Ex-Tanzsportler besuchen Postmuseum

Vom Postschalter aus dem Kaiserreich bis zu besonderen Postwertzeichen – alles bekamen die Ex-Tanzclubler im Postmuseum von Heinz Puhst zu sehen. (Foto: Sander)

Spannende Einblicke in museales Kleinod / Bei Besuchern viele Erinnerungen geweckt

Auch wenn sie ihrem früheren Hobby, dem Tanzsport, nicht mehr in der gewohnten Weise nachgehen können, sind sie dennoch nicht untätig.

Die Rede ist von den Ehepaaren aus Lutter und Umgebung, die sich als „Ex-Tanzclubler“ immer noch regelmäßig treffen, um dann gemeinsam etwas zu unternehmen.
Für ihre letzte Exkursion hatten sie sich nunmehr den Besuch des von Heinz Puhst privat betriebenen Postmuseums in Seesen-Bornhausen ausgesucht. Vorher allerdings gar nicht wissend oder ahnend, welche Schätze dort auf sie warten würden.
Vom Hausherren standesgemäß in Postkleidung empfangen, zeigte er ihnen zunächst Raritäten aus der Fernmeldetechnik, aus der Zeit, als es noch keine Handys gab, nicht jede Familie über einen eigenen Telefonanschluss verfügte und Telefongespräche von den netten „Damen vom Amt“ am Klappenschrank noch per Strippentechnik in Handarbeit vermittelt wurden. Bei einem Blick in seine reichhaltig bestückte „Kleiderkammer“ reichte das Spektrum der Exponate von der einstigen Uniform mit den unterschiedlichsten Rang- und Dienstgradabzeichen von damals bis hin zu der mehr oder weniger zweckmäßigen Arbeitskleidung von heute. Exponate, die er überwiegend aus den Nachlässen verstorbener ehemaliger Postmitarbeiter erhalten hat.
Was heute als SMS oder Whats­­­App durch den Äther geht und in Bruchteilen von Sekunden den Empfänger erreicht, war früher mit wesentlich mehr Handarbeit und größerem Zeitaufwand verbunden. Telegramme, die im Postamt ankamen, mussten beispielsweise dem Empfänger dann erst noch durch einen extra eingesetzten Telegrammboten zugestellt werden. Oder die Brief- und Paketsendungen. Hier wurde der Wandel von der einstigen und personalaufwendigen Handarbeit bis hin zu der heute gebräuchlichen Strichkodierung oder den fünfstelligen Postleitzahlen ganz besonders deutlich.
Ebenso auch der Übergang von den einstigen Postämtern der ehemaligen „Deutschen Bundespost“ zu den heute üblichen Postverkaufsstellen der „Deutschen Post“, die in privaten Geschäften oder Kaufhäusern untergebracht sind. Es ist schier unmöglich, hier alles aufzählen zu wollen, was Heinz Puhst im Laufe vieler Jahre in seinem kleinen, aber feinen Privat-Museum an der Seesener Straße in Bornhausen zusammengetragen hat und was er dort den Besuchern unentgeltlich präsentiert. Man sollte es sich selbst einmal angesehen haben.
Die Ex-Tanzclubler waren beeindruckt und überwältigt von der Vielfalt der Exponate, der liebevollen, sach- und fachkompetenten Präsentation durch Heinz Puhst und von seiner abschließenden Power-Point-Präsentation, bei der viele Bilder von früher gezeigt wurden und bei denen bei den Gästen viele Erinnerungen geweckt wurden.