Starkregen flutet Lutters Ortskern

Bis an die unterste Treppenstufe kam das Wasser heran. (Foto: bo)

Am Mittwochabend wurde die Frankfurter Straße unter Wasser gesetzt / Eine Hoffnung gibt es

Setzt Starkregen ein, gehen in Lutter am Barenberge die Blicke nach oben.

Hoffentlich bleiben wir dieses Mal vom Hochwasser verschont, denken sich viele. Am Mittwochabend wurde die Hoffnung erneut nicht erhört.
Der Himmel öffnete seine Schleusen. Gegen 20 Uhr wurde die Frankfurter Straße, Lutters Ortsdurchfahrt, auf Höhe des ehemaligen Schleckermarktes in eine Seenlandschaft verwandelt. Aus den Gullys sprudelte das Wasser. Die Feuerwehr Lutter hatte wieder alle Hände voll zu tun. 20 Feuerwehrleute aus Lutter waren im Einsatz. Sie mussten unter anderem ein Auto, das durch die Wassermassen nicht mehr wegkam, befreien.
In einer Senke hatte sich das Wasser gesammelt. Auch die Bachstraße war teilweise betroffen. „Es war ein reines Lutteraner Wetterphänomen“, sagt Gemeindebrandmeister Hans-Hermann Beltau auf Anfrage des „Beobachter“. Er selbst wohnt in Hahausen. Als er zum Einsatzort fuhr, war bis zum Ortseingang nichts zu sehen. Erst danach setzte der Starkregen ein. Lokal begrenzt fielen innerhalb von 21 Minuten 27 Liter Wasser - nur alle 20 Jahre kommt so etwas vor. Auswirkungen hatte das Hochwasser diesmal nur in der Ortsmitte. Nach 30 Minuten war der Einsatz für die Feuerwehr Lutter beendet. So lange musste auch die Ortsdurchfahrt für den Verkehr gesperrt werden. Es schien sogar wieder die Sonne, als wäre nichts gewesen.
Das letzte Hochwasser ist noch gar nicht so lange her. Auch am 24. Juni wurden Teile der Ortschaft nach Starkregen unter Wasser gesetzte. Hier gingen 53 Liter pro Quadratmeter nieder. „So schlimm wie derzeit, war es noch nie“, sagt Hans-Hermann Beltau. Denn in diesem Jahr sind die Lutteraner arg gebeutelt, was Hochwasser betrifft. Drei große Einsätze hat der Gemeindebrandmeister registriert.
Beltau vermutet, dass beim letzten Hochwasser im Juni die Kanälen etwas beschädigt sein könnten. „So groß hätten die Auswirkungen nach dem Regenguss gar nicht sein dürfen“, so Beltau.
Große Hoffnung setzen die Lutteraner in die Sanierung der Ortsdurchfahrt. „Ich hoffe, dass auf diesem Wege auch die Regenwasserrohre richtig dimensioniert eingesetzt werden“, schrieb Jürgen Lange auf der „Beobachter”-Facebookseite. Dem schließt sich der Gemeindebrandmeister an. Noch in diesem Monat sollen die Arbeiten beginnen.