Die Wehr Ostlutter steht am 8. Januar 2011 vor dem Scheideweg!

OBM Axel Eike legt sein Amt nach fast 22 Jahren in der Ostlutteraner Ortskommandospitze sein Amt nieder.
 
Kreisbrandmeister Borsutzky, Gemeindebrandmeister Beltau sowie die "Spitzen" der Ortswehr Lutter, Stefan Bergmann und Frank Busch, nahmen an der Pressekonferenz in Sachen Wehr Ostlutter teil. Fotos: Jung
Lutter/Ostlutter (G. J.). Wenn nicht in letzter Minute noch ein Nachfolger für den scheidenden Ostlutteraner Ortsbrandmeister Axel Eike gefunden wird, dann sind die Tage der traditionsreichen Ortswehr gezählt. Wie SG-Bürgermeister Peter Kühlewindt anlässlich einer Pressekonferenz im Rathaus betonte, habe sich am bekannten Sachstand nichts geändert. Zum Gespräch mit Vertretern der Lokalgazetten konnte der Verwaltungschef Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky, Gemeindebrandmeister Hans-Hermann Beltau sowie die „Spitzen“ der Ortswehren Ostutter und Lutter, OBM Axel Eike und OBM Stefan Bergmann, die mit Thomas Gillner (Gruppenführer) und Frank Busch (Stellvertretender OBM) Flagge zeigten, willkommen heißen.
Kühlewindt machte zu Beginn deutlich, dass die Freiwillige Feuerwehr
Ostlutter recht gut aufgestellt sei, gerade im Hinblick auf die
Altersstruktur. Unter den 31 Aktiven – insgesamt sind in den Wehren der SG
Lutter 224 gemeldet – befinden sich drei „Blauröcke“ im Alter von bis zu 20
Jahren, fünf im Alter von 21 bis 27 Jahren, sieben im Alter von 28 bis 40
Jahren, zehn im Alter zwischen 41 bis 50 Jahren und sechs im Alter von über
50 Jahren. Die Verwaltung oder die Politik in der SG Lutter habe kein
Interesse daran, dass diese intakte Wehr „dicht gemacht“ werde. Im
Gegenteil, so Kühlewindt, jede Ortswehr sei wichtig und werde gebraucht.
Leider aber habe sich bis dato kein Ostlutteraner Wehrmitstreiter, der von
der Ausbildung her befähigt sei, Führungspositionen zu übernehmen,
bereiterklärt, die Nachfolge von Axel Eike anzutreten. Sollte es dabei
bleiben und im Rahmen der am 8. Januar anstehenden Jahreshauptversammlung
der Ostlutteraner Wehr kein neuer Ortsbrandmeister gewählt werden können,
müsse „Plan B“ (Gemeindebrandmeister Hans-Hermann Beltau), nämlich die
Auflösung der Ortswehr, Platz greifen.
Im Blick auf den „Fall der Fälle“ hat es bereits eine Zusammenkunft der
Ortskommandos der Wehren Lutter und Ostlutter gegeben; ein Meeting, in dem
man die Problemfelder und Lösungsansätze diskutierte. OBM Stefan Bergmann
unterstrich, dass man „die 31 Kameradinnen und Kameraden mit offenen Armen
aufnehmen würde“.
Sollte die Ortswehr Ostlutter am 8. Januar tatsächlich vor dem Aus
stehen, müsse alles getan werden, brachten Kühlewindt, Beltau und Borsutzky
zum Ausdruck, um die betroffenen 31 „Blauröcke“ – unter ihnen sechs
Atemschutzträger – zu halten.
Vermutlich, so hieß es, werde im Auflösungsfall eine Löschgruppe in
Ostlutter stationiert und das Tragkrafspritzenfahrzeug bis auf weiteres im
gerade mal zehn Jahre alten Gerätehaus untergestellt.
Gelöst werden muss freilich auch das Problem „Jugendwehr Ostlutter“, da der
amtierende Jugendfeuerwehrwart im neuen Jahre nicht mehr zur Verfügung
steht. GBM Beltau zeigte sich optimistisch, dass mit Hilfe der Jugendwehr
Nauen/Bodenstein und zusätzlichen Betreuern der Bestand der 13-köpfigen
Nachwuchsgruppe gesichert werden könne.
Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky merkte an, dass es hinsichtlich der
beruflichen Belastung sowie der steigenden Anforderungen und der damit
einhergehenden höheren Verantwortung im Feuerwehrwesen immer schwieriger
werde, Führungskräfte zu gewinnen. Eine Auflösung der Ortswehr Ostlutter
wäre aus der Sicht des Kreisbrandmeisters bedauerlich, auch bezüglich des
dörflichen Lebens, das darunter leiden würde.
Peter Kühlewindt sagte abschließend, man müsse zunächst einmal die JHV in
Ostlutter abwarten und danach die eventuell erforderlich werdenden Schritte
einleiten.