"Vermächtnis der Opfer ist Herstellung des Friedens"

Ansprache von Bürgermeisterin Karin Rösler-Brandt am Ehrenmal auf dem Friedhof in Lutter am Barenberge. (Foto: Gottschlich)

Gedenkfeiern anlässlich des Volkstrauertages in der Samtgemeinde Lutter

Mit Gottesdiensten und Gedenkfeiern wurde am vergangenen Wochenende auch in der Samtgemeinde Lutter am Barenberge der Volkstrauertag begangen. Erinnert wurde an die Kriegstoten und die Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen.

Von Karsten Knoblich

Lutter. So auch im Flecken Lutter. Hier hatten sich am Sonntag nach dem Kirchgang – der Gottesdienst wurde vom Männergesangverein musikalisch mit ausgestaltet – Bürgerinnen und Bürger am Ehrenmal auf dem Friedhofsgelände eingefunden. Gemeinsam mit Samtgemeinde-Bügermeister Peter Kühlewindt und der Ortsfeuerwehr legte Bürgermeisterin Karin Rösler-Brandt dort einen Kranz nieder.
"Der Volkstrauertag ist für uns ein Mahnmal gegen die Versuchung, Gewalt an Stelle von Vernunft und Verständnis zu setzen", sagte die Bürgermeisterin des Fleckens in ihrer Ansprache. Solche Tage des Nachdenkens seien notwendig, damit man im Alltag wisse, wie wichtig es sei, Aggressionen abzubauen, Mitmenschlichkeit zu üben und Feindschaft zu verhindern.
Karin Rösler-Brandt wies auf die ungezählten Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft hin; Millionen Kinder, Frauen und Männer aller Völker seien ums Leben gekommen. Man gedenke der Soldaten, die in den Weltkriegen gestorben seien, und jener Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft als Vertriebene oder Flüchtlinge ihr Leben hätten lassen müssen. Und gedacht werde auch derer, die man verfolgt und getötet habe, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als „lebensunwert“ bezeichnet worden seien.
Überdies werde derer gedacht, die ums Leben gekommen seien, weil sie Widerstand gegen die Gewaltherrschaft geleistet hätten, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder ihrem Glauben festhielten. Nicht vergessen werden dürften schließlich die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft dieser Tage, die Opfer von Terrorismus, Fremdenhass und politischer Verfolgung und nicht zuletzt die Einsatzkräfte im Ausland, die ihr Leben verloren.
„Wir erkämpfen uns die Hoffnung, dass kein Verstorbener vergessen wird“, sagte die Bürgermeisterin. Es gelte, sich dem Unrecht entgegenzustellen. Das Vermächtnis der Opfer sei die Herstellung, Bewahrung und Verteidigung des Friedens.