Einfach mal losgehen

Kleiderwechsel: In voller Pilgermontur ging es weiter.
 
Mit viel Elan präsentierte Barbara Schüler ihre Eindrücke vom Jakobsweg.

Vortrag über Pilgerreise auf dem Jakobsweg beim Lutteraner Frauenfrühstück / Überaus gut besucht

Energiegeladen und vor Begeisterung sprudelnd berichtete die Goslarerin Barbara Schüler am Sonnabend beim hervorragend besuchten Lutteraner Frauenfrühstück von den Erlebnissen ihrer Pilgerreise auf dem Camino de Santiago, auch besser bekannt als Jakobsweg.
Die 61-jährige Rentnerin, die vielen noch als Marketingleiterin der Volksbank Nordharz bekannt sein dürfte, reiste im Oktober diesen Jahres mit einer 22-köpfigen Reisegruppe nach Spanien um dort von Pamplona nach Santiago de Compostela zu pilgern. Diese Reise hatte sich Barbara Schüler schon lange vorgenommen, „doch immer ist etwas dazwischen gekommen“, erzählt Schüler im Gespräch mit dieser Zeitung.
Vor rund zwei Monaten hat es dann aber endlich geklappt. Die Pilger- und Kulturreise, veranstaltet vom St. Jakobushaus Goslar in Kooperation mit der Diözese Hildesheim und dem Bayerischen Pilgerhaus, führte die Pilger mit dem Flugzeug über Düsseldorf und Biarritz zum Ausgangspunkt nach Pamplona. Dort begann dann die rund einwöchige Tour auf dem weltberühmten Jakobsweg.
Für die Frauen im Lutteraner Gemeindehaus hatte Schüler vor allem eine Botschaft im Gepäck: „Im Leben loszugehen, Dinge einfach mal anzupacken und nicht immer und immer wieder zu verschieben.“ Ihren Vortrag, den sie zunächst im schicken Kleid und dann in voller Pilgermontur mit Wanderhose, Stiefeln, Rucksack und Stöcken hielt, schmückte sie mit Bildern aus, die einen guten Eindruck der Erlebnisse boten.
Die Goslarer Reisegruppe wanderte täglich acht bis zehn Kilometer, wobei die Wanderungen erst am Nachmittag begannen. Am Vormittag stand Kultur auf dem Programm: Besichtigungen und Stadtrundgänge. Eine Erholungsreise war es also in jedem Fall nicht.
Dennoch, und das brachte Barbara Schüler den vielen Frauen im Gemeindehaus näher, war es ein sehr besonderes Erlebnis aus dem die 61-jährige Katholikin sehr viel Kraft und Zuversicht geschöpft hat, die auch rund zwei Monate nach dem Ende der Pilgerreise noch zu spüren sind.
Auf die Frage, ob sie dieses Erlebnis noch einmal wiederholen möchte, kommt ein klares „Ja“. Doch dann mindestens fünf Wochen und allein. Denn auf dem Jakobsweg, so eine weitere Botschaft ihres Vortrages, ist man nicht lange allein. „Der Glaube verbindet dort. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, das dieser Weg in einem auslöst. Zur Entschleunigung, die das Wandern sowieso mit sich bringt, gesellen sich geistliche Impulse und die Chance mit sich und seinen Gedanken eins zu werden“, so Schüler.
Das Organisationsteam des Lutteraner Frauenfrühstücks, Gisela Bahr, Barbara Edelmann und Karin Moers, hat mit dieser Themen- und Referentenwahl auf jeden Fall das richtige Händchen bewiesen. Auch, wenn sich die drei stetig entschuldigten, dass der Saal im Gemeindehaus ob des großen Ansturms und Interesses fast aus allen Nähten platzte, konnten sie nicht verbergen, dass sie mit dieser Resonanz zufrieden waren. Das Frauenfrühstück, so wie es am Sonnabend stattgefunden hat, ist definitiv eine Bereicherung für alle Anwesenden gewesen und macht Lust auf mehr. Denn der Stimmung im Saal konnte der Platzmangel überhaupt nichts anhaben. Und das leckere Frühstück wird den Frauen auch noch lange in Erinnerung bleiben.