Straßen gleichen einem „Schweizer Käse“

Schlaglöcher sind für viele Autofahrer ein Graus. Die Bahnhofsstraße im Flecken Lutter im Verlauf der L 500 ist in einem besonders schlechten Zustand. Die Mit­arbeiter der Straßenmeisterei Seesen flicken die größten Löcher in ihrem Zuständigkeitsbereich aktuell mit einem so genannten Kalkmischgut.

Schlaglöcher sind für viele Autofahrer ein Graus / Straßenmeisterei um schnelle Beseitigung bemüht

Neben Eis- und Schneeglätte sind es aktuell vor allem die Schlaglöcher und Risse in den Straßen, die Autofahrer im Landkreis Goslar in den Wahnsinn treiben. Was aber passiert, wenn das eigene Fahrzeug den Ritt über die Bu­-ckelpiste nicht unbeschadet übersteht? Wer zahlt den Schaden am Auto. Ist es die Kommune, die ihrer Pflicht der Straßenunterhaltung nicht nachgekommen ist? Oder ist es der Fahrzeughalter selbst, da er nicht die nötige Vorsicht hat walten lassen? Und wie geht die Straßenmeisterei Seesen mit den vorhandenen Schäden im Straßenbelag um?
Erst in den nächsten Tagen und Wochen, wenn der Schnee endlich geschmolzen ist, und der Winter hoffentlich bald vom Frühling abgelöst wird, zeigt sich das ganze Ausmaß der Schäden. Viele Straßen im Landkreis Goslar gleichen einem „Schweizer Käse“. Schlaglöcher, soweit das Auge reicht. So grenzt die Autofahrt schnell an einen gefährlichen Geschicklichkeitsparcours.
Doch wer bezahlt eigentlich die Schäden am Fahrzeug, wenn man in ein Schlagloch gefahren ist? In der Regel sollten Geschädigte immer auf Nummer sicher gehen und Beweise sammeln. Das fängt an beim Fotografieren des Schadens am Fahrzeug, dem Schlagloch und der Verkehrsbeschilderung vor Ort.
Städte und Kommunen sind zwar verpflichtet, auf Schäden in der Straße mit entsprechenden Schildern hinzuweisen, aber am Ende ist es meist der geschädigte Autofahrer, der beweisen muss, dass er vor dem gefährlichen Loch in der Straße nicht gewarnt wurde. Deshalb kann auch die Benachrichtigung der Polizei oder die Aussage etwaiger Zeugen im Zweifel sinnvoll sein.
In der Regel ist es die eigene Vollkaskoversicherung die den Schaden, der durch ein Schlagloch entstanden ist, übernimmt. Nur in ganz seltenen Fällen ist es geschädigten Autofahrern bisher gelungen das Geld für die Schadensregulierung von der Kommune oder Stadt zu bekommen.
Dies hat auch einen ganz einfachen Grund, wie Frank Rüffer, Leiter der Straßenmeisterei Seesen beschreibt. Sein Straßenwartungsteam fährt nämlich mindestens zweimal pro Woche die Strecken zwischen Clausthal-Zellerfeld, Seesen und der Samtgemeinde Lutter ab. Bemerken sie im Zuge dieser Kontrollfahrten massive Beschädigungen in der Straßendecke werden diese mit entsprechender Beschilderung kenntlich gemacht, oder zeitnah beseitigt.
Das strenge Winterwetter erfordert es derzeit, dass die Mitarbeiter mit einem so genannten Kalkmischgut arbeiten. Dieses Gemisch kann bei jeder Witterung und Temperatur verwendet werden. „Natürlich ist die Kaltsanierung nicht so haltbar wie der Heißeinbau. Für die kurzfristige und zeitnahe Gefahrenabwehr ist dieses Verfahren aber durchaus geeignet“, so Frank Rüffer.
Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei sind also stets bemüht, die größten Schäden in den Straßen schnellstmöglich zu beseitigen. Gelingt dies nicht, wird auf die Gefahrensituation mit entsprechenden Schildern hingewiesen. „Mir ist bewusst, dass die Beschilderung für viele Autofahrer unbefriedigend ist. Die aktuelle Wetterlage lässt aber manchmal keine andere Lösung zu“, so der Leiter der Seesener Straßenmeisterei.
Im Bereich der Landesstraßen beteiligt sich die Straßenmeisterei zudem an dem so genannten Frostschadenprogramm des Landes. Dabei werden die Schäden auf den Landesstraßen niedersachsenweit aufgenommen und zeitnah von den zuständigen Behörden beseitigt.
Im Bereich der Samtgemeinde Lutter, wo die Straßen besonders stark beschädigt sind, kann Rüffer schon jetzt baldige Besserung in Aussicht stellen. „Die L 500 zwischen Bodenstein und Mahlum soll noch in diesem Jahr saniert werden. Der Landkreis Goslar hat die Notwendigkeit erkannt und wird diese Maßnahme finanzieren“, sagt der Leiter der Seesener Straßenmeisterei.
Für Autofahrer, die sich über einen Schaden der durch ein Schlagloch verursacht wurde, hat Rüffer jedoch nur wenig Verständnis. „In der Regel weisen wir mit Schildern auf die Gefahren hin. Wer seine Geschwindigkeit und sein Fahrverhalten diesen Gegebenheiten nicht anpasst. Der ist, so sehe ich es, in den meisten Fällen selber schuld.“