Nachdenkliche Worte bei der Hubertusmesse

An der Orgel nahm Wilfried Kabisch aus Salzgitter Platz. Beim Gemeindelied spielte er noch eine zusätzliche Stophe. (Foto: Süpke)

Pfarrerin Johanna Bernstengel leitet erstmals solch einen Gottesdienst

Mit Fleisch hat Pfarrerin Johanna Bernstengel als bekennende Vegetarierin nicht viel am Hut. Umso mehr war es für sie eine Herausforderung bei der Hubertusmesse in der St.-Georg-Kirche die richtigen Worte zu finden. Für die Kirchenfrau im Neiletal war dieser Gottesdienst obendrein eine Premiere. In ihrer Predigt verpackte sie eine Botschaft, die durchaus zum Nachdenken anregt.
Das einzige Fleisch, was bei Johanna Bernstengel ins Haus kommt, befindet sich im Futternapf ihrer Katze. Seit sie im Neiletal ist, kam sie mit Jägern ins Gespräch, die ihre Sicht auf die Jagd veränderten. Sie hat Menschen kennengelernt, die sich bewusst und verantwortungsvoll um die Hege des Wildes und des Waldes kümmern. In den Großstädten wie Berlin, wo sie ihre Kindheit verbracht hat, sind Jäger das Sinnbild für Tiermörder. Zudem reden dort alle vom Schutz des Regenwaldes, der heimische Wald wird vernachlässigt. Noch etwas machte Johanna Bernstengel deutlich, die Tiere leben im Wald in Freiheit, anders in der Massentierhaltung. Hier wird nicht einmal das Futter vor Ort produziert, so Johanna Bernstengel. Mit ihrem Schlussworten setzte sie dem Ganzen noch einen obendrauf: „Wer über Flüchtlinge schimpft und gleichzeitig in eine Billigwurst beißt, sollte darüber auch einmal nachdenken. “
Musikalische wurde die Messe von der Jagdhornbläsergruppe „Hubertus” gestaltet. An der Orgel nahm Wilfried Kabisch aus Salzgitter Platz. „Der Mond ist aufgegangen” sangen alle Besucher der Hubertusmesse gemeinsam, inklusive Zugabe.