Museum weiter auf Erfolgskurs

Horst Züchner, Vorsitzender des Museums- und Kulturvereins Lutter, berichtete bei der Jahreshauptversammlung von einer sehr positiven Entwicklung. Das Museum erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit, was auch mit den zahlreichen Kulturveranstaltungen zusammenhängt, die der Verein im Jahresverlauf organisiert und veranstaltet.

Besucherzahlen können fast an Erfolg des Vorjahres anknüpfen / Kalender ist ein Verkaufsrenner

Die positive Entwicklung beim Lutteraner Heimatmuseum hält an. Dies geht aus dem Bericht hervor, den Museums­chef Horst Züchner im Zuge der Jahreshauptversammlung des Kultur- und Museumsvereins am Dienstagabend vortrug.
Demzufolge konnte das Museum zwar nicht ganz an die Besucherzahlen aus dem Rekordjahr 2013 anknüpfen, aber dennoch sei der Trend sehr erfreulich.

Insgesamt zählten die Verantwortlichen im vergangenen Jahr 913 Besucher. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2013 waren es 969 Besucher. „Bei den Besucherzahlen des vergangenen Jahres handelt es sich um das zweitbeste Ergebnis seit 2004“, so Vereinsvorsitzender Züchner stolz.
Insgesamt war das Museum in der Bahnhofsstraße an 29 Tagen geöffnet. Großer Beliebtheit erfreuten sich wieder die Sonderausstellungen, Sonderführungen und kulturellen Veranstaltungen, die einen immer größeren Stellenwert in der Arbeit des Vereins einnehmen.

Jubiläumsfeier war
Höhepunkt des Jahres

Unumstrittener Höhepunkt im vergangenen Jahr war jedoch die große Feier anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Museums. Züchner bezeichnete diese Veranstaltung als einen absoluten Volltreffer: „Von der Organisation bis zum Ablauf hat alles reibungslos funktioniert.“ Darüber hinaus sorgte das Konzert mit dem Mandolinenorchester für große Freude bei Vereinsmitgliedern und Besuchern. Das Konzert war nicht nur ausverkauft, sondern auch das gesamte Programm wusste restlos zu überzeugen. Eine Wiederholung in diesem Jahr ist bereits in Planung.
Und auch mit Blick auf den baulichen Zustand des Museumsgebäudes hat sich im vergangenen Jahr einiges bewegt. Sichtbarstes Zeichen ist dabei die umfassende Sanierung der Außenfassade, die vor allem durch die Einwerbung von Fördergeldern realisiert werden konnte. Aber auch im Inneren des Heimatmuseums hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. So konnte nicht nur ein neues Büro und ein weiterer Raum für die Ausstellung verschiedener Exponate eingerichtet werden, sondern auch in puncto Fotolabor sind Fortschritte zu verzeichnen. Die Fertigstellung des Fotolabors ist noch in diesem Jahr geplant. Und auch der Umbau des ehemaligen Büros, mit dem Zweck dort eine dauerhafte Fotoausstellung einzurichten, geht voran.
Zu einer wahren Erfolgsgeschichte hat sich inzwischen der jährlich herausgegebene Heimatkalender entwickelt. Insgesamt konnten bisher 199 Exemplare der aktuellen Auflage verkauft werden, was im Umkehrschluss bedeutet, dass nur noch ein einziger Kalender übrig geblieben ist.
Im Zusammenhang mit dem Kalender berichtete Züchner von einem Besitzerwechsel in der mit der Herstellung betrauten Druckerei in Bockenem. Der Museumsverein hatte zunächst Zweifel, ob der neue Eigentümer dem Verein auch Sonderkonditionen einräumen würden, wie es der Vorbesitzer stets tat. Diese Zweifel erwiesen sich glücklicherweise als völlig unbegründet, da sich der neue Besitzer als sehr kooperativ und flexibel erwiesen hat.
Auch für das Jahr 2016 will der Verein wieder einen Kalender herausgeben. Die Arbeiten an der kommenden Ausgabe laufen bereits auf Hochtouren. Wie Züchner sagte kann der Verein wie schon in den vergangenen Jahren mit einer finanziellen Unterstützung des Regionalverbandes Harz rechnen.
Als wenig erfreulich bezeichnete Horst Züchner ein Ereignis, das sich im November zugetragen hat. Da forderte der Eigentümer der Regimentskasse, die in der Ausstellung zur Schlacht bei Lutter am Barenberge eine exponierte Stellung einnahm, seinen Besitz zurück. Dies hatte er auch schon im Vorfeld angekündigt. Versuche, die historische Regimentskasse käuflich zu erwerben, verliefen negativ. Nun ist der Verein auf der Suche nach einer Alternative. Im Internet hat Züchner auch schon einige Angebot ausfindig gemacht, diese übersteigen jedoch die finanziellen Möglichkeiten des Vereins. Dennoch soll die Suche fortgesetzt werden, entsprechende Rücklagen für den Kauf einer alternativen Regimentskasse werden gebildet.
Der Kassenbericht gab schließlich keinen Anlass für Beanstandungen, weshalb Kassenführerin Ursula Kruska und dem gesamten Vorstand einstimmig Entlastung erteilt wurde.
Im weiteren Verlauf der Sitzung befasste sich die Versammlung noch mit einer Satzungsänderung. Dies erfordern neue gesetzliche Bestimmungen. Die Satzungsänderung wurde einstimmig verabschiedet.
Samtgemeindebürgermeister Peter Kühlewindt, bei dem an diesem Abend aufgrund des Flugzeugabsturzes über Südfrankreich keine rechte Freude über die unstrittig positive Arbeit des Museumsvereins aufkommen wollte, dankte dem Verein für seine großartige Arbeit. Er bezeichnete die Anstrengungen des Vereins als sehr wertvoll, da sie inzwischen weit über die Arbeit im Heimatmuseum hinausgehen. Laut Aussage Kühlewindts habe sich der Verein zu einem wichtigen Kulturträger in der Samtgemeinde entwickelt, was auch der große Zuspruch beweisen würden.
Lutters Bürgermeisterin Karin Rösler-Brandt, die der Versammlung trotz ausgewachsener Erkältung beiwohnte, schloss sich den Worten ihres Vorredners Kühlewindt im Großen und Ganzen an. Auch sie bedankte sich bei Verein und Verantwortlichen für die Arbeit, die einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben in der Gemeinde beitrage. So brachte die Bürgermeisterin zum Ausdruck, dass die Belange des Heimatmuseums auch in den Räten der einzelnen Gemeinde niemals in Frage gestellt werden, sondern stets wohlwollend darüber entschieden wird.
Am kommenden Freitag wird im Museum das Theaterstück „Helene in Szene“ aufgeführt. Die Veranstaltung ist bereits restlos ausverkauft.