„Im Mittelpunkt soll weiterhin Lutter stehen“

Lutters Samtgemeindebürgermeister Peter Kühlewindt zusammen mit Wolfgang Oehler (Planungsbüro Grontmij) und Jens Range, Bürgermeister der SG-Baddeckenstedt, bei der Projektvorstellung im Februar vergangenen Jahres im Dorfgemeinschaftshaus Oelber.

IEK-Projekte werden am 13. März im Dorfgemeinschaftshaus Alt Wallmoden vorgestellt

Ziemlich genau vor einem Jahr stellten die beiden Nachbarn, die Samtgemeinden Lutter und Baddeckenstedt, ein gemeinsames Projekt vor. Im Zuge des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Städteentwicklung aufgelegten Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ formulierten die Kommunen das Ziel, ihre Ortschaften angesichts des stetig zunehmenden demografischen Wandels auch in Zukunft mittels eines Integrierten Entwicklungskonzeptes (IEK) lebenswert zu erhalten.
Im Kern geht es bei diesem Entwicklungskonzept um die Bereiche Infrastruktur, Kinderbetreuung, Vereinsleben, Nah-Versorgung, ärztliche Versorgung und die Seniorenbetreuung. In den vergangenen zwölf Monaten wurden diese Bereiche intensiv bearbeitet und Strategien entwickelt, wie die Gemeinden den Bedürfnissen ihrer alternden Bevölkerung gerecht werden können. Diese Ergebnisse sollen nun am Donnerstag, 13. März, den Vertretern der Gemeinderäte und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die auf rund drei Stunden angelegte Veranstaltung wird im Dorfgemeinschaftshaus Alt Wallmoden durchgeführt und beginnt um 19 Uhr.
Wie Lutters Verwaltungschef Peter Kühlewindt in der jüngsten Samtgemeinderatssitzung dazu ausführte, werden die Besucher der Infoveranstaltung auch konkrete Pläne vorgestellt bekommen. Zusammen mit der Samtgemeinde Baddeckenstedt, der Stadtsanierungsfirma BauBeCon und der Planungs- und Ingenieurgesellschaft Grontmij hat die Lutteraner Verwaltung die so genannten Projektsteckbriefe erstellt, die detailliert Auskunft über mögliche Maßnahmen geben. Dabei dreht es sich beispielsweise um den barrierefreien Ausbau von Dorfgemeinschaftshäusern oder Konzepte die sich mit der Mobilität im Alter beschäftigen. Ferner gehören auch Dinge wie der Umgang mit leerstehenden Geschäfts- und Wohnhäusern sowie die Aufrechterhaltung der Nah-Versorgung mit Lebensmitteln zu dem Projektbündel.
„Klar ist, dass der Flecken weiterhin als Grundzentrum bestehen bleiben soll und somit auch im Mittelpunkt aller Überlegungen und Projekte steht“, so Kühlewindt gegenüber dieser Zeitung. Im Klartext heißt dies, dass im Flecken Lutter weiterhin Lebensmittelgeschäfte oder eine Arztpraxis vorgehalten werden soll.
Auch mit Blick auf eine mögliche Fusion der Samtgemeinde mit einer der umliegenden Kommunen misst Kühlewindt dem IEK weiterhin eine wichtige Bedeutung bei: „Der barrierefreie Ausbau von Dorfgemeinschaftshäusern würde in diesem Fall ja nicht zu Lasten eines potentiellen Fusionspartners gehen, sondern würde durch das Projekt gegenfinanziert werden.“
Mit anderen Worten würde ein solches Vorhaben auch dem Bestandsschutz der Dorfgemeinschaftshäuser zugute kommen. „Wir wollen nach einer Fusion nicht schlechter aufgestellt sein als vorher, deshalb werden wir die mit dem IEK formulierten Ziele auch weiter verfolgen“, erklärt der Verwaltungschef.
Wann mit einer konkreten Umsetzung zu rechnen ist, vermag Kühlewindt aber noch nicht zu sagen: „Das hängt ganz klar von der Finanzierbarkeit der einzelnen Projekte ab.“
Grundsätzlich zielt das Integrierte Entwicklungskonzept „Kleine Städte und Gemeinden“ darauf ab, Kommunen in dünn besiedelten, ländlich geprägten, von Abwanderung bedrohten oder vom demografischen Wandel betroffenen Räumen, darin zu unterstützen, die zentral örtlichen Versorgungsfunktionen öffentlicher Daseinsvorsorge dauerhaft, bedarfsgerecht und auf hohem Niveau für die Bevölkerung der gesamten Region für die Zukunft zu sichern und zu stärken. Ein Handlungsschwerpunkt des Programms ist die Unterstützung aktiver interkommunaler beziehungsweise überörtlicher Zusammenarbeit bei der Anpassung und arbeitsteiligen Erbringung der städtebaulichen Infrastruktur für die Daseinsvorsorge.