Gelungener Konzertabend mit Kathy Kelly

Die Künstlerin am Akkordeon.

Nach 2010 macht die Künstlerin auf ihrer Europatournee erneut Station in Lutter am Barenberge

Eine Kathy Kelly noch ausführlich vorzustellen, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Auch in Lutter am Barenberge ist die langjährige Produzentin und Ex-Frontfrau der Erfolgsband „The Kelly Family“ keine Unbekannte mehr. Vor fast genau zwei Jahren wurde sie hier schon einmal frenetisch gefeiert. Mittlerweile hat sich Kathy Kelly in ihrer über 30-jährigen Sangeskarriere erfolgreich als Solo-Künstlerin im internationalen Musikbusiness etabliert und konzertierte am Samstagabend als „Grande Dame of Gospel and Folk“ im Rahmen ihrer aktuellen Europatournee erneut in der Lutteraner St.-Georg-Kirche. Wie nicht anders zu erwarten vor vollen Bänken. Mehr als 250 Besucher wollten sich das Gastspiel nicht entgehen lassen und erlebten einen stimmungsvollen Abend mit einer großen Künstlerin.
Erheblichen Anteil am Erfolg des Konzertabends hatte daneben wieder einmal der Gospelchor Lutter. Vor zwei Jahren noch hatte die kürzlich verstorbene Chorleiterin Christine Weitz musikalisch Regie geführt und auch das jüngste Konzert mit vorbereitet. Für sie steht derzeit Silke Fricke am „Dirigentenpult“. Trotzdem ist der Gospelchor nun dringend auf der Suche nach einer neuen Chorleitung.
Was Kathy Kelly betrifft, so wurde sie in Lutter diesmal von Heike Beckmann am Keyboard begleitet, die sich als einfühlsame, kongeniale Partnerin der Mezzosopranistin entpuppte. Ihr besonderes musikalisches Talent zeigte Kathy Kelly gleich von Beginn an. Den Auftakt machte „Who’ll come with me“. Dabei handelt es sich um den bekannten Soundtrack des Films „Die Abenteuer des David Balfour“ aus dem Jahr 1978, den Kathy Kelly zusammen mit ihrem Vater geschrieben hatte. Einmal abgesehen von der Stimme mit dem unverwechselbaren warmen Timbre, mit der die Künstlerin das Kirchenschiff ausfüllte, zeigte sie auch instrumental ihre ganze Klasse. Ob am Akkordeon, an der Gitarre oder an der E-Violine, ob mit melodiösen Folk-Stücken aus Irland, Flamenco-Melodien aus Spanien, kraftvollen Gospels oder gefühlvollen Balladen wie „Hallelujah“ von Leonard Cohen – in diesem Konzert war von feuchten Augen bis zum ausgelassenen Mitsingen, -tanzen und -klatschen alles dabei.
Der Gospelchor Lutter war dabei alles andere als „nur“ klangvolle Begleitung, sondern über weite Strecken mit seinem breit gefächerten Repertoire auch tonangebend. Das Zusammenspiel mit Kathy Kelly klappte ohne Haken und Ösen ganz hervorragend. Dass man die Akteure auf der Kirchenbühne nicht ohne Zugaben entließ, versteht sich da fast von selbst. Mit dem „Ave Maria“ setzte Kelly noch einmal ein abschließendes Ausrufezeichen, bevor alle Mitwirkenden ihren verdienten Applaus genießen konnten.