Pfarrer Martin Stützer verlässt Lutter

Nach acht Jahren im Neiletal verabschiedet sich der evangelische Pfarrer Martin Stützer in Richtung Bolivien. Die Pfarrstelle im Pfarrverband St.-Trinitatis-Neiletal ist offiziell ab dem 15. Juli vakant. Hier ist Stützer beim Einweihungsgottesdienst anlässlich der Sanierung der Nauener St.-Johannes-Kapelle zu sehen.

Nach acht Jahren im Neiletal zieht es evangelischen Geistlichen nach Bolivien / Abschiedsgottesdienst am 13. Juli

Was in der vergangenen Woche zunächst noch als Gerücht durch die Gemeinde schwirrte, ist nun Tatsache: Pfarrer Martin Stützer wird seine Stelle im evangelischen Pfarrverband St.-Trinitatis-Neiletal in Kürze aufgeben. Grund für diesen Schritt ist ein Wechsel in weite Ferne.

Laut einem Bericht der Goslarschen Zeitung zieht es Stützer ins südamerikanische Bolivien, wo er die Pfarrstelle bei der evangelisch-lutherischen Kirche deutscher Sprache antreten wird. Sein Abschiedsgottesdienst wird am Sonntag, 13. Juli, um 14 Uhr in der Lutteraner St.-Georg-Kirche veranstaltet.
Stützer, der insgesamt seit acht Jahren als Pfarrer im Neiletal tätig war, begründet seine Entscheidung mit dem Wunsch nach einer Luft- und Standortveränderung. Gegenüber der GZ erklärte der Pfarrer: „Nach acht Jahren in Lutter wollte ich einfach mal raus.“
In Bolivien wird Stützer, der neben Lutter und Ostlutter nach der Gründung des Pfarrverbandes St.-Trinitatis-Neiletal auch als regulärer Pfarrer für die Gemeinden in Neuwallmoden, Hahausen und Nauen zuständig war, an drei Standorten arbeiten (vor der Pfarrverbandsgründung war Stützer so genannter Vakanz-Vertreter). Laut GZ erstreckt sich ein Aufgabengebiet über die Hauptstadt La Paz, sowie die Städte Santa Cruz und Chochamba.
Seine neue Aufgabe im fernen Bolivien umfasst auch die Betreuung von Jugendlichen im Zuge des Freiwilligen Sozialen Jahres.
Der Wunsch, noch einmal eine Stelle im Ausland anzutreten, loderte in Stützer schon seit längerem. Bolivien ist nämlich nicht seine erste Stelle außerhalb Deutschlands. Nach seinem Vikariat hatte Stützer bereits ein Jahr in England gewirkt. Für ihn, so schildert Stützer es in der GZ, war schon damals klar, dass er nochmal richtig weit weg wollte und dies dann nicht Europa sein kann.
Auf die Suche nach einer neuen Herausforderung begab sich Stützer bereits im abgelaufenen Jahr. Die Zusage auf seine Bewerbung erhielt der Geistliche aber erst im Mai.
Für den Pfarrverband bedeutet der Abschied von Martin Stützer vor allem eins – es muss ein neuer Pfarrer gefunden werden.
Vakant ist die Stelle offiziell ab dem 15. Juli. Schon bald werden sich deshalb die Kirchenvorstände des Pfarrverbandes treffen um an einer gemeinsamen Ausschreibung zu arbeiten.
Inwieweit diese Suche von Erfolg gekrönt sein wird ist aktuell noch nicht abzuschätzen. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Landeskirche, die jüngst ankündigte ob stetig sinkender Mitgliederzahlen Stellen abbauen zu wollen, wird die Suche nach einem Nachfolger für Stützer aber nicht unbedingt begünstigt.
Stützer selbst, so formulierte er es gegenüber der GZ, sieht die Vakanz aber durchaus als Chance. Seiner Auffassung nach bräuchte Kirche stets frische Impulse, die könne ein neuer Pfarrer liefern.
Für die ab 15. Juli vorherrschende Vakanz hat die Propstei Seesen bereits Vertretungen organisiert. Seesens Pfarrer Thomas Weißer wird die Geschäftsführung der drei Kirchengemeinden Lutter, Hahausen und Nauen sowie des Pfarrverbands übernehmen. Die Verantwortung für den Hahäuser Kindergarten St. Romanus übernimmt Pfarrer Tim-Florian Meyer, ebenfalls aus Seesen.
Für Beerdigungen in Lutter wird Hans-Dieter Scheipner aus Herrhausen verantwortlich zeichnen. Johannes Koch aus Rhüden führt Beerdigungen in Hahausen, Nauen, Ostlutter und Neuwallmoden durch. Den Konfirmandenunterricht wird Diakonin Heidemarie Hein (Langelsheim) fortsetzen.