Nilgänse-Familie hat Garten der Familie Dollega-Cissee im Griff

Die Teiche im Garten der Hahäuser Familie...
 
...Dolega-Cissee werden zur Zeit von einer...

Pärchen mit neunköpfigem Nachwuchs fühlt sich in Hahausen pudelwohl

Hahausen (bo/G.J.). Die Hahäuser Familie Carl-Achim Dollega-Cissee hat (unfreiwillig) „Nachwuchs“ bekommen: Seit Montag domiziliert hier nämlich ein Nilgänse-Pärchen mit neun frisch geschlüpften Küken, die sich im Garten – ein wahres Naturrefugium – des Anwesens „Am Platz“ 3 pudelwohl fühlen. Vor etwa drei Monaten tauchte das Pärchen schon einmal bei den Dollega-Cissees auf, und die Gänse-Eltern in spe befanden das Areal mit den Teichen und Wiese für eine Aufzucht wohl als bestens geeignet.
Experten zufolge wird die ursprünglich aus Afrika stammende Nilgans seit dem 18. Jahrhundert als Ziergeflügel in Europa gehalten. Freilebende Brutpopulationen der Nilgans, ist der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia zu entnehmen, habe es in Großbritannien bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts gegeben. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts sei diese Population auf vierhundert bis fünfhundert Individuen angewachsen. Diese kleine Population freibrütender Nilgänse in England sei bis in die 1970er Jahre weitgehend stabil geblieben. Seit den siebziger Jahren erfolge eine rasante Ausbreitung von Nilgänsen von einer aus den Niederlanden stammenden, wohl durch Aussetzungen und durch entfleuchte Tiere gebildeten Population. Diese Ausbreitungswelle schlage entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse zu Buche und habe inzwischen im Süden die Grenze zur Schweiz erreicht, im Osten über die Donau auch Österreich. Gegenwärtig breite sich die Art auch nach Norden aus. In Schleswig-Holstein existiere bereits ein kleiner, jedoch beständig wachsender Brutbestand, ebenso in Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg. 2011 seien auch Exemplare im Havelland (Brandenburg) beobachtet worden. Bei dieser Ausbreitungsbewegung gesellten sich immer wieder Gefangenschaftsflüchtlinge zu der sich ausbreitenden Population, was man an mit Züchterringen versehenen Tieren erkennen könne. Die Nilgans gehöre damit zu den sehr erfolgreichen Neozoen und werde wohl in absehbarer Zeit über die Donau wieder ihre alten Siedlungsgebiete auf dem Balkan zurückerobern. Von Landwirten angelegte Mieten seien willkommene Nahrungsquellen und eine der Hauptursachen der erfolgreichen Ansiedlung in den letzten Jahren, da diese auch in Notzeiten Nahrung bieten würden. Zur Hauptnahrung der Nilgänse gehörten Gräser, daneben würden Getreidefelder regelmäßig aufgesucht. Selbst strenge Winter wie 1995/96 und 1996/97 hätten den Nilgansbestand nicht negativ beeinflussen können. Aufgrund der hohen Nachwuchsrate, mutmaßt Wikipedia, sei zu erwarten, dass Nilgänse sich noch weiter ausbreiten und irgendwann flächendeckend in den Tieflagen Deutschlands brüten würden.
Die Fortpflanzungszeit werde im ursprünglichen Verbreitungsgebiet durch die einsetzende Regenzeit ausgelöst. In West- und Südafrika falle die Brutzeit entsprechend in die Monate Juni bis September. In Kenia dagegen käme Nilgänse während des gesamten Jahres zur Brut.Nilgänse seien während der Brutzeit streng territorial und duldeten keine anderen Entenvögel in ihrem Revier. Und: Nilgänse seien bezüglich ihrer Nistplatzwahl sehr flexibel. Nester würden im Röhricht und gelegentlich auch zwischen Felsgestein errichtet. Nilgänse nutzten außerdem auch Baumhöhlen und würden in Afrika gelegentlich auch auf den großen Nestbauen der Schattenvögel brüten.
Die Eier sind weiß und glänzen schwach. Die Brutdauer beträgt 30 Tage. Frisch geschlüpfte Dunenküken haben durchschnittlich ein Gewicht von 54 Gramm. An der Führung der Küken sind beide Geschlechter beteiligt. Sie werden von den Elternvögeln in Seichtwasserzonen und auf nahen Grasflächen aufgezogen. Mit etwa neun bis zehn Wochen sind die Junggänse ausgewachsen und flugfähig. Also: die Hahäuser Familie Dolega-Cissee muss sich gedulden, bis ihr Teiche und Wiesen wieder „allein“ gehören...