Seesen übernimmt die Samtgemeinde Lutter

Wende im Fusionsprozess: Seesen übernimmt die SG Lutter.

Überraschende Wende im Fusionsprozess / Millioneninvestitionen in die Samtgemeinde

Eigentlich waren für den Fusionsprozess der Samtgemeinde Lutter mit den umliegenden Kommunen knapp zwei Jahre veranschlagt. Doch nun hat sich das Blatt schneller gewendet als von vielen vorab vermutet wurde. Denn die Stadt Seesen wird bereits ab nächstem Monat die Samtgemeinde Lutter samt Verwaltung übernehmen. Dies bestätigten die Bürgermeister Erik Homann (Seesen) und Peter Kühlewindt (SG Lutter) gestern auf Nachfrage. Zu den Gründen äußerten sich beide Verwaltungschefs ähnlich.
Homann erklärte, „dass die Stadt Seesen und die Samtgemeinde Lutter wie füreinander geschaffen seien, und die nun beschlossene Verschmelzung der beiden Kommunen viele positive Effekte bewirken wird“. Kühlewindt sagte: „Ich bin froh, dass wir die ganze Angelegenheit jetzt doch so schnell über die Bühne bringen konnten. Diese ständigen Sitzungen von Arbeitskreis und Lenkungsgruppe hätten uns nur viel Zeit und Arbeit gekostet, am Ende aber das gleiche Ergebnis erbracht. Uns war von Beginn an klar, dass eigentlich nur eine Fusion mit Seesen Sinn macht. Langelsheim und Liebenburg sind als Partner schlicht nicht geeignet, weil finanzschwach und unzuverlässig.“
Für die Bürger der Samtgemeinde hat die schnelle Fusion vor allem positive Folgen. Wie Homann berichtet, wird die Stadt Seesen mächtig viel Geld in die Samtgemeinde pumpen um ihre guten Absichten zu unterstreichen. „Wir planen Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe. Unter anderem ist der Bau eines Freibades in Planung um die touristische Attraktivität der Kommune zu stärken.“ Zudem soll viel Geld in die Schule, die Dorfgemeinschaftshäuser und die Ausstattung der Feuerwehren fließen. „Den Bürgern in der Samtgemeinde soll es an nichts mangeln. Da sind wir gerne bereit unseren Haushalt mit Krediten aufzustocken. So planen wir unter anderem die zeitnahe Anschaffung von bis zu fünf Einsatzfahrzeugen für die Feuerwehren“, so Homann.
Für die politischen Entscheidungsträger in der Samtgemeinde hat die Fusion jedoch weniger positive Folgen. Alle Räte werden mit Wirkung zum 15. April aus ihren Ämtern entlassen. Die Ratsgeschäfte werden ausschließlich aus Seesen geführt. Eine entsprechende Sondergenehmigung aus dem niedersächsischen Innenministerium erlaubt diesen Vorgang.
Und auch für die schnelle Fusionsentscheidung, vorbei an allen politischen Gremien, gibt es Rückendeckung aus Hannover. Wie ein Sprecher des Innenministeriums auf Nachfrage erklärte, „ist dies für alle Beteiligten der beste und schnellste Weg.“
Während alle Mitarbeiter der Lutteraner Verwaltung ausgestattet mit üppigen Abfindungen entlassen werden, darf sich SG-Bürgermeister Kühlewindt, dessen Amtszeit in diesem Jahr eigentlich auslief und nur durch entsprechendes Ratsmandat verlängert wurde, über einen hochdotierten noch zu schaffenden Posten in Seesen freuen. Dort muss er deutlich weniger arbeiten, erhält aber saftig aufgestockte Bezüge und Sonderzulagen.
Die Straßenmeisterei Seesen bereitet bereits den Austausch der Ortsschilder vor, der noch in dieser Woche beginnen soll.