Wasserpreise in der SG Lutter bleiben stabil

Verbandsvorsteher Hans-Hermann Baas (rechts) und Geschäftsführer Olaf Schröder mit dem Wirtschaftsplan 2013.

Das Großprojekt „Harzwasser-Umstellung“ ist fast vollendet / Viele Investitionen im Jahr 2013 geplant

Die Weichen fürs kommende Jahr sind gestellt. Am 7. Dezember hat die Verbandsversammlung des Wasserverbandes Peine den neuen Wirtschaftsplan beschlossen. „Auch 2013 werden wir weiter in den nachhaltigen Ausbau und die Pflege der Wasserversorgung investieren“, betont Verbandsvorsteher Hans-Hermann Baas. Ziel des Verbandes sei es, die Qualität der Wasserver- und Abwasserentsorgung auch im ländlichen Raum mittel- und langfristig auf gutem Niveau zu sichern. Denn sie ist unverzichtbare Basis für eine positive Entwicklung in den Gemeinden, erinnert Baas.
Der Wasserverband Peine blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. „Die Großprojekte Harzwasser-Umstellung und der Neubau des Wasserwerks Burgdorfer Holz sind gut vorangekommen“, sagt Geschäftsführer Olaf Schröder. Über die Ost- sowie über die Südtrasse würden mittlerweile bereits 27 Ortschaften mit Harzwasser versorgt. Vor Weihnachten wird noch Bodenstein in der Samtgemeinde Lutter umgeschlossen werden. „Ende 2013 werden wir voraussichtlich das über 30 Millionen Euro schwere Großprojekt Harzwasser-Umstellung abschließen können – das letzte Drittel ist mitten im Bau“, blickt Schröder voraus. Bereits im Frühjahr 2013 wird das neue Wasserwerk Burgdorfer Holz bei Hänigsen das alte komplett abgelöst haben, so dass der Rückbau des Altgebäudes nach der Winterpause beginnen kann.
Das erfolgreiche Jahr zeigt sich auch im Ergebnis des Wirtschaftsplans 2012/2013.
„Weitere Synergien in unseren Prozessen haben sich positiv ausgewirkt. Zudem haben wir die aktuelle Niedrigzinsphase genutzt, um den Zinsaufwand zu reduzieren. Das alles bildet auch die Basis dafür, dass wir 2013 die Mehrzahl der Tarife stabil halten oder sogar senken können“, erläutert Schröder.
Die nachhaltige Netz- und Anlagenpflege geht derweil weiter: Rund 12,3 Millionen Euro an Investitionen sind in der Trinkwasser-Sparte fürs kommende Jahr eingestellt. Im Abwasser-Bereich habe man 2012 den Konsolidierungskurs fortgesetzt, es sei aber weiterhin hoher Investitionsbedarf in diversen Abwassernetzen gegeben. Für 2013 sind deshalb über 18 Millionen Euro dafür eingestellt. „Von der Kanalsanierung über die Modernisierung von Pumpwerken bis zur Erschließung von Neubaugebieten reicht hier das Leistungsspektrum“, so Schröder. Der modern aufgestellte Peiner Verband überzeuge mit Kompetenz, Erfahrung und zuverlässiger Aufgabenerfüllung. „Ob es um Folgepflichten aus kommunalen Projekten wie Wohn- und Straßenbau oder die Umsetzung unserer auf Nachhaltigkeit angelegten Rahmenpläne geht – wir haben die richtigen Lösungen und stehen im Dienst einer guten kommunalen Daseinsvorsorge fest an der Seite unserer Mitgliedsgemeinden. Im Verbandsmodell können wir die vielfältigen Aufgaben von der Planung bis zur Finanzierung verlässlich stemmen“, bekräftigt Schröder.
Dienstleistungen rund ums Wasser aus einer Hand – das ist die Strategie des Verbands. Der Hochwasserschutz gehört für die Peiner zwingend dazu. Die letzten zwei Jahre hatten seine Ingenieure intensiv am Modellprojekt „Integrierter Hochwasserschutz im Nördlichen Harzvorland“ mitgearbeitet – im Auftrag der beiden Samtgemeinden Baddeckenstedt und Lutter am Barenberge. 2013 startet jetzt die Umsetzungsphase. „Unsere Fachkompetenz und gute Projektsteuerung hat überzeugt“, freut sich Schröder. „Fünf weitere Kommunen aus dem gemeinsamen Modellprojekt haben uns zum Januar 2013 ihre Hochwasserschutz-Aufgaben übertragen.“ Die Gemeinde Liebenburg, die Samtgemeinden Schladen und Oderwald sowie die Stadt Vienenburg und die Stadt Wolfenbüttel werden somit neue Mitgliedsgemeinden im Wasserverband Peine.
Die Rahmenbedingungen für die Wasserversorger im ländlichen Raum sind laut Ingenieur Schröder anspruchsvoll – die Herausforderungen werden eher weiter zunehmen: steigende rechtliche Anforderungen, Nutzungskonkurrenzen mit der Landwirtschaft und nicht zuletzt die Demografie in Südostniedersachsen sind nur einige der wichtigsten Punkte. „Der Aufwand und damit die Kosten für eine gute Versorgung werden nicht sinken. Auch der hohe Fixkostenanteil von bis zu 80 Prozent bleibt bestehen. Es ist zwingend notwendig, dass die Wasserwirtschaft auch die Tarifsysteme diesen Kostenrelationen entsprechend umbaut“, sagt Schröder. Mit der vermehrten Anpassung der Grund- statt der Arbeitspreise habe man diesen Umbau bereits begonnen, so Schröder. Und auch die vermehrte Einführung von Niederschlagswasserentgelten, die sich an der einleitenden Fläche orientieren – so wie es jüngste Gerichtsurteile anregen – stehen für die sich wandelnde Tariflandschaft.
Abnehmende Bevölkerungszahlen und kostenintensive Netzpflege: Wie kann man die Qualität und Sicherheit einer Rund-um-die-Uhr Versorgung weiterhin auch im ländlichen Raum bei der demographischen Entwicklung bezahlbar halten? Mit einem Solidarmodell über Gemeindegrenzen hinweg. Dieses lebt der Peiner Verband bereits seit Jahren erfolgreich in weiten Teilen seiner Trinkwasserversorgung vor. „Es hat sich bewährt. Hier können dringend notwendige Investitionskosten auch in höherer Summe gestemmt werden, gerade weil sie auf viele Schultern verteilt werden. Auf lange Sicht profitieren dann alle von einer gepflegten Infrastruktur zu moderaten individuellen Kosten.“ Deshalb integriert der Wasserverband Peine innerhalb der nächsten fünf Jahre auch die bislang mit eigener Kostenrechnung geführten kleineren Tarifgebiete Staufenberg, Dransfeld sowie Clauen und Bründeln in sein großes Solidargebiet. „Jetzt ist die Zeit gekommen, um diese Harmonisierung innerhalb des Verbandsgebiets vornehmen zu können.“ Denn für so einen Zusammenschluss müssen zwingend die Rahmenbedingungen stimmen, erinnert Schröder. Zu starke Unterschiede in der Güte der Infrastruktur dürfen nicht bestehen.
In der Samtgemeinde Lutter sollen nach Angaben des Verbandes im Jahr 2013 rund 400.000 Euro in den Ausbau der Ortsnetzkanalisation und den zugehörigen Hausanschlussleitungen gesteckt werden. In der Ortsdurchfahrt Alt Wallmoden erfolgt dies im Rahmen des Straßenausbaus. Ferner soll die so genannte Fernwirktechnik erneuert werden.