“, so Anja Gabriel.
Überraschend beim Blick ins „BettenReich“ ist allein schon die Anzahl an Ferienwohnungen im Gebiet der Samtgemeinde Lutter. Insgesamt können Interessierte zwischen zehn verschiedenen Feriendomizilen wählen, die sich in der Hauptsache in Hahausen, Nauen und Lutter befinden. In der Rubrik Hotels/Gasthöfe und Pensionen weist das Gastgeberverzeichnis für die Samtgemeinde das Waldgasthaus Tannenhof in Alt Wallmoden aus.
Die Broschüre ist kostenlos erhältlich und wird neben den Anzeigenerlösen zum großen Teil mit Verbandsmitteln finanziert, die aus den Beiträgen der Kommunen aus dem Nördlichen Harzvorland stammen. „Da wir in der Hauptsache mit Steuergeldern arbeiten ist es uns natürlich ein besonderes Anliegen, ein ansprechendes und für die Bürger im Verbandsgebiet nachvollziehbares Produkt zu veröffentlichen“, erklärt Björn Reckewell. Mit Beginn des nächsten Jahres soll auch eine entsprechende Internetseite geschaltet werden. „Am Internetauftritt arbeiten wir mit Hochdruck, und wir rechnen damit, die Seite bereits zur Grünen Woche fertig zu haben“, so Anja Gabriel.
Auf die Frage, warum es im Nördlichen Harzvorland möglich ist, gemeinsam an einer touristischen Vermarktung zu arbeiten, hat Reckewell eine recht einfache Antwort: „Durch die Kooperation bei der Integrierten Ländlichen Entwicklung (Anm. d. Red. ILE Nördliches Harzvorland) hat sich zwischen den Hauptverwaltungsbeamten der Kommunen im Verbandsgebiet ein großes gegenseitiges Vertrauen entwickelt, das es letztlich ermöglicht solche Projekte über Kreisgrenzen hinweg zu realisieren. Darüber hinaus ziehen auch die Gastgeber an einem Strang.“ Ein gutes Beispiel dafür ist beispielsweise Karl-Heinz Hoffmann, Geschäftsführer des Parkhotels „Altes Kaffeehaus“, der bei der Vorstellung von „BettenReich“ nicht nur als Gastgeber fungierte, sondern auch im Vorfeld dem Verband mit seiner langjährigen Erfahrung aus der Tourismusbranche zur Verfügung stand.
Die Umwandlung des Tourismusverbandes Wolfenbüttler Land in den Tourismusverband Nördliches Harzvorland ist im übrigen auch Verdienst der hervorragenden Kooperation im Rahmen der ILE. Die im Jahr 2013 abgeschlossene Umwandlung ist ein Leuchtturmprojekt der Integrierten Ländlichen Entwicklung.
An einer solchen Zusammenarbeit und Kooperationsbereitschaft dürften sich auch ruhig andere Kommunen mal eine Scheibe abschneiden.