Ex-Tänzer erkunden Oberharzer Wasserregal

Geführt vom „Harzer Wanderkaiser“ Gerd Zeiß (zweiter von rechts) erkundeten die Lutteraner Extänzer das Oberharzer Wasserregal. (Foto: Sander)

Lutteraner „Parkettkünstler“ auf Wandertour / Die Bergleute nutzten jeden Tropfen

Lutter / Oberharz (hs). Früher waren sie auf dem glatten Parkett aktiv und haben sich zu Cha-Cha-Cha- oder anderen Rhythmen auf der Tanzfläche bewegt, doch irgendwann ging dieses nicht mehr. Die Gesundheit spielte nicht mehr so wie gewollt mit, sodass sie dieses schöne Hobby an den Nagel hängen mussten. Was aber nicht die Auflösung dieser netten Gruppe bedeutete - sie wandten sich anderen Aktivitäten zu und wurden mithin zu einer „Unternehmensgruppe“.
Zur Art einer ihrer „Unternehmungen“ gehört auch die Wanderung, welche der überwiegende Teil der Gruppe am letzten Wochenende im Gebiet des Oberharzes, genauer gesagt im Bereich von Clausthal-Zellerfeld, unternahm. Unter der orts- und sachkundigen Führung des „Wanderwartes“ in ihren Reihen, Gerd Zeiß, seines Zeichens einer der ersten „Harzer Wanderkaiser“, erkundeten sie in diesem Gebiet einen Teil des zum Weltkulturerbe ernannten Oberharzer Wasserregals. Auf ihrem Weg entlang des Hirschler Teiches, des Jägerbleeker Teiches, des Polsterberger Hubhauses und des Huttaler Wasserlaufs wurde ihnen ganz ausgeprägt vor Augen geführt, wie intensiv die Bergleute hier im Harz vor mehreren hundert Jahren darum bemüht waren, praktisch jeden anfallenden Tropfen Wasser für ihre Zwecke zu nutzen, wurde dieses Wasser doch genutzt, um über und unter Tage übergroße Wasserräder anzutreiben, damit aufwendig konstruierte Gestänge bewegt werden konnten, die letztendlich durch ihre jeweilige Funktion wiederum die ohnehin schwere körperliche Arbeit der Bergmänner erleichterten.
Bei der rund acht Kilometer langen Wanderung führte der Weg auch oberhalb des „Entensumpfes“ an den „Innerste-Sprung“, Quellort eines der Harzer Flüsse, dessen Wasser auch heute noch wirtschaftlich genutzt wird: In der Innerste-Talsperre bereiten es die Harzwasser-Werke zu Trinkwasser auf. Nebenbei dient das Sperrwerk auch dem Schutz des Harzvorlandes vor möglichen Überschwemmungen.
Mit so viel Wissen zum Thema „Oberharzer Wasserregal“ im „Gepäck“, legten die Ausflügler auf dem Rückweg im Aktik-Cafe in Wildemann noch eine Pause ein und ließen dort bei Kaffee und Kuchen den Tag in gemütlicher Runde ausklingen.