Hunderte beim „Apfeltag“ auf der Burg Lutter

Heilpflanzenexpertin Anja Kucharski präsentierte eine Auswahl an Kräuterprodukten aus der Region.
 
In der umfangreichen Sortenausstellung tauchte auch so manche Frucht aus dem eigenen Garten auf. (Foto: Süpke)

Rund um die Mosterei: Sortenbestimmung und -ausstellung, Vortrag und Kinder an der Handpresse

Parkplätze? Die waren am Sonntag Mangelware rund um die altehrwürdige Burg Lutter. Bis weit in Richtung Ostlutter standen die Autos dicht an dicht. Für diesen großen Besucherandrang sorgte der „Apfeltag“, zu dem die Mosterei Burg Lutter wieder einmal eingeladen hatte.
Hunderte folgten bei herbstlichen Temperaturen dem Ruf – und sie wurden nicht enttäuscht. Ein wenig Geduld mitbringen mussten allerdings alle, die gerne einmal wissen wollten, welche Apfelsorte denn so im heimischen Garten gedeiht. Als Expertin an diesem Tag war Sabine Fortak aus Königslutter vor Ort. Sie ist 3. Vorsitzende des Pomologen-Vereins und Ansprechpartnerin für Fachfragen bei der Arbeitsgemeinschaft Streuobst e.V. Unter Pomologie versteht man die Obstbaumkunde, also die Lehre der Arten und Sorten von Obst sowie deren Bestimmung und systematische Einteilung. Klar, dass Sabine Fortak an diesem Tag alle Hände voll zu tun hatte. Schließlich gibt es geschätzt mehr als 2000 verschiedene Apfelsorten. „Golden Delicious“, „Jonagold“, „Granny Smith“, „Holsteiner Cox“ und „Elstar“ sind ja mehr oder weniger bekannt. Aber wer hat schon einmal etwas vom „Geflammten Kardinal“, der „Landsberger Renette“ oder dem „Rheinischen Krummstiel“ gehört? Da stößt ein Laie schnell an seine Grenzen. Die Besucher konnten es aber auch auf eigene Faust versuchen und in einer umfangreichen Sortenausstellung Früchte aus dem eigenen Garten entdecken. Nur ein paar Schritte weiter gab es sogar Gelegenheit, alte Obstbaumsorten zu erstehen.
Auch darüber hinaus gab es allerhand zu entdecken auf dem Burg-Areal. Da wurden beispielsweise dekorative Kränze und eine große Auswahl an Konfitüren und Zierkürbissen angeboten, und offerierte die Alfelder Heilpflanzenexpertin Anja Kucharski eine Reihe von selbst hergestellten Kräuterprodukten – Ergebnisse der Kräuterwanderungen, die sie allein oder mit interessierten Teilnehmern absolviert. Sogar ganze, ungekämmte Schaf-Felle konnten die Besucher käuflich erwerben.
Mit reiner Muskelkraft den Saft aus dem Apfel pressen, das wollten vor allem mal die Kinder und Jugendlichen probieren. Der Einsatz an der Handkorbpresse sollte sich lohnen. Am Ende floss köstlicher Apfelsaft aus den Schläuchen in die Trinkbecker – 100 Prozent Natur und dazu noch aus der Heimat. Einige Kinder zeigten sich besonders mutig: Unter fachkundiger Aufsicht und gut mit Helm und Seilen gesichert, konnten sie in Bäumen herumklettern. Andere nutzten die Zeit, um über dem offenen Feuer Stockbrot zu backen.
Im Rahmen eines Vortrages wurde zudem über den Nutzen von Bienen, auch im Hausgarten, informiert. Aus gutem Grund: Die nützlichen Insekten sind durch die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft mehr und mehr gefährdet.
So ein Apfeltag-Rundgang über die Burg Lutter machte ganz schön hungrig. Die verloren gegangenen Kalorien konnten im gut geheizten Burggebäude bei Kaffee und Kuchen wieder „aufgetankt“ werden.

Die Mostereisaison, die bis etwa Mitte November dauert, hat auf der Burg Lutter schon begonnen. Jeder kann hier – natürlich nach vorheriger Terminvereinbarung unter Telefon (05383) 8500 – seine Äpfel an Ort und Stelle verarbeiten lassen und dann seinen eigenen Apfelsaft mitnehmen. Auch die Vermostung von anderem Obst oder von Gemüse ist möglich. Weitere Informationen auch im Internet unter www.mosterei-burg-lutter.de