„Eine Fusion macht alles unpersönlicher“

Mit „neuem Wein in alten Schläuchen“ vergleicht Karl-Hermann Falkenberg die Situation, sollte es zu keiner Fusion kommen und nach der Kommunalwahl 2016 die dann gewählten Ratsmitglieder wieder in das alte Verwaltungssystem eintreten. Für Falkenberg kommt nur die Bildung einer Einheitsgemeinde in Frage.

Fraktionsloses Samtgemeinderatsmitglied Karl-Hermann Falkenberg fordert die Eigenständigkeit von Lutter

Ende Januar sorgten die Vorsitzenden der FDP-Ortsvereine aus Seesen, Langelsheim und Lutter mit ihrem Vorschlag eine Großfusion anzustreben für Aufsehen (der „Beobachter“ berichtete). Die Liberalen hatten nach einem Treffen im Barenberger Hof öffentlich mitgeteilt, dass zur Kommunawahl 2016 ihrer Ansicht nach zunächst Lutter und Seesen fusionieren sollten und in einem weiteren Schritt im Jahr 2021 die Stadt Langelsheim und die Gemeinde Liebenburg diesem Gebilde beitreten.

Nun hat sich Karl-Hermann Falkenberg, fraktionsloses Samtgemeinderatsmitglied aus Bodenstein, zu Wort gemeldet und stellt die Idee der FDP mit klaren Worten in Frage.
In ihrer Pressemitteilung hatten die Liberalen den Vorteil einer Großfusion damit begründet, dass ein solches Konstrukt ein Gegenwicht zur Stadt Goslar/Vienenburg darstellen könnte. An dieser Stelle grübelt Falkenberg welches Gegengewicht denn gemeint ist und schiebt scherzhaft nach: „Müssen wir dann alle auf die Waage?“
Für Falkenberg steht fest, dass bei einer Fusion generell alles unpersönlicher wird: „Die Entfernungen zum Rathaus werden größer und die kleinen Ortschaften wie beispielsweise Bodenstein werden noch weiter abgehängt.“ Ferner ist der Bodensteiner Kommunalpolitiker davon überzeugt, sollte die Fusion mit der Stadt Seesen tatsächlich gelingen und später noch Langelsheim und Liebenburg hinzustoßen, würden die sieben Ortschaften der Samtgemeinde Lutter zu Stadtteilen degradiert, die nicht mehr das geringste Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen hätten. Falkenbergs Ansicht nach würden den Orten in der heutigen Samtgemeinde dann „Almosen zugeteilt, um zum Beispiel ein Blumenbeet zu bepflanzen oder die Weihnachtsfeier für die Senioren auszurichten“.
Für Kopfschütteln sorgt bei Karl-Hermann Falkenberg vor allem aber die Absicht mit verschuldeten Kommunen zu fusionieren, „obwohl nach Aussage des Samtgemeindebürgermeisters Peter Kühlewindt die Samtgemeinde Lutter gut aufgestellt ist, und sich mit ihren Gemeinden auf einem guten Weg der Entschuldung befindet und für 2015 ausgeglichene Haushalte geplant sind.“
Für den Bodensteiner gibt es deshalb nur einen sinnvollen Weg: „Rechtzeitig vor der nächsten Kommunalwahl im Herbst 2016 sind die Weichen zur Bildung einer Einheitsgemeinde Lutter zu stellen.“ Diese Umwandlung hätte laut Falkenberg große Einsparpotenziale in Höhe von mehreren zehntausend Euro zur Folge, was er mit dem Verweis auf einen Prüfbericht des Landesrechnungshofes untermauert.
Zum Abschluss seiner Pressenotiz sagt Falkenberg noch: „Es kann nicht angehen, dass die dann gewählten Ratsmitglieder sonst wieder in das alte Verwaltungssystem eintreten; vergleichbar mit neuem Wein in alten Schläuchen. Da habe ich so mein eigenes Geschmäckle.“