Seit 50 Jahren einen hervorragenden Ruf

Die neu gegründete Chor-AG, die aus Schülern der ersten und zweiten Klassen besteht, unterhielt die Gäste des Festaktes mit einigen Liedbeiträgen. Zusätzlich sorgte auch die Tanzgruppe der Klasse 2a mit ihrem Auftritt für Stimmung.
 
Dem Festakt wohnten neben dem aktuellen Kollegium auch zahlreiche ehemalige Lehrer der Schule bei. So unter anderem der Lehrer Georg Mateika (1. von links), der sogar noch den heutigen Samtgemeindebürgermeister Peter Kühlewindt unterrichtete.

Jubiläum der Schule in der Bahnhofsstraße mit Festakt gefeiert / Grundschule erhält viele lobende Worte

Mit einem Festakt wurde am Samstagvormittag das 50. Jubiläum der Schule in der Lutteraner Bahnhofsstraße, also der heutigen Kurt-Klay-Schule, gefeiert.

Der Veranstaltung wohnten neben dem aktuellen Kollegium der Lehranstalt auch ehemalige Pädagogen, Schüler sowie Vertreter aus Verwaltung, Politik und Vereinen bei.
Die amtierende Schulleiterin Katharina Kurzawa strahlte schon bei der Begrüßung der Gäste über das ganze Gesicht, und das sollte sich auch im Verlauf der Feierstunde nicht ändern. Kurzawa freute sich dabei insbesondere zahlreiche ehemalige Lehrer willkommen zu heißen, die großen Anteil am konstanten Erfolg der Schule hatten und deren Schaffen bis heute die Außenwirkung der Lutteraner Schule prägen.
Den Auftakt der Veranstaltung machte ein Auftritt der erst jüngst gegründeten Chor-AG, die sich aus Schülern der ersten und zweiten Klassen zusammensetzt. In diesem Zusammenhang erläuterte Schulleiterin Kurzawa, dass sich die Kurt-Klay-Schule ab sofort mit dem Prädikat „musikalische Grundschule“ schmücken darf.
In ihrer Festrede blickte Katharina Kurzawa zunächst auf das Entstehungsjahr des Schulgebäudes zurück. Dabei erfuhren die Gäste unter anderem, dass im Jahr 1965 das „Beatles-Fieber“ seinen Höhepunkt erreichte, massive Rassenkonflikte in den Vereinigten Staaten tobten und die USA und die damalige Sowjetunion im Wettlauf um die Mondlandung standen.
Mit Blick auf die Bildung und das Schulsystem in der Bundesrepublik der 60er Jahre erläuterte die Schulleiterin und Hausherrin, dass in Deutschland 1965 das Recht auf Bildung für alle gefordert wurde, was schließlich in der Gründung des deutschen Bildungsrates gipfelte. Das Bildungssystem in der Bundesrepublik wurde im Jahr 1965 noch als demokratiefeindlich wahrgenommen, weshalb sich zahlreiche Reformen anschlossen. Diese Reformen, und das ist eigentlich eine bemerkenswerte Feststellung, würden sich, so beschrieb es Kurzawa, in ihren grundsätzlichen Überlegungen gar nicht so stark von den Reformen unterscheiden, die heute immer wieder diskutiert und angeschoben werden.
Der Lutteraner Grundschule attestierte Kurzawa jedoch einen stetigen Anpassungswillen, der sich unter anderem in der Umsetzung zahlreicher und zeitgemäßer pädagogischer Konzepte niederschlage. Kurzawa: „Unsere Schule hat Veränderungen nie gescheut, was auch unserem Schulträger zu verdanken ist.“ So genieße die Grundschule heute einen hervorragenden Ruf, der vor allem auf den individuellen Förderkonzepten gründet. So bekommen die Kinder beispielsweise personalisierte Stundenpläne, damit bestimmte Fähigkeiten respektive punktueller Nachholbedarf gezielt gefördert werden kann.
Samtgemeindebürgermeister Peter Kühlewindt schilderte in seinem Grußwort seine ersten Kontakte mit dem Schulgebäude in der Bahnhofsstraße. Er selber sei nicht mehr in den Genuss gekommen in der modernen Lehranstalt unterrichtet zu werden. Die ersten Jahre auf der Schulbank verbrachte der heutige Verwaltungschef noch in der Schule im Schulweg. Seine erste Begegnung mit den Räumlichkeiten hatte Kühlewindt, wie er beschrieb, durch den Sportverein, der in den Abendstunden die schuleigene Turnhalle nutzte.
In seinen Ausführungen würdigte Kühlewindt vor allem das Wirken von Kurt Klay, dem Namensgeber der heutigen Grundschule. Seiner Weitsicht und seinem politischen Engagement sei es zu verdanken, dass es die Schule überhaupt in dieser Form gebe. In seiner Eigenschaft als Kreistagsabgeordneter, damals noch im Landkreis Gandersheim, hatte sich der Pädagoge und leidenschaftliche Kommunalpolitiker Kurt Klay sehr stark für den Bau einer neuen Schule in Lutter eingesetzt, da er die Schwächen der alten Schulen im Gebiet der Samtgemeinde erkannt hatte. Auch die Gründung des Vereins „Tätige Schulgemeinde“ durch Kurt Klay bezeichnete Kühlewindt als eine Entscheidung mit Weitsicht. Der Verein „Tätige Schulgemeinde“ besteht auch heute noch, und agiert seit 2002 als Förderverein für die Lutteraner Grundschule.
Regierungsschuldirektor Klaus-Michael Solf lobte vor allem die enorme Kooperationsbereitschaft der Kurt-Klay-Schule. In diesem Zusammenhang hob er insbesondere das vorbildliche Engagement ehemaliger und aktueller Lehrkräfte hervor.
Einen Blick auf die Anfangsjahre der Schule in der Bahnhofsstraße warf schließlich die ehemalige Lehrerin und Schulleiterin Annette Reisener-Schlüter. Sie unterrichtete noch als Referendarin in der alten Schule am Schulweg, die auch von Peter Kühlewindt besucht wurde. Den Umzug in das neue Schulgebäude im Jahr 1965 bezeichnete die pensionierte Pädagogin sinngemäß als einen „Segen“, da für Kollegium und Schülerschaft das neu geschaffene Raumangebot eine erhebliche Verbesserung darstellte und noch bis heute darstellt.
Mehrfach lobend erwähnt wurde im Rahmen der Feierstunde auch das Wirken des langjährigen Schulhausmeister Heinz Lönnecker. Kühlewindt bezeichnete ihn als einen ganz wichtigen Faktor in der 50-jährigen Schulgeschichte, denn ihm sei es zu verdanken, dass die Schule auch Jahrzehnte nach ihrer Fertigstellung immer noch optimal dastünde.
Jens Laudi, Vorsitzender des Schulausschusses, erinnerte sich in seinen Grußworten ebenfalls an seine Berührungspunkte mit der Lutteraner Grundschule. Dabei hob er, wie auch schon seine Vorredner, das vorbildliche Engagement der Elterngenerationen hervor, die immer dazu beigetragen hätten, dass der Schulbetrieb reibungslos funktioniere.
Horst Sievers, 2. Vorsitzender von der Verkehswacht Seesen-Langelsheim-Lutter, die seit Jahren eine enge Kooperation zur Grundschule in Lutter unterhält, überreichte schließlich Katharina Kurzawa eine elektrische Ampel für den Fahrradparcours, den die Schule ebenfalls von der Verkehrswacht gespendet bekam.
Die Feierstunde klang dann schließlich bei einem kleinen Buffet aus. Am Nachmittag kamen die Kinder auf ihre Kosten. Sie konnten in einer Saftdisko tanzen und sich in einer Bewegungslandschaft austoben.