Flecken Lutter steht gar nicht so schlecht da

Gemeinderat verabschiedet die 1. Eröffnungsbilanz nach dem Neuen Kommunalen Rechnungswesen

Hinter der Kämmerin der Lutteraner Verwaltung, Heike Ahrens, liegt eine Menge Arbeit. Grund dafür ist ein inzwischen nicht mehr ganz taufrisches Gesetz. Es trägt den komplizierten Namen „Gesetz zur Neuordnung des Gemeindehaushaltsrechts und zur Änderung gemeindewirtschaftlicher Vorschriften“. Im Kern schreibt das Gesetz, das zum 1. Januar 2006 in Kraft getreten ist, die komplette Umstellung des sogenannten Kommunalen Rechnungswesens vor. Im Klartext heißt das, dass die Kämmerer in den niedersächsischen Kommunen in den vergangenen Jahren ihre bisherige Arbeitsweise über den Haufen werfen und ihre Buchführung den neuen Vorschriften anpassen mussten. Eine zeit- und und vor allem kostenintensive Maßnahme.
Am Mittwoch verabschiedete der Rat des Fleckens Lutter nun die erste Eröffnungsbilanz zum Stichtag 1. Januar 2010. In dieser Bilanz wird erstmals das gesamte Vermögen der Gemeinde bewertet und auf einen Blick dargestellt. Das ist das Neue, vermutlich der Vorteil des neuen Rechnungswesens. Denn so kann genau ausgewiesen werden, für welchen Zweck die Gemeindegelder verwendet wurden, und aus welchen Töpfen die Gelder geflossen sind.
Beim Flecken Lutter sieht die Sache mit dem Geld gar nicht so schlecht aus. 48 Prozent der Investitionen sind nämlich durch Eigenkapital abgedeckt – ein Wert der in Zeiten klammer Kassen durchaus beachtenswert ist. Auf der anderen Seite wurden nur 8,9 Prozent der Gesamt­investitionen durch Verbindlichkeiten, also Kredite und Ähnlichem, finanziert. Insgesamt weist die 1. Eröffnungsbilanz ein Vermögen von rund 3,6 Millionen Euro aus. Auf Grundlage dieses Zahlenmaterials wird nun der Jahresabschluss rückwirkend für das Jahr 2010 erstellt. Danach folgt dann der gleiche Vorgang für die Haushalte 2011 und 2012.
Gemeindedirektor Peter Kühlewindt dämpfte die Stimmung aber trotz der positiven Haushaltsbilanz. „Wären wir eine Einheitsgemeinde könnten wir uns heute zurücklehnen und uns über unsere gute Arbeit freuen. Da wir aber eine Samtgemeinde sind, spielt auch diese Bilanz eine wichtige Rolle, und da ist das Zahlenwerk leider nicht so positiv“, so Kühlewindt.
Die Ratsmitglieder verabschiedeten die 1. Eröffnungsbilanz am Ende einstimmig und bescheinigte der Kämmerin Heike Ahrens eine hervorragende Arbeit.
Im weiteren Verlauf der Ratssitzung ging Kühlewindt in seinem Bericht über aktuelle Themen auf den Winterdienst und das Sanierungskonzept am Mühlenteich ein. Beim Mühlenteich, so die Aussage Kühlewindts, sind die bisherigen Arbeiten hervorragend erledigt worden. Auch die Untere Wasserbehörde des Landkreises Goslar würdigte vor allem das Engagement des ASV Lutter in einer Stellungnahme. Die weiteren Vorgänge sollen Mitte Januar abgestimmt und konkretisiert werden.
In puncto Winterdienst erklärte der Gemeindedirektor, dass er mit dem Winterdienst bisher sehr zufrieden ist. Deshalb appellierte er auch an die Bevölkerung nicht gleich in Panik zu verfallen, wenn sich die Räumung der Straßen ein wenig hinauszögert. „Wir fordern in der Samtgemeinde keine Straßenreinigungsgebühren, sind also laut Verodnung nicht zur Räumung der Straßen, abgesehen von Bundes- und Landesstraßen, verpflichtet. Wir lassen die Bürger aber nicht im Stich und kommen mit dem Räumdienst.“