Festlich geschlemmt und dabei noch etwas gelernt

Prächtige Stimmung herrschte bei den Landfrauen bei ihrem diesjährigen Ernteessen.

Ernteessen der Lutteraner Landfrauen ist hervorragend besucht / Vortrag von Rainer Hoffmeister

Wie eine reibungslos organisierte und stimmungsvolle Veranstaltung funktioniert, bewiesen am Montag die Lutteraner-Landfrauen bei ihrem alljährlichen Ernteessen. Der große Saal des Dorfkruges in Ostlutter war mit 58 Landfrauen, die Hälfte des gesamten Vereins, nahezu komplett besetzt, und die Teilnehmer verlebten einen geselligen Abend bei Speis und Trank.

So ließen sich die Landfrauen bei ihrem Ernteessen als Hauptgang Sauerbraten mit Rotkohl, Kartoffeln und Knödeln schmecken, und zum Nachtisch dann leckeren Zwetschgenkompott mit Griesnockerln. Aber natürlich kam bei der ganzen Schlemmerei, so wie es bei Veranstaltungen der Landfrauen üblich ist, auch die Bildung nicht zu kurz.
Revierförster Rainer Hoffmeister aus Hahausen war der Einladung der Landfrauen gefolgt und hielt an diesem Abend einen interessanten Vortrag mit dem Titel „Luchs, Reh und Mufflon – im Einklang mit unserer Jagd“. Dabei warf Hoffmeister die provokante Frage auf, „ob das Wild den Menschen braucht“ beziehungsweise, „ob der Mensch das Wild braucht?“ Damit zielte der Revierförster auf die Wechselwirkungen ab, in denen sich Mensch und Tier bewegen. Nach Aussage Hoffmeisters hat sich das Verhalten und der Lebensraum der Wildtiere durch die Lebensweise des Menschen verändert. So führe heute beispielsweise die Art der Landwirtschaft dazu, dass sich Schwarzwild nahezu ungehindert vermehren und ausdehnen kann. Eine Bejagung durch den Menschen ist deshalb unabdingbar, da Wildschweine, treten sie in großer Zahl auf, immense Schäden verursachen können.
Dieses Phänomen lässt sich auch im Wald beobachten, wo die Zunahme der Rehwild-Population zu Problemen führen kann. Als Grund dafür kann das Fehlen natürlicher Feinde gesehen werden. Auch deshalb sei es in diesem Bereich wichtig, dass der Mensch „regulierend“ eingreife und die Wildbestände durch gezielte Bejagung eindämmt.
Als Fazit seines Vortrages erklärte Hoffmeister, dass unser Wild durchaus im Einklang mit dem Menschen leben kann, sofern entsprechende Maßnahmen sinnvoll eingesetzt werden.
Die Landfrauen werden sich übrigens weiter mit dem Thema Wild und Jagd befassen. Am Mittwoch, 23. Oktober, steht ein Ausflug zum Luchsgehege in Bad Harzburg auf dem Programm. Für diese Fahrt stehen noch Plätze zur Verfügung. Anmeldungen nimmt die 1. Vorsitzende der Landfrauen, Renate Geldmacher-Ternedde, unter der Rufnummer (05383) 8160, entgegen.