Es „brennt“ unterm Dach der Feuerwehr Lutter!

Die Ortswehr Lutter ist zwar gut aufgestellt, doch zwischen Aktiven und Kommandospitze scheint das Tischtuch zerschnitten. (Foto: Jung)

Ortskommandospitze (Bergmann und Busch) kündigt Rücktritt an / Außerordentliche Mitgliederversammlung

Von Gerd Jung, Lutter

Die „Spitze“ des Ortskommandos der Freiwilligen Feuerwehr Lutter am Barenberge, Ortsbrandmeister Stefan Bergmann und dessen Stellvertreter, Frank Busch, will offensichtlich „das Handtuch werfen“ und ihre Ämter kurzfristig zur Verfügung stellen. Die Weichen dazu wurden bereits gestellt, denn: Ortsbrandmeister Bergmann hat für Freitag, 16. März, 20 Uhr, zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in die Gaststätte „Blickpunkt“ eingeladen. Die Tagesordnung sieht im wesentlichen drei Punkte vor: die Neuwahl des Ortsbrandmeisters, des Stellvertretenden Ortsbrandmeisters und des Kassenwarts (Torsten Schul legt seinen Posten aus privaten Gründen nieder).
Der Versuch des SG-Verwaltungschefs Peter Kühlewindt, die beiden Barenberger Wehr-Funktionsträger am Rande der montagabendlichen Sitzung des Feuerschutzausschusses zum Weitermachen „in der doch gut aufgestellten Ortswehr“ zu bewegen, scheint nicht auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Auf seine und Buschs Entscheidung, die Ämter zur Verfügung zu stellen, angesprochen, betonte Ortsbrandmeister Stefan Bergmann, dass die Motivation nach der Jahreshauptversammlung und den darauf folgenden Gesprächen, in denen er und Busch vergeblich versucht hätten, die Wogen in den Reihen der Ortswehr zu glätten, sei die Motivation zur Fortführung des Amtes als Ortsbrandmeister auf den Nullpunkt gesunken. Dies gelte auch für seinen Stellvertreter Busch. Die „vertrauensvolle Basis“ sei abhanden gekommen.
Zu den Auslösern der jüngsten Entwicklungen in der Freilligen Feurwehr Lutter am Barenberge gehörten zweifelsohne die kritischen Anmerkungen von Matthias Ebeling, der zum Schluss der Jahreshauptversammlung der Ortswehr die „Bombe“ platzen ließ: Unter dem Punkt „Verschiedenes“ ergriff der frisch gebackene Löschmeister das Wort und kritisierte Führungskräfte in der SG Lutter mit Blick auf den Umgang mit ihrer Verantwortung. Ebeling: „Da mache ich mir Sorgen.“ Viele Führungskräfte der Samtgemeinde, unterstrich Ebeling, seien sich scheinbar ihrer Verantwortung nicht mehr bewusst. Dass es Feuerwehren gäbe, die Probleme hätten, ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, sei ja keineswegs neu. Man speche nur nicht gerne darüber. Ebeling wörtlich: „Wir haben Ortsbrandmeister, die an der Einsatzstelle lieber am Steuer ihrer Einsatzfahrzeuge im Kreis fahren, den Verkehr regeln, oder wissentlich nicht einsatzfähige Atemschutzgeräteträger in den Einsatz schicken, aber nicht in der Lage sind, Führungsaufgaben zu übernehmen. Alle wissen das, alle reden darüber, aber keiner tut was dagegen.“
Grundlegende Anforderungen an Führungskräfte wie Fachkompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Fürsorgepflicht, Autorität und Vorbildfunktion seien bei vielen nicht mehr erkennbar. Dieses Verhalten verunsichere die Einsatzkräfte, raube ihnen das Vertrauen in die Führung und demotiviere dermaßen, dass etliche zurzeit noch sehr engagierte Feuerwehrangehörige auch langsam die Lust verlieren würden.
Nun, knapp vier Wochen nach der Generalversammlung und „unschönen Randgeschichten“ (Stefan Bergmann) haben der Ortsbrandmeister und dessen Stellvertreter die Lust am Führungsamt verloren – für Bergmann und Busch sind die Messen gesungen: „Uns kann nichts und niemand mehr umstimmen!“.
Auf Anfrage des „Beobachter“ meinte Bergmann, er und sein Stellvertreter würden nach dem Rücktritt „erst einmal als aktive Mitglieder weiterhin zur Verfügung stehen und die Entwicklung abwarten.“